Über den Wert der Reinheit

Wir wol­len mit die­sem Text Men­schen hel­fen, sich der Ver­ant­wor­tung bewusst zu wer­den, die sich mit dem Gebrauch der Sexua­li­tät ver­bin­det. Er soll auch dazu ermun­tern, sich dem mas­si­ven Druck zu wider­set­zen, den vor allem jun­ge Men­schen, die noch ein Emp­fin­den für den Wert der sexu­el­len Rein­heit haben, oft von Alters­ge­nos­sen oder durch die Ver­herr­li­chung des Geschlechts­trie­bes in den Medi­en erfahren.

Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge halten eine Blume.

1 Nur weni­ge Men­schen sind sich des Maß­sta­bes Got­tes bewusst

Jeder Mensch wird mit dem The­ma Sexua­li­tät kon­fron­tiert. Die wenigs­ten Men­schen aller­dings sind sich des­sen bewusst, wel­che Bedeu­tung die rich­ti­ge Aus­rich­tung gera­de auf die­sem Gebiet für die Ent­wick­lung ihres Gewis­sens und ihrer gesam­ten Per­sön­lich­keit sowie für den ach­tungs­vol­len Umgang mit Men­schen ins­be­son­de­re des ande­ren Geschlechts hat.

Wir sehen, dass sehr vie­le Men­schen, auch in der soge­nann­ten christ­li­chen Welt oder in den „Kir­chen“, in ihrem Füh­len, Den­ken, Reden und Han­deln von Got­tes Maß­stab in die­sem Bereich weit ent­fernt sind. Ein paar Bei­spie­le sol­len das ver­deut­li­chen: Ob Selbst­be­frie­di­gung Sün­de ist, ist vie­len unklar. Dass Men­schen rein in die Ehe gehen, das heißt, dass sie mit der sexu­el­len Bezie­hung war­ten, bis das Ja zuein­an­der öffent­lich besie­gelt ist, gibt es nur noch sel­ten. Sol­che Ansich­ten gel­ten als alt­mo­disch und eng­stir­nig. Por­no­gra­fie wird oft noch als schlecht oder nicht nor­mal gese­hen. Trotz­dem fin­det man auch unter „christ­li­chen“ jun­gen Män­nern weni­ge, die sol­che schmut­zi­gen und zutiefst men­schen­ver­ach­ten­den Bil­der etc. noch nicht „kon­su­miert“ haben. Über Rein­heit in der Ehe wird kaum gespro­chen. Dass man nach einer Schei­dung wie­der hei­ra­tet, ist in wei­ten Kir­chen­krei­sen nor­mal. Wel­chen Bei­trag Mäd­chen und Frau­en durch ihre äuße­re Auf­ma­chung dazu leis­ten, dass Män­ner zu unrei­nen Bli­cken und Gedan­ken ver­führt wer­den, wird so gut wie nicht thematisiert …

2 Die Hei­li­ge Schrift mahnt zur Reinheit

In der Bibel fin­den wir kla­re Ermah­nun­gen und Ermun­te­run­gen zur Rein­heit auf sexu­el­lem Gebiet. Das hohe mora­li­sche Niveau im Umgang der Geschlech­ter mit­ein­an­der, das uns dort gebo­ten ist, ist ein wich­ti­ges Kenn­zei­chen der uns von Gott gege­be­nen Offen­ba­rung sei­nes Wesens und Wil­lens und stellt einen kla­ren Unter­schied zu ande­ren Reli­gio­nen und Welt­an­schau­un­gen dar.

Ein paar Stel­len aus den neu­tes­ta­ment­li­chen Brie­fen wol­len wir ein­lei­tend zitieren:

Seid nun Nach­ah­mer Got­tes als gelieb­te Kin­der! Und wan­delt in Lie­be, wie auch der Chris­tus uns geliebt und sich selbst für uns hin­ge­ge­ben hat als Opfer­ga­be und Schlacht­op­fer, Gott zu einem duf­ten­den Wohl­ge­ruch! Unzucht aber und alle Unrein­heit oder Hab­sucht sol­len nicht ein­mal unter euch genannt wer­den, wie es Hei­li­gen geziemt; auch Unan­stän­dig­keit und alber­nes Geschwätz und Wit­ze­lei, die sich nicht gezie­men, statt­des­sen aber Dank­sa­gung. Denn dies sollt ihr wis­sen und erken­nen, dass kein Unzüch­ti­ger oder Unrei­ner oder Hab­süch­ti­ger – er ist ein Göt­zen­die­ner – ein Erb­teil hat in dem Reich Chris­ti und Got­tes. (Ephe­ser 5,1–5)

Die Ehe sei ehr­bar in allem und das Ehe­bett unbe­fleckt! Denn Unzüch­ti­ge und Ehe­bre­cher wird Gott rich­ten. (Hebrä­er 13,4)

Irrt euch nicht! Weder Unzüch­ti­ge noch Göt­zen­die­ner noch Ehe­bre­cher noch Lust­kna­ben noch Kna­ben­schän­der noch Die­be noch Hab­süch­ti­ge noch Trun­ken­bol­de noch Läs­te­rer noch Räu­ber wer­den das Reich Got­tes erben. Und das sind man­che von euch gewe­sen; aber ihr seid abge­wa­schen, aber ihr seid gehei­ligt, aber ihr seid gerecht­fer­tigt wor­den durch den Namen des Herrn Jesus Chris­tus und durch den Geist unse­res Got­tes. (1. Korin­ther 6,9–11)

Tötet nun eure Glie­der, die auf der Erde sind: Unzucht, Unrein­heit, Lei­den­schaft, böse Begier­de und Hab­sucht, die Göt­zen­dienst ist! Um die­ser Din­ge wil­len kommt der Zorn Got­tes über die Söh­ne des Unge­hor­sams. (Kolos­ser 3,5+6)

Es ist bemer­kens­wert, dass Unzucht und Unrein­heit in der Schrift oft in einem Atem­zug mit der Hab­sucht genannt wer­den. Auch in Ephe­ser 4,17–20 wird die­se Ver­bin­dung deut­lich (zitiert nach der Herder‐Übersetzung):

So sage ich denn und beschwö­re euch im Herrn: Wan­delt nicht mehr so, wie die Hei­den wan­deln in ihrem ver­kehr­ten Sinn. Sie sind in ihrem Den­ken ver­fins­tert, dem Leben Got­tes ent­frem­det, weil Unwis­sen­heit in ihnen herrscht, weil ihr Herz ver­stockt ist. Abge­stumpft, haben sie sich der Aus­schwei­fung erge­ben, um jede Art von Unrein­heit zu ver­üben aus Hab­sucht. Ihr aber habt so etwas nicht von Chris­tus gelernt …

Die Bibel stellt den ego­is­ti­schen und hab­gie­ri­gen Cha­rak­ter die­ser Art von Sün­den klar ins Licht und macht damit auch deut­lich, wie sehr sie dem selbst­lo­sen Wesen der Lie­be wider­spre­chen und zer­stö­re­risch auf die Lie­bes­fä­hig­keit im Men­schen wirken.

3 Lie­be

Für man­che mag es selt­sam klin­gen, aber Lie­be und Sexua­li­tät sind nicht iden­tisch. Sexua­li­tät ist nur der geschlecht­li­che Teil der Bezie­hung zwi­schen Mann und Frau, und soll e i n Aus­druck ihrer Lie­be zuein­an­der sein. Sexua­li­tät kann auch ohne Lie­be “funk­tio­nie­ren“, aber Gott woll­te das nicht so. Dass Men­schen oft­mals sexu­el­le Befrie­di­gung mei­nen, wenn sie von Lie­be spre­chen, ist ein trau­ri­ges Indiz für den Ver­lust höhe­rer Werte.

Ein paar Ver­se von Pau­lus mögen einen Ein­blick geben in das, was die Lie­be kenn­zeich­nen soll:

Die Lie­be ist lang­mü­tig, die Lie­be ist gütig, sie nei­det nicht, die Lie­be tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unan­stän­dig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbit­tern, sie rech­net Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Unge­rech­tig­keit; son­dern sie freut sich mit der Wahr­heit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erdul­det alles. (1. Korin­ther 13,4–7)

Lie­be sucht das Bes­te für den ande­ren, auch wenn man dafür Schwe­res auf sich neh­men muss. Lie­be ist nicht ego­is­tisch und erwar­tet nicht die Erfül­lung der eige­nen Wün­sche und Vor­stel­lun­gen. Lie­be will den ande­ren bewah­ren vor all dem, was sei­ne Lie­bens­wür­dig­keit und Ehr­bar­keit zer­stört. Des­halb kann Lie­be auch mit Stren­ge gegen ande­re ver­bun­den sein, vor allem aber auch mit Stren­ge gegen die eige­ne Selbst­sucht und Eitel­keit. Lie­be nimmt den ande­ren nicht in Besitz, son­dern ach­tet sei­ne Frei­heit und sei­ne Ver­ant­wort­lich­keit vor Gott, dem Schöp­fer. Weil Lie­be selbst­los ist, wird sie nicht zu Bit­ter­keit, wenn der ande­re die Lie­be nicht beant­wor­tet oder sie missachtet.

4 Vie­le Men­schen ver­wech­seln Lie­be mit Verliebtsein

… einem emo­tio­na­len Höhen­flug, der leicht in einem tie­fen Absturz enden kann. Die­ser Gefühls­rausch ent­steht oft­mals dadurch, dass Men­schen sich gegen­sei­tig zum Mit­tel­punkt ihres Lebens machen und so im Leben des ande­ren den Platz ein­neh­men, der Gott gebührt. Vie­le suchen – bewusst oder unbe­wusst – ihren Selbst­wert dar­in, wie begeh­rens­wert sie für Men­schen des ande­ren Geschlechts sind. Wenn so eine Bezie­hung in die Brü­che geht, ist die Ent‐Täuschung groß. Die Kon­fron­ta­ti­on mit der Rea­li­tät – dass jemand doch nicht so wich­tig ist für den ande­ren – kön­nen vie­le sehr schwer ertra­gen und führt bis hin zur Ver­zweif­lung am Leben.

Aber auch da, wo Ehe­part­ner sich ihr Leben lang treu sind, wird der Tod sie irgend­wann schei­den. Spä­tes­tens an die­sem Punkt wird klar, dass wir unser Lebens­glück nicht auf Men­schen auf­bau­en dür­fen, die wir mit Sicher­heit irgend­wann ver­lie­ren werden.
Nur wer in Got­tes Lie­be gebor­gen ist, wird vor der Ver­zweif­lung bewahrt blei­ben, die sich für vie­le mit den eben genann­ten Lebens­si­tua­tio­nen ver­bin­det. Die Gebor­gen­heit in Gott bewahrt uns auch davor, part­ner­schaft­li­che Bezie­hun­gen im Wesent­li­chen auf ver­än­der­li­che Gefüh­le auf­zu­bau­en. Sicher gehö­ren sie zu einem gewis­sen Aus­maß dazu, aber lebens­lan­ge Treue braucht nüch­ter­ne, selbst­lo­se Lie­be. Sie drückt sich aus in der Bereit­schaft, sich selbst mit sei­nen eige­nen Vor­stel­lun­gen, Wün­schen und Gefüh­len zurück­zu­stel­len, eine die­nen­de Gesin­nung ein­an­der gegen­über zu haben und mit‐ und für­ein­an­der den Wil­len Got­tes zu suchen.

Jun­gen Men­schen fehlt meist die Rei­fe, sol­che gefühls­mä­ßi­gen Anzie­hungs­kräf­te des Ver­liebt­seins rich­tig ein­zu­ord­nen und sie schlit­tern sehr schnell in eine sexu­el­le Bezie­hung hin­ein. Noch ehe das Bewusst­sein dafür ent­ste­hen kann, dass die Sexua­li­tät etwas eben­so Ver­ant­wor­tungs­vol­les wie Wert­vol­les ist, wird schon der Boden dafür zer­stört. Denn der Gebrauch der Sexua­li­tät zur Lust­be­frie­di­gung nährt den eige­nen uner­sätt­li­chen Ego­is­mus und treibt den Men­schen in eine ver­häng­nis­vol­le Abhän­gig­keit vom sexu­el­len Gefühls­rausch. Mit Bezie­hung hat das letzt­lich nicht mehr viel zu tun, denn eine Bezie­hung besteht aus dem Ausgerichtet‐sein auf den ande­ren, auf sein Bes­tes, auf das, was ihm wirk­lich dient. Gera­de die­se Fähig­keit zu lie­ben, den ande­ren zu ach­ten, ihm als Men­schen und nicht als Geschlechts­we­sen zu begeg­nen, wird so mehr und mehr zerstört.
Geför­dert wird das schon früh­zei­ti­ge Suchen nach der­ar­ti­gen Erleb­nis­sen auch durch den hemmungs‐ und scham­lo­sen Umgang mit die­sem The­ma in den Medi­en. Unrei­ne, anzüg­li­che oder zwei­deu­ti­ge Dar­stel­lun­gen, Tex­te und Wer­be­slo­gans sind lei­der in unse­rer Umwelt allgegenwärtig.

Grund­la­ge sol­cher Art von Bezie­hun­gen ist häu­fig der äuße­re Schein eines Men­schen. Man „liebt“ den Kör­per, die schö­ne Außen­sei­te, ohne das inne­re Wesen des ande­ren wirk­lich zu ken­nen. Ent­spre­chend stark ist die Kon­zen­tra­ti­on nicht nur jun­ger Men­schen auf die Pfle­ge der Fas­sa­de, anstatt an der Schön­heit des Cha­rak­ters und der See­le zu arbei­ten und ein gefes­tig­ter Mensch zu wer­den, der über sei­ne Trie­be zu herr­schen ver­mag, statt davon beherrscht zu wer­den.  In die­sen Zusam­men­hang gehört auch die oft­mals scham­lo­se Kleider‐Mode, die dar­auf abzielt, den Kör­per als beson­ders „begeh­rens­wert“ zu prä­sen­tie­ren und die Gedan­ken des ande­ren Geschlechts in eine unrei­ne Rich­tung zu len­ken. Wo Men­schen auf den Tri­umph ihres Äuße­ren ange­wie­sen sind, offen­ba­ren sie ihre inne­re Armut und Leere.

Was die gott­ge­woll­te Schön­heit der Frau­en sein soll, kann eine Stel­le aus dem Neu­en Tes­ta­ment deut­lich machen:

Eben­so ihr Frau­en, ord­net euch den eige­nen Män­nern unter, damit sie, wenn auch eini­ge dem Wort nicht gehor­chen, ohne Wort durch den Wan­del der Frau­en gewon­nen wer­den, indem sie euren in Furcht rei­nen Wan­del ange­schaut haben! Euer Schmuck sei nicht der äußer­li­che durch Flech­ten der Haa­re und Umhän­gen von Gold oder Anzie­hen von Klei­dern, son­dern der ver­bor­ge­ne Mensch des Her­zens im unver­gäng­li­chen Schmuck des sanf­ten und stil­len Geis­tes, der vor Gott sehr köst­lich ist. (1. Petrus 3,1–4)

5 Sexua­li­tät

Gott hat dem Men­schen die Sexua­li­tät gege­ben, damit Mann und Frau der selbst­lo­sen und sich ver­schen­ken­den Lie­be zwi­schen ihnen Aus­druck ver­lei­hen kön­nen durch die Wei­ter­ga­be des Geschenks des Lebens an ihre Nach­kom­men. Es ent­spricht der Wür­de des Men­schen, sich zu bewah­ren für das gro­ße Ver­trau­en der geschlecht­li­chen Ver­ei­ni­gung in einer ehe­li­chen Bezie­hung, wo der Mensch einem Part­ner gehört und sonst kei­nem. Die­se Bezie­hung muss von dem Wunsch und der Ver­pflich­tung zu lebens­lan­ger Treue, Für­sor­ge und Ver­ant­wort­lich­keit getra­gen sein.

Gera­de die­se höhe­ren Wer­te sind es, die der Sexua­li­tät die gott­ge­woll­te Wür­de geben und die in so vie­len Bezie­hun­gen feh­len. Wir sehen das Resul­tat in der hohen Anzahl an Ehe­schei­dun­gen und allein­er­zie­hen­den Eltern.

6 Part­ner­schaft ohne Verbindlichkeit?

Ganz nor­mal ist es heu­te, dass jun­ge Men­schen part­ner­schaft­li­che Bezie­hun­gen ein­ge­hen, ohne zu heiraten.

Wenn Mann und Frau zusam­men­le­ben wol­len, ohne das öffent­li­che Bekennt­nis einer Ehe­schlie­ßung, stellt das die Lie­be, die unbe­ding­te Bereit­schaft zu Treue und Ver­ant­wort­lich­keit, infra­ge. In einer Bezie­hung, wo man den ande­ren erst ein­mal „aus­pro­bie­ren“ will, kann kein tie­fes Ver­trau­en ent­ste­hen, weil es eine Aus­rich­tung auf die Erfül­lung der eige­nen Erwar­tun­gen offen­bart, anstatt auf den Wunsch zu die­nen und zu schen­ken. Alles steht unter dem Vor­zei­chen, dass man auch leicht wie­der aus­ein­an­der­ge­hen kann, wenn es nicht „funk­tio­niert“.

Vie­le wol­len die Lust, aber nicht die Ver­ant­wor­tung. Sie wol­len „erwach­sen“ sein, aber die Kon­se­quen­zen ihres Han­delns nicht tra­gen. Sie wol­len das sexu­el­le Erleb­nis, wol­len aber das Leben nicht wei­ter­ge­ben. An die­ser Stel­le wird die miss­brauch­te Sexua­li­tät zutiefst lebens­feind­lich. Vie­le grei­fen im Fall einer Schwan­ger­schaft zur töd­li­chen Lösung der Abtrei­bung. Lei­der führt selbst die Tat­sa­che der vie­len getö­te­ten unge­bo­re­nen Kin­der bei fast nie­man­dem zu der Ein­sicht, dass ein grund­sätz­li­ches Umden­ken hin­sicht­lich des Umgangs mit der Sexua­li­tät not­wen­dig wäre.

Die Anti­ba­by­pil­le scheint eine harm­lo­se Lösungs­va­ri­an­te zu sein und ist bei jun­gen Frau­en eben­so üblich wie vor­ehe­li­che sexu­el­le Bezie­hun­gen. Aller­dings wer­den vie­le nicht dar­über auf­ge­klärt, wel­che schwer­wie­gen­den gesund­heit­li­chen Fol­gen sie für die Frau mit sich brin­gen kann (ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen las­sen sich leicht fin­den). Noch schwe­rer wiegt aber die Tat­sa­che, dass auch die Anti­ba­by­pil­le abtrei­bend wirkt. Sie soll näm­lich nicht nur einer Schwan­ger­schaft „vor­beu­gen“, son­dern hin­dert auch im Fal­le einer Befruch­tung die befruch­te­te Eizel­le, den gera­de erst ent­stan­de­nen Men­schen, dar­an, in der Gebär­mut­ter sei­nen ers­ten über­le­bens­not­wen­di­gen Unter­schlupf zu fin­den – und er stirbt.[1]

Die Ach­tung vor der Schöp­fungs­ord­nung Got­tes, die Ach­tung vor dem ande­ren Men­schen und die Ach­tung vor dem Leben selbst ver­pflich­ten uns also zu höchs­ter Ver­ant­wort­lich­keit in der sexu­el­len Fra­ge. Denn die part­ner­schaft­li­che Bezie­hung dient der Wei­ter­ga­be des Wun­ders des Lebens und ehe der Mensch fähig ist, die Ver­ant­wor­tung für eine Fami­lie zu tra­gen, muss er sich selbst erst erzie­hen. Kenn­zei­chen eines rei­fen Men­schen ist unter ande­rem die Herr­schaft über die eige­nen Trie­be. Des­halb ist es von gro­ßer Wich­tig­keit für jeden her­an­wach­sen­den Men­schen, streng zu sein gegen das eige­ne geschlecht­li­che Begeh­ren, um den Geschlechts­trieb an sei­nen rech­ten Platz inner­halb einer ehe­li­chen Bezie­hung zu verweisen.

7 Ent­halt­sam­keit

An die­ser Stel­le soll auch erwähnt wer­den, dass sowohl Jesus als auch Pau­lus nicht nur über die Lebens­form der Ehe spra­chen, son­dern die Ehe­lo­sig­keit sogar emp­foh­len haben:

Sei­ne Jün­ger sagen zu ihm: Wenn die Sache des Man­nes mit der Frau so steht, so ist es nicht rat­sam zu hei­ra­ten. Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fas­sen die­ses Wort, son­dern die, denen es gege­ben ist; denn es gibt Ver­schnit­te­ne[2], die von Mut­ter­leib so gebo­ren sind; und es gibt Ver­schnit­te­ne, die von den Men­schen ver­schnit­ten wor­den sind; und es gibt Ver­schnit­te­ne, die sich selbst ver­schnit­ten haben um des Rei­ches der Him­mel wil­len. Wer es fas­sen kann, der fas­se es. (Mat­thä­us 19,10–12)

Aus früh­christ­li­chen Schrif­ten wis­sen wir, dass sich damals vie­le Gläu­bi­ge für die Ehe­lo­sig­keit um des Him­mel­rei­ches wil­len – und damit für ein Leben in Ent­halt­sam­keit –  ent­schie­den haben (was aller­dings nicht mit dem vor­ge­schrie­be­nen Zöli­bat für Ordens­leu­te und Pries­ter in der Katho­li­schen Kir­che ver­gleich­bar ist). Im Gegen­satz dazu steht in der heu­ti­gen reli­giö­sen Welt das Ehe­glück als der höchs­te Segen Got­tes bei vie­len Men­schen im Mit­tel­punkt. Die Mög­lich­keit einer Ent­schei­dung zur Ehe­lo­sig­keit wird in aller Regel nicht in Betracht gezogen.

Was Pau­lus dazu schreibt, ist im 1. Korin­ther­brief Kapi­tel 7,17–38 nach­zu­le­sen und ist für gläu­bi­ge Men­schen heu­te eben­so wert­voll und aktu­ell wie damals.

8 Der Schatz eines rei­nen Herzens

Wenn wir als Chris­ten von Rein­heit spre­chen, beschränkt sich das nicht nur auf das Gebiet der Geschlecht­lich­keit. Unser Stre­ben nach Rein­heit bezieht sich auf alles, was uns aus­macht: die Gefühls‐ und Gedan­ken­welt, Gesin­nun­gen und Moti­va­tio­nen, Bezie­hun­gen, Wor­te und Taten.

Jesus preist die­je­ni­gen glück­lich, die ein rei­nes Herz haben, denn ein rei­nes Herz gewährt dem Men­schen Zugang zu Gott, der selbst ganz Licht ist (1. Johan­nes­brief 1,5).

Glück­se­lig, die rei­nen Her­zens sind, denn sie wer­den Gott schau­en. (Mat­thä­us 5,8)

Auch die Gläu­bi­gen im Alten Tes­ta­ment wuss­ten schon darum:

Wer darf hin­auf­stei­gen auf den Berg des HERRN und wer darf ste­hen an sei­ner hei­li­gen Stät­te? Der unschul­di­ge Hän­de und ein rei­nes Herz hat, der sei­ne See­le nicht auf Fal­sches rich­tet und nicht schwört zum Betrug. (Psalm 24,3+4)

Für die Juden war das Herz der Sitz der Gedan­ken, Moti­ve und Ent­schei­dun­gen. In unse­rem inne­ren Wesen also, in dem was nach außen unsicht­bar ist, soll alles hell, klar und rein sein, denn Gott sieht das Herz an.

Ein rei­nes Herz ist auf­rich­tig, frei von hin­ter­grün­di­gen, selbst­süch­ti­gen Moti­ven. Es will in Schlicht­heit und Demut die­nen und wird scheu zurück­wei­chen vor allem, was nicht ehr­bar ist. Es ist besorgt um ein rei­nes Gewis­sen und schielt nicht neu­gie­rig nach den Ver­lo­ckun­gen der Welt. Es ruht in Gott, voll Ver­trau­en, dass er das Nöti­ge schenkt.

Die Lie­be, zu der Gott uns füh­ren möch­te, soll auch von die­sen Eigen­schaf­ten gekenn­zeich­net sein:

Das End­ziel der Wei­sung aber ist Lie­be aus rei­nem Her­zen und gutem Gewis­sen und unge­heu­chel­tem Glau­ben. (1. Timo­theus 1,5)

Da ihr eure See­len durch den Gehor­sam gegen die Wahr­heit zur unge­heu­chel­ten Bru­der­lie­be gerei­nigt habt, so liebt ein­an­der anhal­tend, aus rei­nem Her­zen! (1. Petrus 1,22)

Das voll­kom­me­ne Vor­bild die­ser Lie­be fin­den wir in Jesus. Er ist den Men­schen in Wahr­haf­tig­keit und Auf­rich­tig­keit begeg­net. Eben­so klar wie er Heu­che­lei auf­deck­te, rief er Sün­der zur Umkehr. Er ist den ver­irr­ten See­len nach­ge­gan­gen und hat denen Trost und Ver­ge­bung zuge­spro­chen, die ein zer­bro­che­nes Herz hat­ten, die wirk­lich trau­rig waren wegen ihrer Sün­den. Er hat den Demü­ti­gen die Hoff­nung auf Got­tes Erbar­men geweckt und bestärkt, aber auch alle fal­schen Hoff­nun­gen der Selbst­ge­rech­ten zer­schla­gen. Mit sei­ner Bereit­schaft, einen unge­rech­ten Tod zu ster­ben, bezeug­te er die Wahr­heit sei­ner Wor­te und die Selbst­lo­sig­keit sei­ner Lie­be. Gott hat ihn auf­er­weckt und die­se fro­he Bot­schaft wur­de der Inhalt der Ver­kün­di­gung sei­ner Jün­ger, die ihm nach der Auf­er­ste­hung begeg­net sind.

Dar­aus ist die Kir­che ent­stan­den, die Gemein­schaft derer, die Gott ernst neh­men und ein rei­nes Leben leben wol­len. Obwohl nicht vie­le Men­schen die­sen Wunsch haben, gibt es die Kir­che auch heute.

Man­che unter uns haben auch tief in den oben beschrie­be­nen Sün­den gesteckt. Als Jesus uns zur Umkehr rief, erfuh­ren wir eine gro­ße Ver­än­de­rung. Wo wir frü­her ver­sklavt waren in unrei­nen Begier­den und Sün­den, haben wir jetzt aus der Hin­wen­dung zu Jesus die Kraft und die Frei­heit, dazu nein zu sagen. Unser Leben hat einen Sinn bekom­men durch die Lie­be, die Gott zu uns hat. Wir wis­sen und erfah­ren, dass er das Bes­te für uns will und immer da ist, um uns in Ver­su­chun­gen und Kämp­fen zu hel­fen. So müs­sen wir unse­ren Wert nicht mehr dar­in suchen, für Men­schen begeh­rens­wert zu sein. Wir erfah­ren Frei­heit vom Ego­is­mus, um ande­ren Gutes tun zu kön­nen und sie wirk­lich in Rein­heit zu lie­ben. Auf unse­rem gemein­sa­men Weg kön­nen wir uns zur Treue in unse­rer Ent­schei­dung zu einem Leben, das Gott gefällt, bestärken.

Wir laden dich ein, die­ses Leben mit Gott kennenzulernen!

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Wir konn­ten hier nur einen kur­zen Ein­blick in unse­re Über­zeu­gun­gen zu die­sem The­ma geben und sind offen für Fra­gen und Gedan­ken, die aus ehr­li­chem Inter­es­se kommen.


Fußnoten

  1. Phar­ma Infor­ma­ti­on.
  2. Ver­schnit­ten, d. h. zeu­gungs­un­fä­hig, zur Ehe unfä­hig – ent­we­der von Geburt oder durch einen mensch­li­chen Ein­griff oder weil jemand sich ent­schei­det, auf die Ehe zu verzichten.


Phar­ma Infor­ma­ti­on.

Ver­schnit­ten, d. h. zeu­gungs­un­fä­hig, zur Ehe unfä­hig – ent­we­der von Geburt oder durch einen mensch­li­chen Ein­griff oder weil jemand sich ent­schei­det, auf die Ehe zu verzichten.