Hei­lun­gen im Namen Jesu – sind sie immer echt?

Vie­le cha­ris­ma­ti­sche und pfingst­le­ri­sche Gemein­den ver­an­stal­ten Hei­lungs­evan­ge­li­sa­tio­nen und spre­chen oft von Wun­dern und über­na­tür­li­chen Hei­lun­gen. Soge­nann­te Hei­ler und Pas­to­ren behaup­ten, sie hät­ten eine beson­de­re Gabe und könn­ten im Namen Jesu hei­len oder sogar Tote auf­er­we­cken. Was sagt die Bibel über Zei­chen und Wun­der, die im Namen Jesu geschehen?

Die Silhouette eines Mannes bei Sonnenuntergang, der seine Krücken zum Himmel erhebt.

Wie kön­nen wir wis­sen, ob ein Wun­der von Gott kommt?

Bevor wir uns von Ver­hei­ßun­gen von Hei­lern, den Zeug­nis­sen geheil­ter Men­schen oder von Wun­dern, die wir selbst gese­hen haben, beein­dru­cken las­sen, sol­len wir uns die War­nun­gen in der Bibel über Wun­der und Zei­chen vor Augen füh­ren. Die­se War­nun­gen mah­nen zur Vor­sicht und dazu, kei­ne vor­ei­li­gen Schlüs­se zu zie­hen – zum Bei­spiel, dass der­je­ni­ge, der hei­len kann, ein Mann Got­tes sein muss.

Das gan­ze Wort, das ich euch gebie­te, das sollt ihr bewah­ren, um es zu tun. Du sollst zu ihm nichts hin­zu­fü­gen und nichts von ihm weg­neh­men. Wenn in dei­ner Mit­te ein Pro­phet auf­steht oder einer, der Träu­me hat, und er gibt dir ein Zei­chen oder ein Wun­der, und das Zei­chen oder das Wun­der trifft ein, von dem er zu dir gere­det hat, indem er sag­te: »Lass uns ande­ren Göt­tern — die du nicht gekannt hast — nach­lau­fen und ihnen die­nen!«, dann sollst du nicht auf die Wor­te die­ses Pro­phe­ten hören oder auf den, der die Träu­me hat. Denn der HERR, euer Gott, prüft euch, um zu erken­nen, ob ihr den HERRN, euren Gott, mit eurem gan­zen Her­zen und mit eurer gan­zen See­le liebt. Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr nach­fol­gen, und ihn sollt ihr fürch­ten. Sei­ne Gebo­te sollt ihr hal­ten und sei­ner Stim­me gehor­chen; ihm sollt ihr die­nen und ihm anhän­gen. Und jener Pro­phet oder der, der die Träu­me hat, soll getö­tet wer­den. Denn er hat Abfall vom HERRN, eurem Gott, gepre­digt, der euch aus dem Land Ägyp­ten her­aus­ge­führt und dich erlöst hat aus dem Skla­ven­haus, um dich abzu­brin­gen von dem Weg, auf dem zu gehen der HERR, dein Gott, dir gebo­ten hat. Und du sollst das Böse aus dei­ner Mit­te weg­schaf­fen. (5. Mose 13,1–6)

Selbst wenn ein Zei­chen oder Wun­der geschieht, müs­sen wir die Leh­re der Per­son prü­fen. Kein Pre­di­ger wür­de heu­te sagen: „Folgt ande­ren Göt­tern!“ Wenn er jedoch Din­ge lehrt, die den Wor­ten Jesu und der Apos­tel wider­spre­chen, soll­te er als Ver­füh­rer betrach­tet wer­den, der ver­sucht, „euch von dem Weg abzu­brin­gen, den der Herr, euer Gott, euch gebo­ten hat“. Für Nicht­ka­tho­li­ken könn­ten die Wun­der und Hei­lun­gen an Wall­fahrts­or­ten wie Med­jug­or­je, Fati­ma oder Lour­des, die Maria zuge­schrie­ben wer­den, ein deut­li­ches Bei­spiel sein, wo „Maria“ in einer offen­kun­dig unbi­bli­schen Wei­se ver­ehrt wird.

Aber auch die Wor­te und Leh­ren pfingst­le­ri­scher oder cha­ris­ma­ti­scher Pre­di­ger und Hei­ler müs­sen geprüft wer­den. Die oben zitier­te Stel­le aus 5. Mose zeigt, dass es auf die ver­kün­dig­te Bot­schaft und Leh­re ankommt. Die­se sind vor Gott ent­schei­dend und füh­ren bei den Hörern zu einem gott­ge­fäl­li­gen Lebenswandel.

Wor­an kann man fal­sche Pro­phe­ten erkennen?

Hütet euch vor den fal­schen Pro­phe­ten, die in Schaf­s­klei­dern zu euch kom­men! Inwen­dig aber sind sie rei­ßen­de Wöl­fe. An ihren Früch­ten wer­det ihr sie erken­nen. Liest man etwa von Dor­nen Trau­ben oder von Dis­teln Fei­gen? […] Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird in das Reich der Him­mel hin­ein­kom­men, son­dern wer den Wil­len mei­nes Vaters tut, der in den Him­meln ist. Vie­le wer­den an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch dei­nen Namen geweis­sagt und durch dei­nen Namen Dämo­nen aus­ge­trie­ben und durch dei­nen Namen vie­le Wun­der­wer­ke getan? Und dann wer­de ich ihnen beken­nen: Ich habe euch nie­mals gekannt. Weicht von mir, ihr Übel­tä­ter! (Mat­thä­us 7,15–16.21–23)

Hier spricht Jesus über das Letz­te Gericht, wo Pre­di­ger und Pro­phe­ten, die in Jesu Namen gere­det und vie­le Wun­der voll­bracht haben, ver­su­chen, Jesus zu über­zeu­gen. Trotz­dem wer­den sie beim Letz­ten Gericht nicht gerecht gespro­chen. Jesus hat sie nie gekannt, weil sie nicht den Wil­len Got­tes getan haben. Des­halb ruft er uns dazu auf, anhand der Früch­te im Leben eines sol­chen „Hei­lers“ zu prü­fen, ob es ein rich­ti­ger oder ein fal­scher Pro­phet ist. Dies ist eine kla­re War­nung, sich nicht vor­schnell von wun­der­ba­ren Zei­chen blen­den zu lassen.

Aus dem Kon­text geht klar her­vor, dass mit den Früch­ten kei­ne Wun­der gemeint sind. Jesus bezieht sich auf das Leben und die Leh­ren der Men­schen. Berühm­te Hei­ler und Pre­di­ger sind oft dafür bekannt, in gro­ßem Luxus zu leben. Die fol­gen­den Bibel­stel­len spre­chen davon, dass sie auf das Geld aus­ge­rich­tet sind, nach Aner­ken­nung und Ruhm von Men­schen stre­ben und die Welt lieben:

Wer aber irdi­schen Besitz hat und sieht sei­nen Bru­der Man­gel lei­den und ver­schließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Lie­be Got­tes in ihm? (1. Johan­nes 3,17)

Die Gott­se­lig­keit mit Genüg­sam­keit aber ist ein gro­ßer Gewinn; denn wir haben nichts in die Welt her­ein­ge­bracht, so dass wir auch nichts hin­aus­brin­gen kön­nen. Wenn wir aber Nah­rung und Klei­dung haben, so wol­len wir uns dar­an genü­gen las­sen. Die aber reich wer­den wol­len, fal­len in Ver­su­chung und Fall­strick und in vie­le unver­nünf­ti­ge und schäd­li­che Begier­den, wel­che die Men­schen in Ver­der­ben und Unter­gang ver­sen­ken. Denn eine Wur­zel alles Bösen ist die Geld­lie­be, nach der eini­ge getrach­tet haben und von dem Glau­ben abge­irrt sind und sich selbst mit vie­len Schmer­zen durch­bohrt haben. (1. Timo­theus 6,6–10)

Wie könnt ihr glau­ben, die ihr Ehre von­ein­an­der nehmt und die Ehre, die von dem allei­ni­gen Gott ist, nicht sucht? (Johan­nes 5,44)

Und er sprach in sei­ner Leh­re: Hütet euch vor den Schrift­ge­lehr­ten, die in lan­gen Gewän­dern ein­her­ge­hen wol­len und die Begrü­ßun­gen auf den Märk­ten und die ers­ten Sit­ze in den Syn­ago­gen und die ers­ten Plät­ze bei den Gast­mäh­lern ‹lie­ben›; die die Häu­ser der Wit­wen ver­schlin­gen und zum Schein lan­ge Gebe­te hal­ten! Sie wer­den ein schwe­re­res Gericht emp­fan­gen. (Mar­kus 12,38–40)

Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Lie­be des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in der Welt ist, die Begier­de des Flei­sches und die Begier­de der Augen und der Hoch­mut des Lebens, ist nicht vom Vater, son­dern ist von der Welt. Und die Welt ver­geht und ihre Begier­de; wer aber den Wil­len Got­tes tut, bleibt in Ewig­keit. (1. Johan­nes 2,15–17)

Übli­cher­wei­se sind die­se Hei­ler so beschäf­tigt, dass ein per­sön­li­cher Kon­takt mit ihnen kaum mög­lich ist. Bei Pau­lus war das ganz anders: Er war für die Chris­ten ein gutes Vor­bild in Beschei­den­heit und Auf­rich­tig­keit. Er teil­te sein Leben mit ihnen und bemüh­te sich täg­lich um sie.

… son­dern wie wir von Gott taug­lich befun­den wor­den sind, mit dem Evan­ge­li­um betraut zu wer­den, so reden wir, nicht um Men­schen zu gefal­len, son­dern Gott, der unse­re Her­zen prüft. Denn weder sind wir jemals mit schmei­cheln­der Rede auf­ge­tre­ten, wie ihr wisst, noch mit einem Vor­wand für Hab­sucht — Gott ist Zeu­ge —, noch such­ten wir Ehre von Men­schen, weder von euch noch von ande­ren, obwohl wir als Chris­ti Apos­tel gewich­tig hät­ten auf­tre­ten kön­nen; son­dern wir sind in eurer Mit­te zart gewe­sen, wie eine stil­len­de Mut­ter ihre Kin­der pflegt. So, in Lie­be zu euch hin­ge­zo­gen, waren wir wil­lig, euch nicht allein das Evan­ge­li­um Got­tes, son­dern auch unser eige­nes Leben mit­zu­tei­len, weil ihr uns lieb gewor­den wart. Denn ihr erin­nert euch, Brü­der, an unse­re Mühe und Beschwer­de: Nacht und Tag arbei­tend, um nie­mand von euch beschwer­lich zu fal­len, haben wir euch das Evan­ge­li­um Got­tes gepre­digt. Ihr seid Zeu­gen und Gott, wie hei­lig und gerecht und unta­de­lig wir gegen euch, die Glau­ben­den, waren; wie ihr ja wisst, dass wir euch‹, und zwar› jeden Ein­zel­nen von euch, wie ein Vater sei­ne Kin­der ermahnt und getrös­tet und beschwo­ren haben, des Got­tes wür­dig zu wan­deln, der euch zu sei­nem Reich und sei­ner Herr­lich­keit beruft. (1. Thes­sa­lo­ni­cher 2,4–12)

Auch wenn das Leben sol­cher Wun­der­hei­ler oft ver­bor­gen bleibt, haben wir die Ver­ant­wor­tung, wenigs­tens ihre Leh­ren im Licht der Bibel zu prüfen.

Die Lie­be zur Wahrheit

Die­se aber waren edler als die in Thes­sa­lo­nich; sie nah­men mit aller Bereit­wil­lig­keit das Wort auf und unter­such­ten täg­lich die Schrif­ten, ob dies sich so ver­hiel­te. (Apos­tel­ge­schich­te 17,11)

Lukas, der Ver­fas­ser der Apos­tel­ge­schich­te, lobt den Eifer der Ber­ö­er, die die Leh­ren des Pau­lus auf ihre Wahr­haf­tig­keit hin prüf­ten. Das sol­len auch wir tun, bevor wir jeman­dem ver­trau­en und fol­gen. Dabei müs­sen wir sehr vor­sich­tig und gründ­lich sein. Es reicht zum Bei­spiel nicht aus, wenn jemand lehrt, dass Jesus der Sohn Got­tes und der Ret­ter der Welt ist; wir müs­sen auch prü­fen, ob er den gan­zen Wil­len Got­tes ver­kün­det, wie es der Apos­tel Pau­lus tat:

Des­halb bezeu­ge ich euch am heu­ti­gen Tag, dass ich rein bin vom Blut aller; denn ich habe nicht zurück­ge­hal­ten, euch den gan­zen Rat­schluss Got­tes zu ver­kün­di­gen. (Apos­tel­ge­schich­te 20,26–27)

Die Wun­der Jesu im Ver­gleich zu heu­ti­gen Wundern

Ver­gleicht man die Wun­der von gegen­wär­ti­gen „Hei­lern“ mit denen von Jesus, fal­len einem meh­re­re bedeu­ten­de Unter­schie­de auf:

Vor dem Hin­ter­grund der Hei­lungs­be­rich­te der Evan­ge­li­en sol­len die genann­ten Unter­schie­de hel­fen, Wun­der­hei­lun­gen von heu­te nüch­tern zu beur­tei­len (sie­he dazu den Arti­kel Sind die Wun­der Jesu glaub­wür­dig?).

Bibli­sche War­nun­gen vor Ver­füh­rung durch Zei­chen und Wunder

Im Fol­gen­den fin­dest du eini­ge war­nen­de Bibel­stel­len, die uns dazu auf­ru­fen, alles gut zu prüfen:

Denn es wer­den fal­sche Chris­tus­se und fal­sche Pro­phe­ten auf­ste­hen und wer­den gro­ße Zei­chen und Wun­der tun, um, wenn mög­lich, auch die Aus­er­wähl­ten zu ver­füh­ren. Sie­he, ich habe es euch vor­her­ge­sagt. (Mat­thä­us 24,24–25)

Und ich sah ein ande­res Tier aus der Erde auf­stei­gen; und es hat­te zwei Hör­ner gleich einem Lamm, und es rede­te wie ein Dra­che. Und die gan­ze Macht des ers­ten Tie­res übt es vor ihm aus, und es ver­an­lasst die Erde und die auf ihr woh­nen, dass sie das ers­te Tier anbe­ten, des­sen Todes­wun­de geheilt wur­de. Und es tut gro­ße Zei­chen, dass es selbst Feu­er vom Him­mel vor den Men­schen auf die Erde her­ab­kom­men lässt; und es ver­führt die, wel­che auf der Erde woh­nen, wegen der Zei­chen, die vor dem Tier zu tun ihm gege­ben wur­de, und es sagt denen, die auf der Erde woh­nen, dem Tier, das die Wun­de des Schwer­tes hat und ‹wie­der› leben­dig gewor­den ist, ein Bild zu machen. (Offen­ba­rung 13,11–14)

Der Gesetz­wid­ri­ge aber wird bei sei­ner Ankunft die Kraft des Satans haben. Er wird mit gro­ßer Macht auf­tre­ten und trü­ge­ri­sche Zei­chen und Wun­der tun. Er wird jene, die ver­lo­ren gehen, mit allen Mit­teln der Unge­rech­tig­keit täu­schen; denn sie haben sich der Lie­be zur Wahr­heit ver­schlos­sen, durch die sie geret­tet wer­den soll­ten. (2. Thes­sa­lo­ni­cher 2,9–10 – Einheitsübersetzung)

Die letz­te Stel­le zeigt nicht nur die Ver­ant­wor­tung und Schuld der Betrü­ger, son­dern auch derer, die ihnen glau­ben. Wäh­rend die Stra­fe für die Ver­füh­rer här­ter aus­fal­len wird, gibt es auch für die­je­ni­gen, die sich ver­füh­ren haben las­sen, kei­ne Entschuldigung.

Gott möch­te jedem Men­schen dabei hel­fen, das Rich­ti­ge vom Fal­schen zu unter­schei­den. Wir haben die Bibel, die uns lei­tet, wenn wir auf­rich­tig vor Gott sind und die Wahr­heit lie­ben. Die Bibel zu ken­nen und sich an sie zu hal­ten, ist der bes­te Schutz gegen Verführung.

… prüft aber alles, das Gute hal­tet fest! Von aller Art des Bösen hal­tet euch fern! (1. Thes­sa­lo­ni­cher 5,21–22)