Wer sind wir?


Oft wer­den wir gefragt, wer wir sind, und es wird die Bezeich­nung einer bestimm­ten christ­li­chen Grup­pie­rung oder einer reli­giö­sen Orga­ni­sa­ti­on erwar­tet. Da wir kei­ne Orga­ni­sa­ti­on sind und sein wol­len, kön­nen wir uns auch nicht mit einem bestimm­ten Namen vorstellen.

Auch die Jün­ger Jesu haben sich kei­ne bestimm­te Bezeich­nung gege­ben, son­dern wur­den an ihrer Bot­schaft und an ihrem Leben als sol­che erkannt. Spä­ter wur­den sie Chris­ten genannt (Apos­tel­ge­schich­te 11,26), weil sie Jesus als den Chris­tus, den von Gott gekom­me­nen Ret­ter für uns Men­schen bekannten.

So sind auch wir Chris­ten, Jün­ger Jesu. Wir wol­len dem Vor­bild der ers­ten Chris­ten fol­gen und in unse­rem Leben umset­zen, was wir in der Bibel lesen. Wir gehö­ren kei­ner Kon­fes­si­on oder sons­ti­gen Orga­ni­sa­ti­on an. Uns ver­bin­det, dass jeder ein­zel­ne von uns Jesus, unse­rem Herrn und Gott (Johan­nes 20,28), fol­gen will.

Wir sehen die Bibel als ein­zi­ge Grund­la­ge für die christ­li­che Leh­re. Dar­um kom­men wir jeden Tag zusam­men, um gemein­sam über das Wort Got­tes nach­zu­den­ken. Wir wol­len die Bibel als Auto­ri­tät für Glau­bens­in­hal­te und das prak­ti­sche Leben ernst neh­men und dabei den Inhalt der Tex­te in ihrem geschicht­li­chen und lite­ra­ri­schen Umfeld erfas­sen. Wir sind uns des­sen bewusst, dass wir nur durch die Hil­fe des Hei­li­gen Geis­tes die Bibel rich­tig ver­ste­hen können.

Wir stim­men inhalt­lich mit den Glau­bens­be­kennt­nis­sen der ers­ten Jahr­hun­der­te über­ein. Damit mei­nen wir ins­be­son­de­re das Apos­to­li­sche, das Nizäno‐Konstantinopolitanische und das Atha­na­si­sche Glau­bens­be­kennt­nis. Unse­rer Mei­nung nach ste­hen sie im Ein­klang mit der Leh­re der Bibel. Die­se Glau­bens­be­kennt­nis­se schöp­fen aus den Quel­len des frü­hen Chris­ten­tums. Gleich­zei­tig sind wir uns der Umstän­de ihrer Ent­ste­hung und des historisch‐politischen Hin­ter­grunds bewusst, mit dem wir uns nicht iden­ti­fi­zie­ren. Dies gilt ins­be­son­de­re für die Schaf­fung einer Staats­re­li­gi­on, ihre Säku­la­ri­sie­rung und das for­ma­le reli­giö­se Leben anstel­le eines ein­fa­chen und auf­rich­ti­gen christ­li­chen Lebens.

Der Glau­be ist für uns eine Wirk­lich­keit, die alle Berei­che unse­res Lebens erfüllt. Aus die­sem Grund über­neh­men wir gemein­sam Ver­ant­wor­tung für unse­ren Glau­ben, der den Hei­li­gen ein für alle Mal über­lie­fert wur­de (Judas 3). Die Tex­te auf unse­rer Web­site sind die Früch­te der gemein­sa­men Arbeit vie­ler Brü­der und Schwestern.

Wir leh­nen hier­ar­chi­sche Struk­tu­ren ab, da sie im Wider­spruch zum Wort Got­tes und zur Bru­der­lie­be ste­hen. Wir sind davon über­zeugt, dass die von Gott gewoll­te Ein­heit der Chris­ten nicht das Ergeb­nis mensch­li­cher Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren sein kann, son­dern aus dem Gehor­sam der Hei­li­gen Schrift gegen­über erwächst. Wir sind eins, weil jeder Ein­zel­ne in sei­nem Den­ken und Han­deln nicht mehr den eige­nen Vor­stel­lun­gen fol­gen will, son­dern dem, was Gott für alle erkenn­bar in der Bibel geof­fen­bart hat.

Der­zeit ken­nen wir Chris­ten in eini­gen weni­gen Län­dern, freu­en uns aber, auch unse­re Brü­der und Schwes­tern in ande­ren Län­dern ken­nen­zu­ler­nen. Es wäre ein Ver­stoß gegen die Bru­der­lie­be, wenn Chris­ten neben­ein­an­der leb­ten, ohne sich umein­an­der zu küm­mern. Im 1. Johan­nes­brief schrieb der Apostel:

Wir wis­sen, daß wir aus dem Tod in das Leben hin­über­ge­gan­gen sind, weil wir die Brü­der lie­ben; wer nicht liebt, bleibt im Tod. […] Hier­an haben wir die Lie­be erkannt, daß er für uns sein Leben hin­ge­ge­ben hat; auch wir sind schul­dig, für die Brü­der das Leben hin­zu­ge­ben. (1. Johan­nes 3,14.16)



Es geschah ihnen aber, daß sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und daß die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden. (Apostelgeschichte 11:26)

Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! (Johannes 20:28)

Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen. (Judas 3)