Got­tes Heils­weg, Teil 1: Gott kämpft um uns Menschen

Themenbereiche: Gottes Heilsweg

Wie geht Gott damit um, dass sich der Mensch von ihm abge­wandt und sich in ver­schie­de­ne Sün­den ver­strickt hat?

Die­ser Teil der Serie beschreibt, wie Gott uns Men­schen in Jesus den­noch nahe gekom­men ist, indem er selbst Mensch wur­de. Sei­ne Inten­ti­on war: „Sie wer­den mei­nen Sohn ehren!“ (Mat­thä­us 21,37). Doch es kam anders: Jesus starb am Kreuz als Fol­ge mensch­li­cher Ableh­nung – „Kommt, lasst uns ihn töten!“ (Mat­thä­us 21,38). Doch Gott lässt ihn auf­er­ste­hen, indem er Jesus „zu sei­ner Rech­ten als Füh­rer und Ret­ter erhöht, um Isra­el Buße und Ver­ge­bung der Sün­den zu schen­ken“ (Apos­tel­ge­schich­te 5,31). Gott hört nicht auf, uns Men­schen den Weg zurück zu ihm zu ebnen …

Sonnenuntergang hinter einem Bergkamm.

1 Ein­lei­tung

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Die­ses war im Anfang bei Gott. Alles wur­de durch das­sel­be, und ohne das­sel­be wur­de auch nicht eines, das gewor­den ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Men­schen. Und das Licht scheint in der Fins­ter­nis, und die Fins­ter­nis hat es nicht erfasst. – … Das war das wahr­haf­ti­ge Licht, das, in die Welt kom­mend, jeden Men­schen erleuch­tet. Er war in der Welt, und die Welt wur­de durch ihn, und die Welt kann­te ihn nicht. Er kam in das Sei­ne, und die Sei­nen nah­men ihn nicht an; so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den, denen, die an sei­nen Namen glau­ben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Wil­len des Flei­sches, auch nicht aus dem Wil­len des Man­nes, son­dern aus Gott gebo­ren sind. Und das Wort wur­de Fleisch und wohn­te unter uns, und wir haben sei­ne Herr­lich­keit ange­schaut, eine Herr­lich­keit als eines Ein­ge­bo­re­nen vom Vater, vol­ler Gna­de und Wahr­heit. – … – Denn aus sei­ner Fül­le haben wir alle emp­fan­gen, und zwar Gna­de um Gna­de. Denn das Gesetz wur­de durch Mose gege­ben; die Gna­de und die Wahr­heit ist durch Jesus Chris­tus gewor­den. Nie­mand hat Gott jemals gese­hen; der ein­zig­ge­zeug­te Gott, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kund­ge­macht.  (Johan­nes 1,1–18)

Wenn wir ver­su­chen, das Erlö­sungs­werk Got­tes in Jesus Chris­tus in Wor­te zu fas­sen, tun wir das einer­seits in dem Bewusst­sein der Begrenzt­heit unse­res Ver­stan­des und der Schran­ken unse­rer Spra­che, die die Grö­ße des­sen, was Gott uns in sei­nem Sohn geschenkt hat, nicht adäquat erfas­sen und wie­der­ge­ben kön­nen. Ande­rer­seits tun wir das aus Dank an unse­ren Schöp­fer und Erlö­ser für all das, was er an uns getan hat, auch dafür, dass er uns fähig macht, gemein­sam mit allen, die ihm nach­fol­gen, die Grö­ße sei­ner Lie­be zu erfassen.

Du bist wür­dig, unser Herr und Gott, die Herr­lich­keit und die Ehre und die Macht zu neh­men, denn du hast alle Din­ge erschaf­fen, und dei­nes Wil­lens wegen waren sie und sind sie erschaf­fen wor­den. (Offen­ba­rung 4,11)

Und ich sah: Und ich hör­te eine Stim­me vie­ler Engel rings um den Thron her und um die leben­di­gen Wesen und um die Ältes­ten; und ihre Zahl war Zehn­tau­sen­de mal Zehn­tau­sen­de und Tau­sen­de mal Tau­sen­de, die mit lau­ter Stim­me spra­chen: Wür­dig ist das Lamm, das geschlach­tet wor­den ist, zu emp­fan­gen die Macht und Reich­tum und Weis­heit und Stär­ke und Ehre und Herr­lich­keit und Lob­preis. Und jedes Geschöpf, das im Him­mel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hör­te ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm den Lob­preis und die Ehre und die Herr­lich­keit und die Macht von Ewig­keit zu Ewig­keit! (Offen­ba­rung 5,11–13)

2 Die Auf­leh­nung des Men­schen und Got­tes Ant­wort darauf

Schon vor Anbe­ginn der Schöp­fung, noch bevor unse­re Erde und das uner­mess­li­che Uni­ver­sum exis­tier­ten, kann­te Gott schon das, was wir „Geschich­te“ nen­nen. Gott wuss­te von Anfang an um den Fall des Men­schen, dar­um, dass der Mensch auf die Schlan­ge (den Satan) hören wür­de, die ver­lo­gen war und ihm ver­sprach, ihn wie Gott zu machen. Die­se Gesin­nung, so wie Gott sein zu wol­len, ver­ur­sach­te die Tra­gö­die des Men­schen. Seit­her bestimmt und formt die Sün­de die Geschich­te des Men­schen bis ans Ende der Zeiten.

Gott wuss­te um die Rebel­li­on des Men­schen, um sei­nen Wunsch nach „Unab­hän­gig­keit“ und „Selbst­be­stim­mung“. Trotz­dem schuf er den Men­schen, weil er ihn liebt. Seit aller Ewig­keit plan­te Gott, den Men­schen zu sich selbst zurück­zu­füh­ren. Das ist die ande­re Kraft, die die Geschich­te beein­flusst, weit weni­ger sicht­bar als der Ein­fluss der Sün­de. Trotz­dem ist sie viel stär­ker, da Gott in „unsicht­ba­rer“ Wei­se die Welt lenkt, sodass sein Wil­le gesche­hen kann. Ein­mal wird die Wahr­heit für jeden offen­sicht­lich sein, den einen zum Gericht, den ande­ren zum Heil.

Jetzt ist sie unsicht­bar, aber den­noch da, so wie das win­zi­ge Senf­korn durch die in ihm ver­bor­ge­ne Lebens­kraft zu einer gro­ßen Pflan­ze her­an­wächst oder wie ein biss­chen Sau­er­teig den gan­zen Teig durch­säu­ert (Mat­thä­us 13,31–35). Unsicht­bar, aber trotz­dem erkenn­bar, weil es Gott vor den Wei­sen und Ver­stän­di­gen ver­bor­gen hat und es den Unmün­di­gen geof­fen­bart hat (Mat­thä­us 11,25–26). Für die Demü­ti­gen ist es sicht­bar, unsicht­bar ist es für die, die ihr Herz ver­här­ten, damit sie das, was Gott in der Natur und in der Geschich­te über sich selbst offen­bart hat, nicht erkennen.

Er aber ant­wor­te­te und sprach zu ihnen: Weil euch gege­ben ist, die Geheim­nis­se des Rei­ches der Him­mel zu wis­sen, jenen aber ist es nicht gege­ben; denn wer hat, dem wird gege­ben und über­reich­lich gewährt wer­den; wer aber nicht hat, von dem wird selbst, was er hat, genom­men wer­den. Dar­um rede ich in Gleich­nis­sen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören noch ver­ste­hen; und es wird an ihnen die Weis­sa­gung Jesa­jas erfüllt, die lau­tet: „Mit Gehör wer­det ihr hören und doch nicht ver­ste­hen, und sehend wer­det ihr sehen und doch nicht wahr­neh­men; denn das Herz die­ses Vol­kes ist dick gewor­den, und mit den Ohren haben sie schwer gehört, und ihre Augen haben sie geschlos­sen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Her­zen ver­ste­hen und sich bekeh­ren und ich sie hei­le.“ (Mat­thä­us 13,11–15)

So liegt nun die Geschich­te vor uns, die durch die Sün­de ver­ur­sach­te offen­sicht­li­che Tra­gö­die des Men­schen und zugleich die geschichts­prä­gen­de Gegen­wart der Lie­be Got­tes. Ein Kon­flikt, der die Mensch­heit bis ans Ende beglei­tet. Die Sün­de, die Rebel­li­on und die Lie­be, Gerech­tig­keit tref­fen auf­ein­an­der – ein Kampf, in dem Gott den Men­schen, der sich gegen ihn gewandt hat, ret­ten und erlö­sen will. Wir möch­ten die­sen Gedan­ken spä­ter wei­ter­ver­fol­gen. Hier wer­den wir zunächst das wich­tigs­te Ereig­nis in Erin­ne­rung rufen, weil die­ser Kampf in der Erfül­lung der Zei­ten sei­nen dra­ma­ti­schen Höhe­punkt findet.

3  Gott wur­de Mensch

Gott wur­de Mensch und kam in unse­re Mit­te. Er kam zu sei­nem Volk, das er erwählt und aus der Knecht­schaft in Ägyp­ten befreit hat­te. Er hat einen Bund mit ihm geschlos­sen, hat für sein Volk gesorgt, es behü­tet und gelehrt. Durch lan­ge Zeit hin­durch hat er sein Volk vor­be­rei­tet, damit in der Erfül­lung der Zei­ten die Begeg­nung mit sei­nem Volk so sein wird, wie wenn die Braut die Ankunft ihres Bräu­ti­gams herbeisehnt:

Horch, mein Gelieb­ter! Sie­he, da kommt er, springt über die Ber­ge, hüpft über die Hügel. Mein Gelieb­ter gleicht einer Gazel­le oder einem jun­gen Hirsch. Sie­he, da steht er vor unse­rer Haus­wand, schaut durch die Fens­ter her­ein, blickt durch die Git­ter. Mein Gelieb­ter erhebt sei­ne Stim­me und spricht zu mir: „Mach dich auf, mei­ne Freun­din, mei­ne Schö­ne, und komm! Denn sie­he, der Win­ter ist vor­bei, die Regen­zeit ist vor­über, ist ver­gan­gen. Die Blu­men zei­gen sich im Lan­de, die Zeit des Sin­gens ist gekom­men, und die Stim­me der Tur­tel­tau­be lässt sich hören in unserm Land. Der Fei­gen­baum rötet sei­ne Fei­gen, und die Reben, die in Blü­te ste­hen, geben Duft. Mach dich auf, mei­ne Freun­din, mei­ne Schö­ne, und komm! Mei­ne Tau­be in den Schlupf­win­keln der Fel­sen, im Ver­steck an den Fels­stu­fen, lass mich dei­ne Gestalt sehen, lass mich dei­ne Stim­me hören! Denn dei­ne Stim­me ist süß und dei­ne Gestalt anmu­tig.“ (Hohe­lied 2,8–14)

Unmit­tel­bar vor sei­ner Ankunft sand­te er sei­nen Gesand­ten, damit sie auf sei­ne Ankunft vor­be­rei­tet sein sollten:

Da war ein Mensch, von Gott gesandt, sein Name: Johan­nes. Die­ser kam zum Zeug­nis, dass er zeug­te von dem Licht, damit alle durch ihn glaub­ten. (Johan­nes 1,6–7)

Gott sand­te Johan­nes den Täu­fer mit dem Ziel, dass alle durch ihn glauben!

Eine ähn­li­che Erwar­tung drückt ein Gedan­ke aus, den Jesus selbst im Gleich­nis von den bösen Wein­gärt­nern gesagt hat:

Und er fing an, in Gleich­nis­sen zu ihnen zu reden: Ein Mensch pflanz­te einen Wein­berg und setz­te einen Zaun dar­um und grub einen Kel­t­ertrog und bau­te einen Turm; und er ver­pach­te­te ihn an Wein­gärt­ner und reis­te außer Lan­des. Und er sand­te zur bestimm­ten Zeit zu den Wein­gärt­nern einen Knecht, um von den Wein­gärt­nern etwas von den Früch­ten des Wein­bergs zu emp­fan­gen. Sie aber nah­men ihn, schlu­gen ihn und sand­ten ihn leer fort. Und wie­der sand­te er einen ande­ren Knecht zu ihnen; und den ver­wun­de­ten sie am Kopf und beschimpf­ten ihn. Und er sand­te einen ande­ren, und den töte­ten sie; und vie­le ande­re; die einen schlu­gen sie, die ande­ren töte­ten sie. Noch einen hat­te er, einen gelieb­ten Sohn, den sand­te er als Letz­ten zu ihnen, indem er sprach: Sie wer­den sich vor mei­nem Sohn scheu­en. Jene Wein­gärt­ner aber spra­chen zuein­an­der: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, und das Erbe wird unser sein. Und sie nah­men und töte­ten ihn und war­fen ihn zum Wein­berg hin­aus. Was wird der Herr des Wein­bergs tun? Er wird kom­men und die Wein­gärt­ner umbrin­gen und den Wein­berg ande­ren geben. Habt ihr nicht auch die­se Schrift gele­sen: „Der Stein, den die Bau­leu­te ver­wor­fen haben, der ist zum Eck­stein gewor­den; vom Herrn her ist er dies gewor­den, und er ist wun­der­bar in unse­ren Augen“? Und sie such­ten ihn zu grei­fen und fürch­te­ten die Volks­men­ge; denn sie erkann­ten, dass er das Gleich­nis auf sie hin gespro­chen hat­te. Und sie lie­ßen ihn und gin­gen davon. (Mar­kus 12,1–12)

Allen Miss­erfol­gen zum Trotz sen­det er sei­nen ein­zi­gen gelieb­ten Sohn mit den Wor­ten: Sie wer­den sich vor mei­nem Sohn scheu­en. So ist Gott!

4 Abge­lehnt: Jesu Tod am Kreuz

Obwohl Gott wuss­te, was mit Jesus gesche­hen wür­de, han­del­te er in einer für uns unvor­stell­ba­ren Wei­se. Er sand­te sei­nen Sohn. Ein­zig des­we­gen, weil Gott die Lie­be ist!  Er kann nichts ande­res geben, wün­schen, wol­len als ein­zig und allein das Gute! Gott hat sich selbst gege­ben, weil er nicht mehr geben konn­te. Des­we­gen tat er alles, damit die Men­schen sei­nen ein­zi­gen Sohn ach­ten und anneh­men. Er tat es, weil das für alle zum Guten dient. Doch es kam anders:

Und das Licht scheint in der Fins­ter­nis, und die Fins­ter­nis hat es nicht erfasst … Das war das wahr­haf­ti­ge Licht, das, in die Welt kom­mend, jeden Men­schen erleuch­tet. Er war in der Welt, und die Welt wur­de durch ihn, und die Welt kann­te ihn nicht. Er kam in das Sei­ne, und die Sei­nen nah­men ihn nicht an. (Johan­nes 1,5.9–11)

Auf die­se schmerz­li­che Mög­lich­keit hat auch Jesus in sei­nem oben erwähn­ten Gleich­nis hin­ge­wie­sen: Wehe euch, wenn ihr den Sohn tötet, denn dann wird euch der Wein­berg genom­men, und ihr wer­det umkommen …

Das drückt auch der schmerz­er­füll­te Seuf­zer Jesu aus, als er wegen Jeru­sa­lem weinte:

Und als er sich näher­te und die Stadt sah, wein­te er über sie und sprach: Wenn auch du an die­sem Tag erkannt hät­test, was zum Frie­den dient! Jetzt aber ist es vor dei­nen Augen ver­bor­gen. Denn Tage wer­den über dich kom­men, da wer­den dei­ne Fein­de einen Wall um dich auf­schüt­ten und dich umzin­geln und dich von allen Sei­ten ein­engen; und sie wer­den dich und dei­ne Kin­der in dir zu Boden wer­fen und wer­den in dir nicht einen Stein auf dem ande­ren las­sen, dafür, dass du die Zeit dei­ner Heim­su­chung nicht erkannt hast. (Lukas 19,41–44)

Jeru­sa­lem, Jeru­sa­lem, das da tötet die Pro­phe­ten und stei­nigt, die zu ihm gesandt sind! Wie oft habe ich dei­ne Kin­der ver­sam­meln wol­len wie eine Hen­ne ihre Brut unter die Flü­gel, und ihr habt nicht gewollt! Sie­he, euer Haus wird euch über­las­sen. Ich sage euch aber: Ihr wer­det mich nicht sehen, bis es geschieht, dass ihr sprecht: „Geprie­sen sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ (Lukas 13,34–35)

Wie oft woll­te ich das, was euch zum Frie­den, zum Heil dient, aber ihr habt nicht gewollt!

Hier hat sich die Ein­la­dung zur Hoch­zeit zur Trau­er gewan­delt. Der Bräu­ti­gam wur­de getö­tet. Man könn­te mei­nen, dass wir hier schon an der Gren­ze der Lie­be und Geduld Got­tes ange­langt wären. Eine grö­ße­re Unge­rech­tig­keit und Bos­heit kann in der Welt nicht gesche­hen, als den töten, der nie­mals Böses getan hat. Er kam, um in der Selbst­er­nied­ri­gung zu die­nen, um uns aus der Fins­ter­nis, aus dem Todes­schat­ten zum ewi­gen Leben zu führen!

Auf Gol­go­tha ist der Höhe­punkt des Kon­flik­tes zwi­schen Gott und dem Menschen.

Jesus Chris­tus, der Mensch gewor­de­ne Gott, trägt in sei­nem kur­zen irdi­schen Leben die Zei­chen der die gan­ze Welt­ge­schich­te durch­zie­hen­den Aus­ein­an­der­set­zung. Es ist die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem sich von Gott abwen­den­den, auf sich bezo­ge­nen Geschöpf und dem Schöp­fer, der um sei­ne Geschöp­fe kämpft. Am Kreuz begeg­nen die Sün­de und die Unge­rech­tig­keit am deut­lichs­ten der Gerech­tig­keit und der Lie­be. Das Leben Jesu war die Ein­la­dung, das Kreuz war die Ant­wort des Menschen.

5 Unbe­sieg­ba­re Lie­be: die Auf­er­ste­hung Jesu

Jesus war tot und alle Hoff­nun­gen schie­nen zer­stört zu sein. Was kommt nun?

Das am Mor­gen des drit­ten Tages auf­leuch­ten­de Licht gibt die Ant­wort. Jesus ist auferstanden!

Was sucht ihr den Leben­den unter den Toten? Er ist nicht hier, son­dern ist auf­er­weckt wor­den. (Lukas 24,5b-6a)

Das ist Got­tes Ant­wort, der die Frucht mensch­li­cher Bos­heit – das Kreuz – mit sei­ner Lie­be zum Werk­zeug der Erlö­sung gemacht hat.

… so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den, denen, die an sei­nen Namen glau­ben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Wil­len des Flei­sches, auch nicht aus dem Wil­len des Man­nes, son­dern aus Gott gebo­ren sind. Und das Wort wur­de Fleisch und wohn­te unter uns, und wir haben sei­ne Herr­lich­keit ange­schaut, eine Herr­lich­keit als eines Ein­ge­bo­re­nen vom Vater, vol­ler Gna­de und Wahr­heit. (Johan­nes 1,12–14)

So wur­de Jesu gehor­sa­mes, hin­ga­be­vol­les Leben zum über Gol­go­tha füh­ren­den Weg zum Heil.

Jeder, der ihn als sei­nen Herrn bezeich­net, muss die­sen Weg gehen. Wir müs­sen jeden Tag das Kreuz auf uns neh­men, denn dazu sind wir beru­fen, dass wir, wenn wir mit ihm lei­den, auch mit ihm ver­herr­licht wer­den (ver­glei­che Römer 8,17–18).

Er soll unser Leben umge­stal­ten, uns fähig machen, ihm bei sei­ner Ankunft vor­be­rei­tet zu begegnen.

6 Die Ent­ste­hung der Gemeinde

Die Frucht der Auf­er­ste­hung ist die Gemeinde,

… die sein Leib ist, die Fül­le des­sen, der alles in allen erfüllt.  (Ephe­ser 1,23)

Das Ziel der Erlö­sung ist nicht nur die Wie­der­her­stel­lung der Bezie­hung jedes ein­zel­nen Men­schen mit Gott. Gott will nicht, dass jeder allein und auf sich gestellt kämpft. Die Frucht der Erlö­sung ist die Gemein­de, in der Got­tes Lie­be die Erlös­ten unter­ein­an­der und in Gemein­schaft mit Chris­tus zu einem Leib formt. Die­se Gemein­de ist die sicht­ba­re Gemein­schaft derer, in deren Leben Got­tes hei­li­gen­des Wir­ken sicht­bar ist. Des­halb ist die Gemein­de ein sicht­ba­res Zei­chen für die Welt, wie die Stadt auf dem Berg, die Lam­pe auf dem Leuch­ter (Mat­thä­us 5.13–16).

Die Gemein­de wan­dert vor­wärts in der Geschich­te, in stän­di­gem Kampf um Hei­li­gung und bereit, vom Bräu­ti­gam, wenn er kommt, makel­los gefun­den zu werden:

… wie auch der Chris­tus die Gemein­de geliebt und sich selbst für sie hin­ge­ge­ben hat, um sie zu hei­li­gen, sie rei­ni­gend durch das Was­ser­bad im Wort, damit er die Gemein­de sich selbst ver­herr­licht dar­stell­te, die nicht Fle­cken oder Run­zel oder etwas der­glei­chen habe, son­dern dass sie hei­lig und tadel­los sei. (Ephe­ser 5,25b-27)

Und ich sah einen neu­en Him­mel und eine neue Erde; denn der ers­te Him­mel und die ers­te Erde waren ver­gan­gen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die hei­li­ge Stadt, das neue Jeru­sa­lem, aus dem Him­mel von Gott her­ab­kom­men, berei­tet wie eine für ihren Mann geschmück­te Braut. Und ich hör­te eine lau­te Stim­me vom Thron her sagen: Sie­he, das Zelt Got­tes bei den Men­schen! Und er wird bei ihnen woh­nen, und sie wer­den sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und er wird jede Trä­ne von ihren Augen abwi­schen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trau­er noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Ers­te ist ver­gan­gen. Und der, wel­cher auf dem Thron saß, sprach: Sie­he, ich mache alles neu. Und er spricht: Schrei­be! Denn die­se Wor­te sind gewiss und wahr­haf­tig. Und er sprach zu mir: Es ist gesche­hen. Ich bin das Alpha und das Ome­ga, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürs­ten­den aus der Quel­le des Was­sers des Lebens geben umsonst. Wer über­win­det, wird dies erben, und ich wer­de ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein. (Offen­ba­rung 21,1–7)

Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spre­che: Komm! Und wen dürs­tet, der kom­me! Wer da will, neh­me das Was­ser des Lebens umsonst! (Offen­ba­rung 22,17)