Was sol­len wir tun?

Schlagwörter: Wahrheit

… und als die Men­schen über Jesus hör­ten, drang es ihnen durchs Herz und sie spra­chen zu Petrus und den ande­ren Aposteln:

„Was sol­len wir tun?“

(nach­zu­le­sen in Apos­tel­ge­schich­te 2,37)

Die­se Fra­ge stell­ten sich vie­le Juden und got­tes­fürch­ti­ge Men­schen, die kurz nach der Kreu­zi­gung und Auf­er­te­hung Jesu in Jeru­sa­lem zum Pfingst­fest zusam­men­ge­kom­men waren. Sie hat­ten gehört, wie Petrus zur Volks­men­ge über Jesus gere­det hatte.

Vier Freunde sind intensiv damit beschäftigt, auf einer Karte den richtigen Weg zu finden.

Auch wir haben uns genau die­se Fra­ge gestellt. Jeder, der tie­fer über den Sinn des Lebens nach­denkt, wird auf die­se Fra­ge kom­men – egal, ob er an Gott glaubt oder nicht.

Wir sind in ver­schie­de­nen Glau­bens­rich­tun­gen oder auch im athe­is­ti­schen Umfeld auf­ge­wach­sen. Uns allen wur­de jedoch bewusst, dass die­se vie­len ver­schie­de­nen Wege nicht zum sel­ben Ziel füh­ren, auch die unter­schied­li­chen christ­lich genann­ten Rich­tun­gen. Des­halb ist die Frage:

Was ist der rich­ti­ge Weg, was ist die Wahrheit?

Man hört oft die Ant­wort „Jeder hat sei­ne eige­ne Wahr­heit“ oder „Nie­mand kann es wirk­lich wis­sen“. Unse­rer Mei­nung nach wider­spre­chen sol­che Aus­sa­gen der Tat­sa­che, dass es eine Wirk­lich­keit gibt. Ent­we­der ist die Erde eine Kugel oder eine Schei­be. Bei­des ist nicht mög­lich. Die eine Rea­li­tät bleibt abso­lut und unver­än­der­lich, unab­hän­gig vom Stand­punkt des Betrachters.

Das Glei­che gilt auch für reli­giö­se Fra­gen. Letzt­end­lich kann es nicht zwei gegen­sätz­li­che und wider­sprüch­li­che Wirk­lich­kei­ten gleich­zei­tig geben, eine für dich und eine für mich.

Wenn es Rea­li­tät ist, dass es nach dem Tod Auf­er­ste­hung gibt, dann kann es kei­ne Reinkar­na­ti­on geben. Man kann nicht bei­des haben – ewi­ges Leben nach dem Tod und Aus­lö­schung der See­le. Wenn die Mate­rie von Gott geschaf­fen wur­de, dann kann sie nicht von Ewig­keit her existieren.

Oder schau­en wir eini­ge ande­re Fra­gen an, bei denen zwei sich wider­spre­chen­de Ant­wor­ten nicht gleich­zei­tig mög­lich sind: Ist Jesus Gott oder ist er es nicht? Bestimmt Gott im Vor­aus zur Ver­damm­nis oder nicht? Kann der Mensch von Gott abfal­len oder nicht? Ist der Mensch von Natur aus böse oder nicht? Exis­tiert die Höl­le oder nicht?

For­dern sol­che oder ande­re Fra­gen nicht jeden her­aus, der Gott ken­nen­ler­nen will, Ant­wor­ten dar­auf zu suchen? Kön­nen wir sol­chen Fra­gen gegen­über gleich­gül­tig blei­ben, wenn wir so leben wol­len, wie Gott es will?

Wir Men­schen sind zwar begrenzt und unvoll­kom­men und kön­nen vie­le Din­ge in die­ser Welt nicht erfas­sen. Gott ist es jedoch wich­tig, dass wir die Wahr­heit über ihn und den rich­ti­gen Weg im Leben ken­nen kön­nen. Des­halb hat er sich uns Men­schen offen­bart, beson­ders in Jesus. Durch Got­tes Hil­fe haben Men­schen die Wor­te und das Leben Jesu über­lie­fert und die Bibel ist bis heu­te erhal­ten geblie­ben. Sein Wort ist ver­ständ­lich für jeden, der ihn sucht.

Für vie­le Men­schen gibt es kei­ne abso­lu­te Wahr­heit mehr. In unse­rer Gesell­schaft herrscht der Rela­ti­vis­mus vor. Vie­le haben sich dar­an gewöhnt und den­ken, dass jede Erkennt­nis nur rela­tiv rich­tig und nicht all­ge­mein­gül­tig ist. „Rich­tig ist, was gut für mich ist.“

Wo aber alles gleich gül­tig ist, wird schließ­lich alles gleich­gül­tig. Es feh­len Maß­stä­be für gut und böse, für rich­tig und falsch. Für jedes Bedürf­nis und jeden Geschmack ist etwas dabei. Man malt sich sei­nen eige­nen Him­mel, indem man die Far­ben von der Palet­te der eige­nen Wün­sche und Sehn­süch­te nimmt. Man kre­iert sich sei­ne eige­ne Reli­gi­on, die gera­de gut für die momen­ta­ne Situa­ti­on erscheint. Reli­gi­on wird weit­läu­fig nur als eine ande­re Spar­te der Kunst gese­hen, wie die Mode­welt, in der die Men­schen den Trend beein­flus­sen und umge­kehrt der Trend die Men­schen beeinflusst.

Doch der Weg Got­tes ist ein anderer:

Wie will Gott mein Leben verändern?

In Got­tes Augen sind alle Men­schen, die nicht nach Wahr­heit fra­gen, unfrei. Aber Jesus will uns befrei­en – wir sol­len das annehmen:

Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hat­ten: Wenn ihr in mei­nem Wort bleibt, so seid ihr wahr­haft mei­ne Jün­ger; und ihr wer­det die Wahr­heit erken­nen, und die Wahr­heit wird euch frei machen. (Johan­nes 8,31–32)

Die Wahr­heit wird uns frei­ma­chen – das bedeu­tet, dass wir die Wahr­heit über uns sehen sol­len, wir sol­len unse­re Sünd­haf­tig­keit ein­ge­ste­hen und Got­tes Ver­ge­bung durch Jesus anneh­men. Dann kann er uns die Kraft geben, unse­re Sün­den zu über­win­den und ein hei­li­ges Leben zu füh­ren, dann kann er uns die Kraft geben, unser gan­zes Leben zu geben, um ihm zu die­nen, wie Petrus sagt:

Tut Buße und jeder von euch las­se sich tau­fen auf den Namen Jesu Chris­ti zur Ver­ge­bung eurer Sün­den! Und ihr wer­det die Gabe des hei­li­gen Geis­tes emp­fan­gen. (Apos­tel­ge­schich­te 2,38)

Jesus will uns erlö­sen von Begier­den und sexu­el­len Sün­den, von Eitel­keit und Neid, von Min­der­wer­tig­keit und Stolz, von Über­heb­lich­keit und dem Wunsch, Men­schen zu ent­spre­chen. Jesus will uns befrei­en von irre­füh­ren­den Leh­ren, in denen die Men­schen durch Metho­den der Selbst­er­lö­sung nur noch mehr auf sich kon­zen­triert werden.

Er will aber auch befrei­en von fal­schen Vor­stel­lun­gen, die als „christ­lich“ gese­hen wer­den, in denen Men­schen viel Zeit und Ener­gie für sozia­le Gerech­tig­keit und sozia­len Ein­satz ver­wen­den, die aber den geist­li­chen Kampf um Hei­li­gung und gegen die Sün­de ver­nach­läs­si­gen. Jesus will uns frei machen von Leh­ren, die Got­tes Ver­ge­bung ver­kün­di­gen, aber dabei sei­nen Ruf zur Nach­fol­ge außer Acht las­sen, von Leh­ren, die die Gna­de ver­hei­ßen, aber den Glau­bens­ge­hor­sam als Gesetz­lich­keit abtun.

Des­we­gen wol­len wir auch in unse­rer Leh­re und unse­rem Leben nach sei­nem Wil­len, nach der Wahr­heit fra­gen und danach handeln.

Die­se Suche nach Got­tes Wil­len hat uns auch zu der Fra­ge geführt:

Wofür sol­len wir unse­re Zeit ver­wen­den? Wie sieht christ­li­che Gemein­schaft aus?

Bei den ers­ten Chris­ten in Jeru­sa­lem sah das so aus:

Sie ver­harr­ten aber in der Leh­re der Apos­tel und in der Gemein­schaft, im Bre­chen des Bro­tes und in den Gebe­ten. […] Täg­lich ver­harr­ten sie ein­mü­tig im Tem­pel und bra­chen zu Hau­se das Brot, nah­men Spei­se mit Froh­lo­cken und Schlicht­heit des Her­zens. (Apos­tel­ge­schich­te 2,42.46)

Für die Chris­ten damals war es selbst­ver­ständ­lich, sich jeden Tag zu tref­fen, sich mit der Leh­re zu beschäf­ti­gen. Es zeugt von ihrem gro­ßen Inter­es­se und ihrer Lie­be zu Gott und den Brü­dern und Schwes­tern im Glauben.

Für uns ist es auch ein gro­ßes Anlie­gen, mit unse­ren Glau­bens­ge­schwis­tern unser Leben zu tei­len, Bibel zu lesen, Anteil zu neh­men an den Freu­den, Sor­gen und geist­li­chen Kämp­fen des ande­ren. Des­halb sind wir sehr dank­bar, dass wir in einer Zeit leben dür­fen, in der gute Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen und gute Arbeits­zeit ein täg­li­ches Tref­fen ermög­li­chen. Das täg­li­che Tref­fen ist für uns ein Aus­druck der Lie­be und eine Fol­ge des Wun­sches, Glau­ben zu leben, unse­re Zeit Gott und den Glau­bens­ge­schwis­tern hinzugeben.

Denn für das, was mir wich­tig ist, gebe ich mei­ne Zeit.

Wenn jemand sagt: Ich lie­be Gott, und hasst sei­nen Bru­der, ist er ein Lüg­ner. Denn wer sei­nen Bru­der nicht liebt, den er gese­hen hat, kann nicht Gott lie­ben, den er nicht gese­hen hat. Und die­ses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch sei­nen Bru­der lie­ben soll. (1. Johan­nes 4,20–21)

Die Gemein­schaft hilft auch sehr, dass wir ein­an­der in unse­ren Kämp­fen stär­ken kön­nen und so den im Hebrä­er­brief 3:13 aus­ge­drück­ten Grund­satz noch leich­ter in unse­rem Leben umset­zen können:

… son­dern ermun­tert ein­an­der jeden Tag, solan­ge es heu­te heißt, damit nie­mand von euch ver­här­tet wer­de durch den Betrug der Sün­de! (Hebrä­er 3,13)

Wir wol­len nicht ober­fläch­lich freund­li­che Bezie­hun­gen unter­ein­an­der haben oder vor­ein­an­der ein gutes Bild zei­gen, das aber nicht der Rea­li­tät über uns ent­spricht. Son­dern wir möch­ten offen und ehr­lich vor­ein­an­der ste­hen und ein­an­der hel­fen, immer mehr so zu wer­den, wie Gott das will.

Ein neu­es Gebot gebe ich euch, dass ihr ein­an­der liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr ein­an­der liebt. (Johan­nes 13,34)

Die­se Lie­be wol­len wir leben – nicht nur an bestimm­ten Sonn‐ und Fei­er­ta­gen, son­dern jeden Tag, nicht nur mit bestimm­ten guten Freun­den, son­dern mit jedem, der auch in der Wahr­heit leben will.