Was heißt es, ein Christ zu sein?

Schlagwörter: heiliges Leben

Jesus hat von zwei Wegen gespro­chen: vom schma­len, der zu Gott führt und auf dem weni­ge gehen, und vom brei­ten, der ins Ver­der­ben führt[1]. Er war sich des­sen bewusst, dass die meis­ten Men­schen nicht bereit sein wer­den, ihm nach­zu­fol­gen und Gott in ihrem Leben den Platz zu geben, der ihm gebührt. Lei­der wer­den heu­te vie­le reli­giö­se, schein­bar christ­li­che Ersatz­we­ge ange­bo­ten, die vom Weg Jesu weit abwei­chen. Selbst für Men­schen, die auf­rich­tig nach Gott suchen, kann das sehr ver­wir­rend sein. Das ist ein Grund, wes­halb wir es als wich­tig sehen, die­sen Arti­kel zu schreiben.

Trauben an einem Weinstock wie im Gleichnis Jesu in Johannes 15.

1 Ein­lei­ten­de Gedanken

Wir möch­ten dazu bei­tra­gen, über Jesu Ruf zur Nach­fol­ge auf Grund­la­ge der Bibel Klar­heit zu gewin­nen, auch wenn wir uns nur auf das Wesent­lichs­te beschrän­ken kön­nen. Wenn du ein gläu­bi­ger Mensch bist, soll die­ser Text eine Ein­la­dung sein, das eige­ne Leben anhand der Bibel­stel­len und Gedan­ken zu prü­fen. Natür­lich soll er auch Men­schen hel­fen, die noch nicht glau­ben, den Weg zu Gott zu fin­den, so wie ihn die Bibel uns vorzeichnet.

Jeder Mensch ist ein­ge­la­den, uns ken­nen­zu­ler­nen, mit uns gemein­sam Jesus nach­zu­fol­gen und alle Freu­den und Her­aus­for­de­run­gen zu tei­len, die sich mit die­sem Weg verbinden.

2 Unse­re heu­ti­ge Situation

Offi­zi­ell nennt sich momen­tan etwa ein Drit­tel der Welt­be­völ­ke­rung „Christ“. Von all die­sen Men­schen wis­sen vie­le nicht, was es eigent­lich bedeu­tet, ein Christ zu sein. Nicht­chris­ten führt das häu­fig zur Miss­ach­tung des Chris­ten­tums, weil sie meist kei­nen oder zumin­dest kei­nen wesent­li­chen Unter­schied zwi­schen ihrem Leben und dem der „Tra­di­ti­ons­chris­ten” sehen.

Jesus selbst hat davon gespro­chen, dass vie­le Men­schen, die Jesus ihren Herrn nen­nen, nach dem Tod ein böses Erwa­chen haben wer­den. Sie wer­den vor Jesus nicht bestehen kön­nen, obwohl sie glaub­ten, Chris­ten zu sein. Wir lesen dar­über zum Bei­spiel in Mat­thä­us 7,21–23[2]:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Him­mel­reich kom­men, son­dern nur, wer den Wil­len mei­nes Vaters im Him­mel erfüllt. Vie­le wer­den an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in dei­nem Namen als Pro­phe­ten auf­ge­tre­ten und haben wir nicht mit dei­nem Namen Dämo­nen aus­ge­trie­ben und mit dei­nem Namen vie­le Wun­der voll­bracht? Dann wer­de ich ihnen ant­wor­ten: Ich ken­ne euch nicht. Weg von mir, ihr Über­tre­ter des Gesetzes!

Die­se Wor­te sind eine kla­re War­nung vor reli­giö­sem Selbst­be­trug. Es wird vie­le geben, die mei­nen, Gro­ßes im Namen Jesu getan zu haben und so doch sicher zu ihm zu gehö­ren. Jesus wird sie abwei­sen, weil sie ihn zwar „Herr!“ nann­ten, aber nicht nach sei­nen Wor­ten gehan­delt haben.

3 Was bedeu­tet Jesu Ruf zur Umkehr?

Die Men­schen, zu denen Jesus gespro­chen hat, waren alle „reli­gi­ös“. Sie haben an Gott geglaubt und wuss­ten grund­sätz­lich, dass sie mit ihrem Leben vor Gott Ver­ant­wor­tung haben. Trotz­dem hat Jesus sie zur Umkehr geru­fen. Er hat die Pro­ble­me in ihrem Leben gese­hen und ange­spro­chen, ihre Gleich­gül­tig­keit, ihre Lip­pen­be­kennt­nis­se, ihre Selbst­ge­rech­tig­keit, den Eigen­wil­len und die man­geln­de Ehr­furcht vor Gott. Er wuss­te, dass sie ver­lo­ren gehen, wenn sie nicht umkeh­ren und ihre Sün­den nicht sehen und bereu­en wollen.

Auch heu­te gibt es vie­le reli­giö­se Men­schen, in deren Leben sicht­bar wird, dass sie sich die Fra­ge nach dem Wil­len Got­tes kaum stel­len. Was Jesus sei­nen Zeit­ge­nos­sen aus dem Buch des Pro­phe­ten Jesa­ja zitier­te, ist heu­te eben­so aktuell:

Ihr Heuch­ler! Der Pro­phet Jesa­ja hat­te Recht, als er über euch sag­te: Die­ses Volk ehrt mich mit den Lip­pen, sein Herz aber ist weit weg von mir. (Mat­thä­us 15,7–8)

Gott sieht, was im Her­zen ist. Wir kön­nen ihm mit reli­giö­sen Akti­vi­tä­ten nichts vor­ma­chen und sol­len auch uns selbst nichts vor­ma­chen. Die nor­ma­le Hal­tung, die wir unse­rem Schöp­fer gegen­über ein­neh­men sol­len, ist, dass er im Her­zen den ers­ten Platz bekommt. Das bedeu­tet, dass wir eine Ent­schei­dung tref­fen müs­sen, ihm alles unter­zu­ord­nen, wie es auch im höchs­ten und wich­tigs­ten Gebot, wie Jesus es bezeich­net hat, zum Aus­druck kommt:

Ein Schrift­ge­lehr­ter hat­te ihrem Streit zuge­hört; und da er bemerkt hat­te, wie tref­fend Jesus ihnen ant­wor­te­te, ging er zu ihm hin und frag­te ihn: Wel­ches Gebot ist das ers­te von allen? Jesus ant­wor­te­te: Das ers­te ist: Höre, Isra­el, der Herr, unser Gott, ist der ein­zi­ge Herr. Dar­um sollst du den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben mit gan­zem Her­zen und gan­zer See­le, mit all dei­nen Gedan­ken und all dei­ner Kraft. Als zwei­tes kommt hin­zu: Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben wie dich selbst. Kein ande­res Gebot ist grö­ßer als die­se bei­den. Da sag­te der Schrift­ge­lehr­te zu ihm: Sehr gut, Meis­ter! Ganz rich­tig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt kei­nen ande­ren außer ihm, und ihn mit gan­zem Her­zen, gan­zem Ver­stand und gan­zer Kraft zu lie­ben und den Nächs­ten zu lie­ben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brand­op­fer und ande­ren Opfer. (Mar­kus 12,28–33)

Gott schenkt uns sei­ne voll­kom­me­ne Lie­be. Eine Lie­bes­be­zie­hung zu ihm bedeu­tet, dass auch wir ihn mit aller Kraft und von gan­zem Her­zen lie­ben wol­len, so wie ein Kind den Vater liebt. Es will sich nicht über den Wil­len des Vaters hin­weg­set­zen, son­dern es ver­traut ihm und gehorcht.

Das Gleich­nis vom ver­lo­re­nen Sohn[3] beschreibt sehr anschau­lich, was Umkehr bedeu­tet. Der ver­lo­re­ne Sohn woll­te sei­ne eige­nen Wege gehen, sein Glück fern vom Vater­haus fin­den, in welt­li­chen Ver­gnü­gun­gen und Sün­den. Was der Vater dazu dach­te, hat ihn nicht inter­es­siert. Als er dann ein­ge­se­hen hat, dass sein Lebens­weg eine Sack­gas­se ist, hat er sich gede­mü­tigt und ist mit einem zer­bro­che­nen Her­zen zum Vater zurück­ge­kehrt. Es hat ihm sehr leid getan, dass er die Lie­be des Vaters so ver­ach­tet hat. Er wuss­te, dass er nichts wie­der gut machen kann. Der ein­zi­ge Weg war, sich zu sei­ner Schuld zu beken­nen und im Ver­trau­en auf die Güte und Gna­de des Vaters um Ver­ge­bung zu bit­ten. Die Echt­heit sei­ner Umkehr hat sich auch dar­an gezeigt, dass er von nun an dem Vater gehor­sam die­nen woll­te. Und der Vater hat ihn in die Arme geschlos­sen, ihm einen Ring und San­da­len gege­ben und ein Fest ver­an­stal­tet, ohne irgend­wel­che Vor­hal­tun­gen zu machen. Die Schuld war ver­ge­ben, die Bezie­hung wie­der­her­ge­stellt. So hat das Leben des ver­lo­re­nen Soh­nes einen ganz neu­en Anfang genom­men, wie es der Vater im Gleich­nis auch ausdrückt:

Denn mein Sohn war tot und lebt wie­der; er war ver­lo­ren und ist wie­der­ge­fun­den wor­den. (Lukas 15,24)

Jesus woll­te mit die­sem Gleich­nis zei­gen, dass Gott den, der sei­ne Sün­den ehr­lich bereut, als sein Kind anneh­men und alle Schuld ver­ge­ben will. Damit woll­te er jedem „ver­lo­re­nen Sohn“ unter den Men­schen Hoff­nung geben, dass der Weg zurück zum Vater­haus offen steht, ja, dass der Vater in sei­ner Lie­be sogar dar­auf war­tet und Aus­schau hält, wann sein Kind zurück­kehrt. Wer sich von die­ser Lie­be tref­fen lässt, für den wird die Umkehr Freu­de sein, wie die Freu­de des Soh­nes, der heim­keh­ren darf. Auch die fol­gen­den Wor­te Jesu beschrei­ben die­se Freude:

Mit dem Him­mel­reich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker ver­gra­ben war. Ein Mann ent­deck­te ihn, grub ihn aber wie­der ein. Und in sei­ner Freu­de ver­kauf­te er alles, was er besaß, und kauf­te den Acker. Auch ist es mit dem Him­mel­reich wie mit einem Kauf­mann, der schö­ne Per­len such­te. Als er eine beson­ders wert­vol­le Per­le fand, ver­kauf­te er alles, was er besaß, und kauf­te sie. (Mat­thä­us 13,44–46)

Wer begreift, wel­chen Schatz wir dar­in fin­den, dass Gott uns liebt und uns das wah­re Leben schen­ken will, der wird bereit sein, alles ande­re dafür zu „ver­kau­fen“. Wer das nicht möch­te, weil irgend­wel­che Din­ge ihm so „wert­voll“ sind, dass er sie auch für Gott nicht auf­ge­ben will, der wird in Ewig­keit nicht bei ihm sein, was auch die Begeg­nung des rei­chen Man­nes mit Jesus zeigt:

Als sich Jesus wie­der auf den Weg mach­te, lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und frag­te ihn: Guter Meis­ter, was muss ich tun, um das ewi­ge Leben zu gewin­nen? Jesus ant­wor­te­te: War­um nennst du mich gut? Nie­mand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebo­te: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe bre­chen, du sollst nicht steh­len, du sollst nicht falsch aus­sa­gen, du sollst kei­nen Raub bege­hen; ehre dei­nen Vater und dei­ne Mut­ter! Er erwi­der­te ihm: Meis­ter, alle die­se Gebo­te habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn lieb­te, sag­te er: Eines fehlt dir noch: Geh, ver­kau­fe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen blei­ben­den Schatz im Him­mel haben; dann komm und fol­ge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hör­te, und ging trau­rig weg; denn er hat­te ein gro­ßes Ver­mö­gen. (Mar­kus 10,17–22)

Die­ser Mensch woll­te zu Gott kom­men und er hat auch eini­ges dafür getan. Aber an sei­nem Besitz hat er fest­ge­hal­ten. Er war nicht bereit, alles für die Nach­fol­ge Jesu auf­zu­ge­ben. Jesus aber hat an die­sem Anspruch fest­ge­hal­ten. Er ist dem Mann nicht nach­ge­lau­fen, um ihm einen Kom­pro­miss­vor­schlag zu machen. Es passt nicht zur Lie­be und Ehr­furcht Gott gegen­über, wenn wir ihm irgend­et­was vor­ent­hal­ten wol­len. Damit hat Jesus auch uns gezeigt, dass wir ohne die­se bedin­gungs­lo­se Bereit­schaft, uns selbst und alles, was wir haben, Gott zur Ver­fü­gung zu stel­len, nicht Chris­ten sein kön­nen. Der fol­gen­de Abschnitt soll das noch verdeutlichen.

4 Fol­ge mir nach! – vom Ernst der Nachfolge

In Lukas 9,23–26 fin­den wir im Anschluss an die ers­te Lei­den­s­an­kün­di­gung Jesu fol­gen­de Wor­te, die den Ernst der Nach­fol­ge Jesu – das heißt des Lebens als Christ – deut­lich zum Aus­druck bringen:

Zu allen sag­te er: Wer mein Jün­ger sein will, der ver­leug­ne sich selbst, neh­me täg­lich sein Kreuz auf sich und fol­ge mir nach. Denn wer sein Leben ret­ten will, wird es ver­lie­ren; wer aber sein Leben um mei­net­wil­len ver­liert, der wird es ret­ten. Was nützt es einem Men­schen, wenn er die gan­ze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst ver­liert und Scha­den nimmt? Denn wer sich mei­ner und mei­ner Wor­te schämt, des­sen wird sich der Men­schen­sohn schä­men, wenn er in sei­ner Hoheit kommt und in der Hoheit des Vaters und der hei­li­gen Engel.

Obwohl es so erns­te Wor­te sind, wer­den sie heu­te kaum ernst genom­men. Denn nur weni­ge Men­schen unter den vie­len, die sich Chris­ten nen­nen, den­ken wirk­lich dar­über nach. Wer Christ sein will, muss sich aber fra­gen, was Selbst­ver­leug­nung, sein Kreuz auf­neh­men, sein Leben ver­lie­ren, sich Jesu und sei­ner Wor­te nicht schä­men für unser Leben prak­tisch bedeu­tet. Denn er sprach „zu allen“, nicht nur zu ein paar weni­gen Jün­gern, die es beson­ders ernst neh­men wollten.

4.1 Sich selbst verleugnen

Wenn wir tat­säch­lich in die Fuß­spu­ren Jesu tre­ten wol­len, dann sol­len wir uns dar­über im Kla­ren sein, dass die­ser Weg unse­re gan­ze Ent­schie­den­heit braucht. Wir kön­nen ihn nicht gehen, wenn wir an eige­nen Plä­nen, Wün­schen und Zie­len fest­hal­ten. Denn das wür­de zu einem inne­ren Kon­flikt füh­ren, wo wir zwi­schen unse­rem und Got­tes Wil­len hin‐ und her­ge­ris­sen wären und der uns alle Kraft zum Han­deln neh­men wür­de. Selbst­ver­leug­nung bedeu­tet, alles selbst­be­stimm­te Han­deln auf­zu­ge­ben und statt­des­sen Gott unser Leben ganz in die Hand zu geben. Nur er hat den Über­blick und weiß es am bes­ten, was gut ist für uns und ande­re. Des­halb kön­nen wir ihm mehr ver­trau­en als uns selbst. Wer nicht wil­lig ist, sei­ne eige­nen Vor­stel­lun­gen Gott unter­zu­ord­nen, kann sei­ne Füh­rung nicht erfah­ren und ihm nicht dienen.

4.2 Das Kreuz auf sich nehmen

Dass Jesus die­se Wor­te im Zusam­men­hang mit der Ankün­di­gung sei­nes Lei­dens[4] sprach, ist sicher kein Zufall. Denn auch wir kön­nen die­sen Weg nicht gehen, wenn wir nicht lei­dens­be­reit sind. Dafür steht das Kreuz. Das Kreuz macht deut­lich, dass Jesus so sehr im Kon­flikt mit der Welt stand, dass die Welt ihn nicht ertra­gen woll­te. Auch wir als Chris­ten wer­den Kon­flik­te erfah­ren. Wenn den Men­schen dadurch, dass wir ihnen Got­tes Wort sagen, ihre Sünd­haf­tig­keit und Ver­lo­ren­heit vor Augen geführt wird, müs­sen wir mit Ableh­nung oder auch Ver­leum­dung rech­nen. Wir wer­den unter Umstän­den unse­ren „guten Ruf“ ver­lie­ren, weil wir ihnen Din­ge sagen, die ihnen unan­ge­nehm sind und von denen sie sich ange­klagt füh­len. Jesus sagt, dass wir das nicht nur ertra­gen sol­len, son­dern uns sogar freu­en sol­len, wenn das geschieht:

Selig seid ihr, wenn euch die Men­schen has­sen und aus ihrer Gemein­schaft aus­schlie­ßen, wenn sie euch beschimp­fen und euch in Ver­ruf brin­gen um des Men­schen­soh­nes wil­len. Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Him­mel wird groß sein. Denn eben­so haben es ihre Väter mit den Pro­phe­ten gemacht. (Lukas 6, 22.23)

Vie­le Men­schen, die sich Chris­ten nen­nen, sind nicht bereit, vor ande­ren Men­schen Jesu Wor­te und Jesu Anspruch zu ver­tre­ten. Sie schä­men sich dafür, weil es dem Zeit­geist nicht ent­spricht, an eine objek­ti­ve Wahr­heit zu glau­ben und in Jesus den zu sehen, der uns Men­schen die­se Wahr­heit gebracht hat. Sie wol­len nicht als alt­mo­disch und into­le­rant gel­ten. Das heißt aber, Ver­rat an Jesus zu üben, anstatt sich auf sei­ne Sei­te zu stel­len. Des­halb wird auch Jesus sich nicht auf die Sei­te sol­cher Men­schen stel­len, wenn sie sich ein­mal vor Gott für ihr Leben ver­ant­wor­ten müssen.

Unter­stri­chen wer­den all die­se Gedan­ken auch von den Wor­ten Jesu in Lukas 9,57–62:

Als sie auf ihrem Weg wei­ter­zo­gen, rede­te ein Mann Jesus an und sag­te: Ich will dir fol­gen, wohin du auch gehst. Jesus ant­wor­te­te ihm: Die Füch­se haben ihre Höh­len und die Vögel ihre Nes­ter; der Men­schen­sohn aber hat kei­nen Ort, wo er sein Haupt hin­le­gen kann. Zu einem ande­ren sag­te er: Fol­ge mir nach! Der erwi­der­te: Lass mich zuerst heim­ge­hen und mei­nen Vater begra­ben. Jesus sag­te zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begra­ben; du aber geh und ver­kün­de das Reich Got­tes! Wie­der ein ande­rer sag­te: Ich will dir nach­fol­gen, Herr. Zuvor aber lass mich von mei­ner Fami­lie Abschied neh­men. Jesus erwi­der­te ihm: Kei­ner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und noch­mals zurück­blickt, taugt für das Reich Gottes.

Die Füch­se haben Höh­len und die Vögel Nes­ter … Jesus nach­zu­fol­gen ist kein leich­ter Weg. Mit ihm zu gehen kann mit Ent­sa­gun­gen ver­bun­den sein, auf die wir vor­be­rei­tet sein müs­sen. Jesus will nicht sagen, dass wir als Chris­ten kei­ne Woh­nun­gen haben sol­len. Aber so wie Jesus sich hier auf Erden kein schö­nes Leben ein­ge­rich­tet hat, sol­len auch wir in dem Bewusst­sein leben, dass unse­re eigent­li­che Hei­mat im Him­mel ist. Das soll uns bereit machen dazu, schon hier und jetzt alles zu ver­lie­ren, was uns zu gehö­ren scheint, und Außen­sei­ter in die­ser Welt zu sein.

Lass die Toten ihre Toten begra­ben … Jesus will hier sei­nen Jün­gern nicht gene­rell ver­bie­ten, sich um Begräb­nis­se zu küm­mern. Er sah, dass die­ser Mensch die Arbeit für das Reich Got­tes hin­ter irdi­sche Ver­pflich­tun­gen zurück­stel­len woll­te, und drück­te in die­sem Zusam­men­hang mit sehr radi­ka­len Wor­ten aus, was Prio­ri­tät hat. Wir als Chris­ten kön­nen Men­schen hel­fen, ewi­ges Leben zu fin­den, und sol­len uns des­sen bewusst sein, dass das unse­re wich­tigs­te Auf­ga­be ist. Die „Toten“, die ihre Toten begra­ben sol­len, sind Men­schen, die sich nicht zum Leben mit Gott rufen las­sen, also geist­lich tot sind und somit nie­man­dem geist­lich hel­fen können.

Kei­ner, der die Hand an den Pflug gelegt hat … Die Ant­wort Jesu zeigt, dass es hier nicht ein­fach dar­um ging, „Auf Wie­der­se­hen“ zu sagen. Jesus sah bei die­sem Men­schen hin­ter dem Wunsch, Abschied zu neh­men, einen Man­gel an Ent­schie­den­heit. Wer aber nur mit Weh­mut und mit hal­bem Her­zen sein altes Leben hin­ter sich lässt, wird den Her­aus­for­de­run­gen der Nach­fol­ge Jesu nicht gewach­sen sein.

5 Das hei­li­ge Leben als Frucht der Umkehr

Wenn ein Mensch Buße tut und als Christ leben möch­te, wird er wie der ver­lo­re­ne Sohn die Din­ge auf­ge­ben, von denen er ver­stan­den hat, dass sie sünd­haft sind, auch wenn es Über­win­dung kos­tet. Vie­le Men­schen, die sich Chris­ten nen­nen, füh­ren kei­nen ernst­haf­ten Kampf gegen ihre Sün­den. Weil sie Sün­den nicht auf­ge­ben wol­len, täu­schen sie sich dar­über hin­weg, indem sie sie gar nicht als Sün­den sehen wol­len. Oder sie den­ken, dass Gott ja gnä­dig ist und sowie­so ver­gibt, da er ja weiß, dass wir schwach und unvoll­kom­men sind.
Es ist wich­tig, sol­che Gedan­ken als Aus­re­den zu ent­lar­ven. Jesus sagt, dass dem, der glaubt, alles mög­lich ist.[5] Wenn wir uns Gott ganz anver­trau­en, wer­den wir sei­ne Hil­fe erfah­ren kön­nen. Er lässt uns in unse­ren Ver­su­chun­gen und in unse­rer Schwach­heit nicht allein. Wir erfah­ren Got­tes Gna­de nicht nur dar­in, dass er uns unse­re Schuld ver­gibt, son­dern die Gna­de erzieht uns auch, in die­ser Welt ein Leben zu füh­ren, das ihm gefällt, wie Pau­lus in Titus 2,11–14 schreibt:

Denn die Gna­de Got­tes ist erschie­nen, um alle Men­schen zu ret­ten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gott­lo­sig­keit und den irdi­schen Begier­den los­zu­sa­gen und beson­nen, gerecht und fromm in die­ser Welt zu leben, wäh­rend wir auf die seli­ge Erfül­lung unse­rer Hoff­nung war­ten: auf das Erschei­nen der Herr­lich­keit unse­res gro­ßen Got­tes und Ret­ters Chris­tus Jesus. Er hat sich für uns hin­ge­ge­ben, um uns von aller Schuld zu erlö­sen und sich ein rei­nes Volk zu schaf­fen, das ihm als sein beson­de­res Eigen­tum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

Wenn wir unser Leben wirk­lich Gott zur Ver­fü­gung stel­len und unse­re Sün­den auf­ge­ben wol­len, gibt Gott auch die Kraft dafür. Unser Leben kann dann ein Opfer wer­den, das Gott gefällt. Ihm in unse­rem all­täg­li­chen Leben zu die­nen und gehor­sam zu sein, ist wirk­li­cher Gottesdienst:

Ich ermah­ne euch nun, Brü­der, durch die Erbar­mun­gen Got­tes, eure Lei­ber dar­zu­stel­len als ein leben­di­ges, hei­li­ges, Gott wohl­ge­fäl­li­ges Opfer, was euer ver­nünf­ti­ger Got­tes­dienst ist. Und seid nicht gleich­för­mig die­ser Welt, son­dern wer­det ver­wan­delt durch die Erneue­rung des Sin­nes, dass ihr prü­fen mögt, was der Wil­le Got­tes ist: das Gute und Wohl­ge­fäl­li­ge und Voll­kom­me­ne. (Römer 12,1–2)

Es gibt vie­le kla­re Stel­len im Neu­en Tes­ta­ment, wo vom hei­li­gen Leben der Chris­ten gespro­chen wird. Es gehört zur Lie­be zu Gott, dass wir sei­nen Wil­len tun wol­len, und es gehört zur Lie­be Got­tes zu uns, dass er uns dazu fähig macht. Wer mit Jesus lebt, wird die­se Frucht tragen.

Ich bin der Wein­stock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich blei­be, der bringt rei­che Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts voll­brin­gen. (…) Mein Vater wird dadurch ver­herr­licht, dass ihr rei­che Frucht bringt und mei­ne Jün­ger wer­det. (Johan­nes 15,5.8)

Als Chris­ten sind wir nicht mehr Skla­ven der Sün­de, son­dern Die­ner Got­tes.

Ihr wisst doch: Wenn ihr euch als Skla­ven zum Gehor­sam ver­pflich­tet, dann seid ihr Skla­ven des­sen, dem ihr gehor­chen müsst; ihr seid ent­we­der Skla­ven der Sün­de, die zum Tod führt, oder des Gehor­sams, der zur Gerech­tig­keit führt. Gott aber sei Dank; denn ihr wart Skla­ven der Sün­de, seid jedoch von Her­zen der Leh­re gehor­sam gewor­den, an die ihr über­ge­ben wur­det. Ihr wur­det aus der Macht der Sün­de befreit und seid zu Skla­ven der Gerech­tig­keit gewor­den. (Römer 6,16–18)

6 Die Lie­be Jesu als Vor­bild für jeden Christen

Das Leben Jesu war ganz von der Lie­be geprägt. Aus Lie­be hat er die himm­li­sche Herr­lich­keit ver­las­sen. Er ist Mensch gewor­den, damit wir erken­nen, wie sehr Gott uns liebt und uns Frie­den und die Freu­de der Ver­söh­nung mit ihm schen­ken möch­te. Aus Lie­be hat er nie sei­nen eige­nen Vor­teil gesucht, hat sich nie davon lei­ten las­sen, was ihm ange­nehm war, ist nie den leich­ten statt den rich­ti­gen Weg gegan­gen. Aus Lie­be hat er immer die Wahr­heit gesagt und dar­um gekämpft, dass die Men­schen sich so sehen ler­nen, wie Gott sie sieht, anstatt im Selbst­be­trug ver­lo­ren zu gehen. Auch Lei­den und sogar den Tod am Kreuz hat er auf sich genom­men, um mit sei­ner Lie­be und Demut die Men­schen in ihrem Stolz zu beschämen.

Jesus hat uns mit sei­ner Lebens­hin­ga­be einen kla­ren Maß­stab vor­ge­lebt. Er hat sei­ner Lie­be und sei­nem Dienst für ande­re kei­ne Gren­zen gesetzt. Sei­nen Jün­gern und damit allen, die Chris­ten sein wol­len, gab er das Gebot, die­ser Lie­be nachzueifern:

Ein neu­es Gebot gebe ich euch: Liebt ein­an­der! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr ein­an­der lie­ben. Dar­an wer­den alle erken­nen, dass ihr mei­ne Jün­ger seid: wenn ihr ein­an­der liebt. (Johan­nes 13,34–35)

Ein Christ zu sein heißt also nicht, all­ge­mei­ne christ­li­che Wer­te zu haben, ab und zu christ­li­che Ver­an­stal­tun­gen zu besu­chen und ansons­ten sein eige­nes Leben zu leben. Die ers­ten Chris­ten haben das auch ver­stan­den, denn Johan­nes schreibt im 1. Johan­nes­brief 3,14–18:

Wir wis­sen, dass wir aus dem Tod in das Leben hin­über­ge­gan­gen sind, weil wir die Brü­der lie­ben. Wer nicht liebt, bleibt im Tod. Jeder, der sei­nen Bru­der hasst, ist ein Mör­der und ihr wisst: Kein Mör­der hat ewi­ges Leben, das in ihm bleibt. Dar­an haben wir die Lie­be erkannt, dass Er sein Leben für uns hin­ge­ge­ben hat. So müs­sen auch wir für die Brü­der das Leben hin­ge­ben. Wenn jemand Ver­mö­gen hat und sein Herz vor dem Bru­der ver­schließt, den er in Not sieht, wie kann die Got­tes­lie­be in ihm blei­ben? Mei­ne Kin­der, wir wol­len nicht mit Wort und Zun­ge lie­ben, son­dern in Tat und Wahrheit.

Wir sind also ver­pflich­tet, für die Brü­der das Leben hin­zu­ge­ben und in Tat und Wahr­heit zu lie­ben. Was bedeu­tet das für uns? Ein natür­li­cher Aus­druck der Lie­be ist der Wunsch nach Gemein­schaft. Gemein­schaft unter Chris­ten heißt, mit­ein­an­der Zeit zu ver­brin­gen mit dem Ziel, gemein­sam Gott tief ken­nen zu ler­nen, ihn zu loben, ihm zu die­nen, sei­nen Wil­len zu ver­ste­hen und zu tun. Da wird dann die für die Nach­fol­ge nöti­ge Selbst­ver­leug­nung prak­tisch: Wol­len wir wei­ter so wie frü­her unse­re freie Zeit für Sport­ver­ein, Com­pu­ter­spie­le oder Roma­ne lesen ver­wen­den? Wol­len wir mit Über­stun­den an unse­rer Kar­rie­re arbei­ten, um uns dann unser Traum­haus kau­fen zu kön­nen? Oder sind wir bereit, unser Leben zu ver­än­dern, Hob­bys und Kar­rie­re auf­zu­ge­ben, der Arbeit oder den eige­nen Inter­es­sen den rich­ti­gen Platz zu geben, damit wir Zeit haben für unse­re Glau­bens­ge­schwis­ter? Haben wir den Wunsch, an ihrem Leben Anteil zu neh­men und sie an dem uns­ri­gen Anteil neh­men zu las­sen? Wol­len wir uns gegen­sei­tig im Stre­ben nach einem hei­li­gen Leben unter­stüt­zen? Sind wir bereit, offe­ne und ehr­li­che Bezie­hun­gen zu bau­en, in denen wir vor­ein­an­der auch zu unse­ren Schwä­chen ste­hen und unse­re Sün­den beken­nen kön­nen? Wol­len wir uns die Zeit neh­men, gemein­sam Tag für Tag Gott und die Bibel immer tie­fer zu verstehen?

So wie Jesus sein Leben ganz für das Heil der Men­schen ein­ge­setzt hat, wird auch ein Christ die­ses Lebens­ziel haben. Es gibt nichts Wich­ti­ge­res zu tun als das, was ande­ren dient, um Gott nicht nur zu fin­den, son­dern auch bei ihm zu blei­ben. Denn es ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, dass jeder, der den schma­len Weg ein­mal beschrit­ten hat, auch am Ziel ankommt. Ohne Hei­li­gung wird nie­mand Gott schau­en (Hebrä­er 12,14) und die Schrift ruft uns dazu auf, ein­an­der täg­lich im Kampf um Hei­li­gung zu unterstützen:

Gebt Acht, Brü­der, dass kei­ner von euch ein böses, ungläu­bi­ges Herz hat, dass kei­ner vom leben­di­gen Gott abfällt, son­dern ermahnt ein­an­der jeden Tag, solan­ge es noch heißt: Heu­te, damit nie­mand von euch durch den Betrug der Sün­de ver­här­tet wird; denn an Chris­tus haben wir nur Anteil, wenn wir bis zum Ende an der Zuver­sicht fest­hal­ten, die wir am Anfang hat­ten. (Hebrä­er 3,12–14)

Nur, wenn wir in unse­rem Gehor­sam treu blei­ben bis zum Tod, wer­den wir das ewi­ge Leben empfangen:

Sei treu bis in den Tod; dann wer­de ich dir den Kranz des Lebens geben. (Offen­ba­rung 2,10)

Im Arti­kel Über das Leben der ers­ten Chris­ten ist die prak­ti­sche Umset­zung ihrer Lie­be zuein­an­der aus­führ­li­cher beschrieben.

7 Ein Christ liebt die Wahrheit

Es gibt auf die wich­ti­gen Fra­gen des Lebens und des Glau­bens vie­le ver­schie­de­ne Ant­wort­ver­su­che. Aber die rich­ti­ge Ant­wort, die Wahr­heit, fin­den wir bei Gott. Er offen­bart sich uns unter ande­rem durch die Schöp­fung, durch unser Gewis­sen und am klars­ten durch das, was im Alten und im Neu­en Tes­ta­ment nie­der­ge­schrie­ben ist.

Da sag­te er zu den Juden, die an ihn glaub­ten: Wenn ihr in mei­nem Wort bleibt, seid ihr wirk­lich mei­ne Jün­ger. Dann wer­det ihr die Wahr­heit erken­nen und die Wahr­heit wird euch befrei­en. (Johan­nes 8,31–32)

Die Erkennt­nis der Wahr­heit, das rich­ti­ge Ver­ständ­nis von Gott und sei­nem Wort, ist sehr wich­tig für das Leben mit Gott. Wenn wir uns in unse­rem Ver­ständ­nis von Gott nicht von der Hei­li­gen Schrift beleh­ren las­sen, dann glau­ben wir an unse­re eige­ne Vor­stel­lung von Gott, so wie wir ihn haben wol­len. Eine Bezie­hung mit dem leben­di­gen Gott ist aber so nicht möglich.

Ein Christ ist ein Mensch, der die Wahr­heit liebt, der Gott und sei­nen Wil­len wirk­lich ver­ste­hen möch­te. Er möch­te sich vom Wort der Bibel for­men las­sen, alles fal­sche Den­ken kor­ri­gie­ren und jeden Selbst­be­trug auf­de­cken las­sen. So wie Petrus wird jeder Jün­ger Jesu sich dazu beken­nen, dass Jesu Leh­re der Weg zum ewi­gen Leben ist:

Simon Petrus ant­wor­te­te ihm: Herr, zu wem sol­len wir gehen? Du hast Wor­te des ewi­gen Lebens. Wir sind zum Glau­ben gekom­men und haben erkannt: Du bist der Hei­li­ge Got­tes. (Johan­nes 6,68–69)

Wenn wir heu­te mit reli­giö­sen Men­schen über die Bibel spre­chen, erle­ben wir es oft, dass sie ver­su­chen, mit unbi­bli­schen Argu­men­ten das weg­zu­er­klä­ren, was sie zur Ände­rung ihres Den­kens und Han­delns auf­ruft. Ein Christ aber ord­net sich dem Wort Got­tes unter. Wir set­zen uns sonst über Jesus hin­weg, der selbst die Wahr­heit ist und der gekom­men ist, um uns die Wahr­heit zu offenbaren.

Das Neue Tes­ta­ment betont das Fest­hal­ten an der Leh­re Jesu und der Apos­tel. Weil fal­sche Leh­ren zu einem fal­schen Leben füh­ren, ist unse­re Erret­tung auch davon abhän­gig, ob wir der bibli­schen Leh­re fol­gen wol­len oder nicht. An Timo­theus, der gro­ße Ver­ant­wor­tung hat­te im Wei­ter­ge­ben der rich­ti­gen Leh­re, schreibt Pau­lus in 1. Timo­theus 4,16:

Ach­te auf dich selbst und auf die Leh­re; hal­te dar­an fest! Wenn du das tust, ret­test du dich und alle, die auf dich hören.

Das Fest­hal­ten der rich­ti­gen Leh­re bedeu­tet auch, sich von allem fal­schen Ein­fluss fern­zu­hal­ten. Chris­ten haben die Ver­ant­wor­tung, das zu prü­fen, was ande­re leh­ren, und die geist­li­che Gemein­schaft mit sol­chen Men­schen zu mei­den, die nicht an der Leh­re Jesu fest­hal­ten:

Ach­tet auf euch, damit ihr nicht preis­gebt, was wir erar­bei­tet haben, son­dern damit ihr den vol­len Lohn emp­fangt. Jeder, der dar­über hin­aus­geht und nicht in der Leh­re Chris­ti bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Leh­re bleibt, hat den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und nicht die­se Leh­re mit­bringt, dann nehmt ihn nicht in euer Haus auf, son­dern ver­wei­gert ihm den Gruß. Denn wer ihm den Gruß bie­tet, macht sich mit­schul­dig an sei­nen bösen Taten. (2. Johan­nes 8–11)

8 Zusam­men­fas­sung

Ein Christ ist ein Mensch, der Got­tes Lie­be damit beant­wor­tet, dass er ihn von gan­zem Her­zen und mit aller Kraft lie­ben möch­te. Er ist von sei­nem alten, sünd­haf­ten Leben umge­kehrt und stellt es nun ganz Gott zur Ver­fü­gung. Er ringt um ein hei­li­ges Leben, um Gehor­sam gegen­über Gott und Unter­ord­nung unter sein Wort. Er liebt die Wahr­heit, möch­te Jesu Leh­re tief ver­ste­hen und dar­an fest­hal­ten. Er möch­te sein Leben dafür ein­set­zen, die Brü­der zu lie­ben, um sie auf dem gemein­sa­men Weg mit Gott zu stär­ken. Denen, die nicht glau­ben oder auf Irr­we­gen gehen, möch­te er von Jesus erzäh­len, damit auch sie zu dem wah­ren Gott fin­den. Die Din­ge des Rei­ches Got­tes haben in sei­nem Leben höchs­te Priorität.


Fußnoten

  1. Mat­thä­us 7,13–14.
  2. Wenn nicht anders ange­ge­ben wer­den alle Bibel­zi­ta­te in die­sem Arti­kel nach der Ein­heits­über­set­zung zitiert.
  3. Lukas 15,11 ff.
  4. Lukas 9, 20–22.
  5. Mar­kus 9,23.


Mat­thä­us 7,13–14.

Wenn nicht anders ange­ge­ben wer­den alle Bibel­zi­ta­te in die­sem Arti­kel nach der Ein­heits­über­set­zung zitiert.

Lukas 15,11 ff.

Lukas 9, 20–22.

Mar­kus 9,23.