Prä­de­sti­na­ti­on (Vor­her­be­stim­mung)

Schlagwörter: evangelisch/freikirchlich

Das Wort „Prä­de­sti­na­ti­on“ (deutsch: Vor­her­be­stim­mung) kommt in der Bibel immer wie­der vor, doch es gibt ver­schie­de­ne Ver­ständ­nis­se die­ses Begriffs. Eines davon ist die weit ver­brei­te­te Auf­fas­sung, dass Gott in sei­ner Sou­ve­rä­ni­tät alles vor­her­be­stimmt, was gesche­hen wird. Das macht er unab­hän­gig vom frei­en Wil­len des Men­schen und nie­mand kann ändern, was Gott bestimmt hat.

Aber sind Got­tes Sou­ve­rä­ni­tät und der freie Wil­le des Men­schen wirk­lich unvereinbar?

Es liegen einige schöne runde kleine Steine auf dem Boden. Eine Hand wählt sich einen aus und hebt ihn an.

1 Ver­schie­de­ne Auslegungsmöglichkeiten

Das Wort „Prä­de­sti­na­ti­on“, das auch in der Bibel vor­kommt, wird auf zwei ver­schie­de­ne Wei­sen verstanden:

Die ein­fa­che Prä­de­sti­na­ti­on heißt, dass Gott im Vor­hin­ein die erwählt, die zu ihm kom­men wer­den. Dop­pel­te Prä­de­sti­na­ti­on bedeu­tet, dass Gott im Vor­hin­ein die erwählt, die zum Him­mel oder zur Höl­le bestimmt sind. Im Rest des Arti­kels wird das Wort „Prä­de­sti­na­ti­on“ in die­ser zwei­ten Wei­se ver­wen­det. Inner­halb des zwei­ten Ver­ständ­nis­ses gibt es drei Haupt­ver­tre­ter:

1.1 Augus­ti­nus (354–430)

Augus­ti­nus war der Ers­te, der eine sys­te­ma­ti­sche Leh­re der Prä­de­sti­na­ti­on ent­wi­ckel­te. Er sah sich gezwun­gen, den Gedan­ken der unver­dien­ten und will­kür­li­chen Gna­de Got­tes zu ver­tei­di­gen; dies führ­te ihn dazu, die Leh­re der Prä­de­sti­na­ti­on zu ent­wi­ckeln. In „Ad Sim­pli­cia­num“ beschreibt er sei­ne Gedan­ken über Römer 5,12 und Kapi­tel 9:

Zu aller­erst exis­tiert der Plan Got­tes und ent­spre­chend sei­nes Pla­nes erwählt er … (Ad Sim­pli­cia­num I, 2,6)[1]

Des Wei­te­ren erklärt er, dass Gott so vie­le Men­schen für sein Reich bestimmt, wie Engel vom Glau­ben abfie­len (Glau­be, Hoff­nung und Lie­be / Enchi­ri­d­ion de fide, spe et cari­ta­te / IX, 29).

1.2 Luther (1483–1546)

Luther, der ein Mönch des Augus­ti­ner­or­dens war, bau­te auf die Leh­re von Augus­ti­nus auf und ent­wi­ckel­te die­se – mehr als tau­send Jah­re spä­ter – wei­ter. In sei­nem berühm­tes­ten Werk „Vom unfrei­en Wil­len“ schreibt er:

Denn wenn wir glau­ben, es sei wahr, dass Gott alles vor­her­weiß und vor­her­ord­net, dann kann er in sei­nem Vor­her­wis­sen und in sei­ner Vor­her­be­stim­mung weder getäuscht noch gehin­dert wer­den, dann kann auch nichts gesche­hen, wenn er es nicht selbst will. Das ist die Ver­nunft selbst gezwun­gen zuzu­ge­ben, die zugleich selbst bezeugt, dass es einen frei­en Wil­len weder im Men­schen noch im Engel, noch in sonst einer Krea­tur geben kann.[2]

1.3 Cal­vin (1509–1564)

Cal­vins Leh­re gewann durch die Aner­ken­nung sei­ner Leh­re auf der Syn­ode von Dor­d­recht (1618/1619) in den Nie­der­lan­den viel Ein­fluss. Dort wur­de sie zur offi­zi­el­len Leh­re der Reformierten.

Unter Vor­her­be­stim­mung ver­ste­hen wir Got­tes ewi­ge Anord­nung, ver­mö­ge deren er bei sich beschloß, was nach sei­nem Wil­len aus jedem ein­zel­nen Men­schen wer­den soll­te! Denn die Men­schen wer­den nicht alle mit der glei­chen Bestim­mung erschaf­fen, son­dern den einen wird das ewi­ge Leben, den ande­ren die ewi­ge Ver­dam­nis vor­her zuge­ord­net. (Insti­tu­tio Chris­tia­nae Reli­gio­nis 3.21.5)[3]

2 Das bibli­sche Verständnis

Gott ist ewig. Er ist nicht wie Men­schen an die Zeit gebun­den. Für ihn ist alles Gegen­wart. Weil er weiß, wer sich für ihn ent­schei­den wird, kann er auch Men­schen erwäh­len und dazu bestim­men, sei­ne gehor­sa­men Kin­der zu werden …

Denn die er vor­her erkannt hat, die hat er auch vor­her­be­stimmt, dem Bil­de sei­nes Soh­nes gleich­för­mig zu sein, damit er der Erst­ge­bo­re­ne sei unter vie­len Brü­dern. Die er aber vor­her­be­stimmt hat, die­se hat er auch beru­fen; und die er beru­fen hat, die­se hat er auch gerecht­fer­tigt; die er aber gerecht­fer­tigt hat, die­se hat er auch ver­herr­licht. (Römer 8,29–30)

Bei­de Ver­se gehö­ren inhalt­lich zusam­men. In Vers 29 wird aus­ge­drückt, dass Gott ent­spre­chend sei­nes Vor­her­wis­sens erwählt. Das heißt, dass Gott nicht will­kür­lich, son­dern auf­grund der Ent­schei­dung der Men­schen, die er schon vor­her kennt, erwählt.

Petrus, Apos­tel Jesu Chris­ti, den Fremd­lin­gen von der Zer­streu­ung von Pon­tus, Gala­ti­en, Kap­pa­do­zi­en, Asi­en und Bithy­ni­en, die aus­er­wählt sind nach Vor­kennt­nis Got­tes, des Vaters, in der Hei­li­gung des Geis­tes zum Gehor­sam … (1. Petrus 1,1–2)

Gott wür­de gern alle Men­schen erwäh­len und ret­ten, um mit ihnen auf ewig zusam­men sein zu kön­nen, aber er zwingt nie­man­den dazu, mit ihm eine Bezie­hung einzugehen.

Dies ist gut und ange­nehm vor unse­rem Heiland‐Gott, wel­cher will, dass alle Men­schen erret­tet wer­den und zur Erkennt­nis der Wahr­heit kom­men. (1. Timo­theus 2,3–4)

Der Herr ver­zö­gert nicht die Ver­hei­ßung, wie es eini­ge für eine Ver­zö­ge­rung hal­ten, son­dern er ist lang­mü­tig euch gegen­über, da er nicht will, dass irgend­wel­che ver­lo­ren gehen, son­dern dass alle zur Buße kom­men. (2. Petrus 3,9)

In der Bibel fin­den wir ein­deu­ti­ge Stel­len dafür, dass es Got­tes Wil­le ist, dass jeder geret­tet wird, aber dass Men­schen den frei­en Wil­len haben, sich für oder gegen ihn zu ent­schei­den. Wenn Gott nicht den frei­en Wil­len des Men­schen berück­sich­ti­gen wür­de, wäre die Höl­le leer, weil Gott jeden ret­ten würde.

…die Pha­ri­sä­er aber und die Geset­zes­ge­lehr­ten mach­ten den Rat­schluss Got­tes für sich selbst wir­kungs­los, indem sie sich nicht von ihm tau­fen lie­ßen. (Lukas 7,30)

3 Das Ziel die­ser Welt

Gott schuf die Welt aus Lie­be. Er woll­te sei­ne Lie­be mit den Men­schen tei­len. Des­halb schuf er uns mit dem Ziel, dass wir hei­lig sei­en, wie auch er hei­lig ist (1. Petrus 1,16). Gott woll­te nie­mals, dass Men­schen sün­di­gen. Die Tat­sa­che, dass Men­schen unge­hor­sam waren und gegen Gott sün­dig­ten, wider­spricht ganz Got­tes Wil­len. Got­tes ursprüng­li­ches Ziel war es, dass wir Men­schen eine Bezie­hung zu unse­rem Schöp­fer haben. Wir wis­sen, dass Gott Lie­be und Gerech­tig­keit ist und er auch alle ande­ren Tugen­den in sei­nem Wesen ver­ei­nigt. Des­halb war auch sein Plan, die Welt zu schaf­fen, rein. Er liebt alle von ihm geschaf­fe­nen Wesen. Wenn es nur nach Got­tes Wil­len gegan­gen wäre, dann wäre sein Plan – eine Welt voll von Lie­be und Frie­den – erfüllt wor­den und wür­de bis heu­te noch bestehen. Es gibt aber kei­ne Lie­be ohne Frei­heit. Weil Gott in sei­ner Lie­be den frei­en Wil­len des Men­schen akzep­tiert, konn­te durch die Ent­schei­dung des Men­schen die Sün­de in die Welt kom­men. Die Leh­re der Prä­de­sti­na­ti­on sagt aber, dass Gott die Sün­de schon im vor­hin­ein plan­te und woll­te, dass die Mas­se der Men­schen in die Höl­le geht. Das wür­de Gott zum Urhe­ber der Sün­de machen. Noch bevor sie gebo­ren sind, ent­schei­det (laut Cal­vins Leh­re) Gott, dass sie nie­mals die Chan­ce haben wer­den, geret­tet zu sein.

Soll­te ich wirk­lich Gefal­len haben am Tod des Gott­lo­sen, spricht der Herr, HERR, nicht viel­mehr dar­an, dass er von sei­nen Wegen umkehrt und lebt? … Werft von euch alle eure Ver­ge­hen, mit denen ihr euch ver­gan­gen habt, und schafft euch ein neu­es Herz und einen neu­en Geist! Ja, wozu wollt ihr ster­ben, Haus Isra­el? Denn ich habe kein Gefal­len am Tode des­sen, der ster­ben muss, spricht der Herr, HERR. So kehrt um, damit ihr lebt! (Eze­chi­el 18,23.31–32)

Wir fin­den in der Bibel oft die Auf­for­de­rung: Bekehrt euch! Das setzt auch vor­aus, dass eine Bekeh­rung mög­lich sein muss! Wenn er uns ruft: „Bekehrt euch!“, befiehlt er nicht, aber er ermun­tert, fragt, for­dert auf, bit­tet instän­dig. Für den All­mäch­ti­gen ist es kei­ne Demü­ti­gung, uns zu fra­gen – denn er ist voll­kom­men demütig:

Wir bit­ten für Chris­tus: Lasst euch ver­söh­nen mit Gott! (2. Korin­ther 5,20)

3.1 Bezie­hung, Lie­be und Wille

Das Ziel, wor­auf­hin Men­schen geschaf­fen wur­den, ist, in einer Bezie­hung zu Gott zu ste­hen (Johan­nes 17,3). Die wich­tigs­ten Cha­rak­te­ris­ti­ken für eine Bezie­hung sind Lie­be und ein frei­er Wil­le. Wenn jemand dazu gezwun­gen wird, mit einem ande­ren Men­schen zusam­men­le­ben zu müs­sen, ist es nicht ein Aus­druck tie­fer Lie­be, die die­se Men­schen ver­bin­det. Eine Bezie­hung ist dann ein Aus­druck der Lie­be, wenn bei­de Par­tei­en auch die Mög­lich­keit haben, sich für oder gegen die­se Bezie­hung zu ent­schei­den. Wenn man den Wil­len eines ande­ren steu­ern kann, wird er zu einem Robo­ter. Robo­ter tun das, wozu sie gemacht wur­den. Gott schuf aber nicht Robo­ter, son­dern Men­schen, die vor der Ent­schei­dung ste­hen, ob sie Gott lie­ben möch­ten oder nicht.

Ich rufe heu­te den Him­mel und die Erde als Zeu­gen gegen euch auf: das Leben und den Tod habe ich dir vor­ge­legt, den Segen und den Fluch! So wäh­le das Leben, damit du lebst, du und dei­ne Nach­kom­men, indem du den HERRN, dei­nen Gott, liebst und sei­ner Stim­me gehorchst und ihm anhängst! (5. Mose 30,19–20a)

Jeru­sa­lem, Jeru­sa­lem, die da tötet die Pro­phe­ten und stei­nigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich dei­ne Kin­der ver­sam­meln wol­len, wie eine Hen­ne ihre Küken ver­sam­melt unter ihre Flü­gel, und ihr habt nicht gewollt! (Mat­thä­us 23,37)

Ist es nicht so, wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sün­de vor der Tür. Und nach dir wird ihr Ver­lan­gen sein, du aber sollst über sie herr­schen. (1. Mose 4,7)

Auch nach dem Sün­den­fall ist es mög­lich, nicht in Sün­den ver­sklavt zu sein, son­dern über sie zu herrschen.

4 Schluss­fol­ge­run­gen aus die­ser Lehre

Denn wenn Natio­nen, die kein Gesetz haben, von Natur dem Gesetz ent­spre­chend han­deln, so sind die­se, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz. (Römer 2,14)

Geht nicht unter fremd­ar­ti­gem Joch mit Ungläu­bi­gen! Denn wel­che Ver­bin­dung haben Gerech­tig­keit und Gesetz­lo­sig­ket? Oder wel­che Gemein­schaft Licht mit Fins­ter­nis? Und wel­che Über­ein­stim­mung Chris­tus mit Beli­al? Oder wel­ches Teil ein Gläu­bi­ger mit einem Ungläu­bi­gen? Und wel­chen Zusam­men­hang der Tem­pel Got­tes mit Göt­zen­bil­dern? Denn wir sind der Tem­pel des leben­di­gen Got­tes; wie Gott gesagt hat: „Ich will unter ihnen woh­nen und wan­deln, und ich wer­de ihr Gott sein, und sie wer­den mein Volk sein“. Dar­um geht aus ihrer Mit­te hin­aus und son­dert euch ab, spricht der Herr, und rührt Unrei­nes nicht an, und ich wer­de euch anneh­men und wer­de euch ein Vater sein, und ihr wer­det mir Söh­ne und Töch­ter sein, spricht der Herr, der All­mäch­ti­ge. Da wir nun die­se Ver­hei­ßun­gen haben, Gelieb­te, so wol­len wir uns rei­ni­gen von jeder Befle­ckung des Flei­sches und des Geis­tes und die Hei­lig­keit voll­enden in der Furcht Got­tes. (2. Korin­ther 6,14–7,1)

5 Stel­len, die den frei­en Wil­len aus­zu­schlie­ßen scheinen

Wir sind uns des­sen bewusst, wie schwer es jemand, der an die­se Leh­re gewöhnt ist, emp­fin­det, wenn er eini­ge Pas­sa­gen des Neu­en Tes­ta­men­tes liest. Den wirk­li­chen Sinn der Ver­se zu ver­ste­hen, die wie Prä­de­sti­na­ti­on klin­gen, wür­de eine tie­fe­re Aus­ein­an­der­set­zung erfor­dern. Nichts­des­to­we­ni­ger ist es wesent­lich, sich im Gedächt­nis zu behal­ten, was wir über Got­tes Wesen wis­sen. Schließ­lich gibt es im Alten und Neu­en Tes­ta­ment vie­le ande­re Aus­drü­cke, die nicht wört­lich ver­stan­den wer­den können.

5.1 Ephe­ser 1,3–5+11

Geprie­sen sei der Gott und Vater unse­res Herrn Jesus Chris­tus! Er hat uns geseg­net mit jeder geist­li­chen Seg­nung in der Him­mels­welt in Chris­tus, wie er uns in ihm aus­er­wählt hat vor Grund­le­gung der Welt, dass wir hei­lig und tadel­los vor ihm sei­en in Lie­be, und uns vor­her­be­stimmt hat zur Sohn­schaft durch Jesus Chris­tus für sich selbst nach dem Wohl­ge­fal­len sei­nes Wil­lens … Und in ihm haben wir auch ein Erb­teil erlangt, die wir vor­her­be­stimmt waren nach dem Vor­satz des­sen, der alles nach dem Rat sei­nes Wil­lens wirkt … (Ephe­ser 1,3–5.11)

Wo liegt der Schwer­punkt der Aus­sa­ge in Vers 4? Beto­nen wir, dass er „uns erwählt hat“, dann könn­te man es wie Cal­vin ver­ste­hen. Die Sache sieht aber ganz anders aus, wenn wir lesen: „Denn in ihm hat er uns erwählt …“ Gewich­ten wir die Aus­sa­ge so, dann steht in die­sem Vers nichts ande­res als in Johan­nes 3,16. Dort ist die Rede davon, dass Gott jeden, der an sei­nen Sohn glaubt, ret­ten will, wäh­rend die, die ihn ableh­nen, ver­lo­ren gehen.

In der Spra­che von Ephe­ser 1,4 bedeu­tet das, dass er uns in Chris­tus erwählt hat – aber eben nur in Chris­tus. Die­ser Gedan­ke fin­det sich auch in den Ver­sen 3,5 und 11. Das heißt also, wenn wir nicht zu Chris­tus kom­men, stel­len wir uns außer­halb der Erwäh­lung und Bestim­mung Got­tes. Die Leh­re von der Erwäh­lung bzw. Vor­her­be­stim­mung in Chris­tus ist in die­ser Form nur ein ande­rer Aus­druck dafür, dass wir nur durch die Gna­de Got­tes erret­tet wer­den, die ihren Grund nicht in unse­ren Wer­ken, son­dern allein im Erbar­men Got­tes uns gegen­über hat. Die­se Gna­de ist aber für alle Men­schen offen (1. Timo­theus 2,4), nicht nur für eine von vorn­her­ein fest­ste­hen­de Zahl, wie es der Cal­vi­nis­mus behauptet.

5.2 Phil­ip­per 2,12–13

Daher, mei­ne Gelieb­ten, wie ihr alle­zeit gehor­sam gewe­sen seid, nicht nur in mei­ner Gegen­wart, son­dern jetzt noch viel mehr in mei­ner Abwe­sen­heit, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zit­tern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wol­len als auch das Wir­ken zu sei­nem Wohl­ge­fal­len. (Phil­ip­per 2,12–13)

Am Anfang des Kapi­tels schreibt Pau­lus über Jesus, dass er sich selbst ernied­rig­te und immer dar­auf bedacht war, sein Leben ganz in den Dienst für ande­re zu stel­len. Des­halb wur­de ihm die Herr­lich­keit gege­ben, die ihm gebührt.

Dar­um hat Gott ihn auch hoch erho­ben und ihm den Namen ver­lie­hen, der über jeden Namen ist. (Phil­ip­per 2,9)

In Vers 12 erklärt Pau­lus wei­ter: „Daher“ sollt ihr alles tun, was in euren Kräf­ten steht, um an der Bezie­hung zu Gott fest­zu­hal­ten und das Ziel zu errei­chen. Es ist klar, dass für die­se Ent­schei­dung unser Wil­le und unse­re Kraft nie aus­rei­chen wür­den. Des­halb sol­len wir uns mit „Furcht und Zit­tern“ an Gott wen­den. Mit die­sem Aus­druck wird die Ehre, Ernst­haf­tig­keit, Ach­tung und das Bewusst­sein aus­ge­drückt, was es bedeu­tet, vor dem all­mäch­ti­gen Gott zu ste­hen (Vers 12), der unse­ren klei­nen Wil­len stärkt (Vers 13). Er kann uns die Kraft und den Wil­len für unser Tun geben.

Man darf Vers 13 nicht falsch ver­ste­hen; die­se Wor­te bedeu­ten nicht, dass der Mensch kei­nen Ein­fluss auf sei­nen eige­nen Wil­len hät­te, sonst hät­te Pau­lus nie geschrie­ben „bewirkt euer Heil mit Furcht und Zit­tern“. Das tun zu kön­nen, setzt einen frei­en Wil­len voraus.

Am Anfang von Vers 13 steht: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt.“ Er möch­te damit sagen, war­um wir uns mit Furcht und Zit­tern an Gott wen­den sol­len, näm­lich weil er der­je­ni­ge ist, der uns hel­fen kann.[5]

5.3 Johan­nes 6,44

Nie­mand kann zu mir kom­men, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; und ich wer­de ihn auf­er­we­cken am letz­ten Tag. (Johan­nes 6,44)

Jesus hat­te gera­de vor­her aus­ge­drückt, dass er das wah­re Brot ist und ewi­ges Leben gibt und des­halb die Men­schen an ihn glau­ben sol­len. Sie sol­len ihm als Mes­si­as fol­gen. Den Juden war es immer klar, dass sie nur Gott fol­gen soll­ten. Des­halb war es ihnen beson­ders schwer, den Anspruch Jesu (ihm zu fol­gen) zu akzep­tie­ren. Aus die­sem Grund betont Jesus die star­ke Ein­heit, die zwi­schen ihm und dem Vater, den sie schon kann­ten, besteht.

Der Aus­druck, dass der Vater eine Per­son zieht, soll ver­deut­li­chen, wie jemand zu Jesus kommt, sagt aber nicht aus, dass Gott nicht wil­lig wäre, jeden Men­schen zu zie­hen, wenn er bereit wäre, ihm zu folgen.

Noch ein paar Gedan­ken zum Zusammenhang:

Die Aus­sa­ge Jesu ist eine direk­te Reak­ti­on zur teil­wei­se ableh­nen­den, teil­wei­se ent­täusch­ten Fra­ge in Vers 42:

Ist die­ser nicht Jesus, der Sohn Josefs, des­sen Vater und Mut­ter wir ken­nen? Wie sagt denn die­ser: Ich bin aus dem Him­mel her­ab­ge­kom­men? (Johan­nes 6,42)

Es wäre völ­lig zusam­men­hangs­los, hät­te Jesus geant­wor­tet: Ihr habt kei­ne Mög­lich­keit der Ent­schei­dung oder der Vater prä­de­sti­niert die Men­schen, die eine Bezie­hung mit ihm haben kön­nen. Die Reak­ti­on der Men­schen zeigt, dass sie ver­stan­den, dass Jesus bean­sprucht, der Sohn Got­tes zu sein, der vom Him­mel her­ab­kam und in voll­kom­me­ner Ein­heit mit dem Vater ist. In Vers 45 setzt er fort:

Es steht in den Pro­phe­ten geschrie­ben: „Und sie wer­den alle von Gott gelehrt sein“. Jeder, der von dem Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. (Johan­nes 6,45)

Die­se Ver­se spre­chen über das rich­ti­ge Ver­ständ­nis von der Offen­ba­rung Got­tes und der rich­ti­gen Ein­stel­lung zum Mes­si­as, d. h. zu Jesus. Jeder wird dazu geru­fen – nicht nur ein klei­ner Kreis von Men­schen, der es noch nicht weiß.

5.4 Römer 9

Das Pro­blem der Juden (beson­ders 9,1–8.30–33)

Eine zusam­men­fas­sen­de Erklä­rung vorab:

Wenn wir über schwie­ri­ge Bibel­stel­len nach­den­ken, dür­fen wir nie das aus dem Auge ver­lie­ren, was uns das Wort Got­tes selbst über Got­tes Wesen sagt. Eine grund­le­gend wich­ti­ge Aus­sa­ge über Gott ist die, dass Gott ganz gut ist. Jako­bus schreibt:

Nie­mand sage, wenn er ver­sucht wird: Ich wer­de von Gott ver­sucht. Denn Gott kann nicht ver­sucht wer­den vom Bösen, er selbst aber ver­sucht nie­mand. (Jako­bus 1,13)

Er ist gut, will das Bes­te für uns und will uns zum Guten füh­ren. Wenn aber der Mensch Got­tes Güte nicht wert­schätzt und statt­des­sen auf sein eige­nes „Gut­sein“ baut, wird sein Herz hart.

Jesus hat die Her­zens­hal­tung der meis­ten Juden sei­ner Zeit unter ande­rem im Gleich­nis von den Arbei­tern im Wein­berg genau so beur­teilt. In die­sem Gleich­nis sagt der Herr des Wein­bergs zu den Arbei­tern, die schon den gan­zen Tag gear­bei­tet hat­ten und unzu­frie­den waren, weil die spä­ter Kom­men­den den glei­chen Lohn erhielten:

Blickt dein Auge böse, weil ich gütig bin? (Mat­thä­us 20,15)

Die Begeg­nung mit Jesus hat bei den Juden, die an ihrer Selbst­ge­rech­tig­keit fest­hal­ten woll­ten, zur Ver­här­tung gegen­über dem durch Jesus geof­fen­bar­ten Heils­plan Got­tes geführt. Pau­lus beschreibt das so:

Denn ich gebe ihnen Zeug­nis, dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht mit rech­ter Erkennt­nis. Denn da sie Got­tes Gerech­tig­keit nicht erkann­ten und ihre eige­ne auf­zu­rich­ten trach­te­ten, haben sie sich der Gerech­tig­keit Got­tes nicht unter­wor­fen. (Römer 10,2–3)

Die Juden waren wohl eif­rig, das Gesetz ein­zu­hal­ten, waren aber nicht demü­tig, sich in Got­tes Heils­plan ein­zu­fü­gen. Die­se Auf­leh­nung gip­fel­te in der Ableh­nung Jesu, des ihnen von Gott gesand­ten Retters.

Im 9. Kapi­tel des Römer­brie­fes erklärt Pau­lus, dass Gott sou­ve­rän ist und kein Mensch sich gegen Got­tes Heils­plan stel­len kann. Gott hat in sei­ner Lie­be und Weis­heit den Heils­weg vor­be­rei­tet, den jeder Mensch bereit sein muss zu gehen. Hier geht es nicht dar­um, dass der Wil­le des Men­schen irrele­vant ist und er nicht wäh­len könn­te zwi­schen dem Weg zum Leben und dem Weg zum Ver­der­ben. Es geht dar­um, dass der Mensch – in Römer 9 kon­kret der geset­zes­treue Jude – nicht sei­nen eige­nen Wil­len gegen den Wil­len Got­tes durch­set­zen kann, was den Heils­weg Got­tes betrifft. Wider­stand gegen Got­tes Plan ver­här­tet den Men­schen in sei­nem Stolz. Bei den alt­tes­ta­ment­li­chen Bei­spie­len, die Pau­lus in die­sem Kapi­tel ver­wen­det, geht es nicht um Erwäh­lung zu ewi­gem Leben oder Ver­damm­nis, son­dern um die Erwäh­lung zum Volk Got­tes, zum von Gott geseg­ne­ten Volk, aus dem der Mes­si­as her­vor­ge­hen wird. Er beginnt mit dem The­ma der Verheißung.

Zum Text im Einzelnen

In den Ver­sen 1 bis 5 beschreibt Pau­lus, was Isra­el alles emp­fing: die Sohn­schaft, die Herr­lich­keit, die Bun­des­schlie­ßun­gen, die Gesetz­ge­bung, den Got­tes­dienst und die Ver­hei­ßun­gen, dass der Mes­si­as aus den Juden kom­men wird. Juden sehen die­se Din­ge als Garan­tie für ihre Erlö­sung. Trotz­dem behaup­tet Pau­lus (Ver­se 1–3), dass die meis­ten unter ihnen nicht erret­tet sind. Den Juden erscheint das als ein Wider­spruch. Pau­lus drückt in Vers 6 aus, dass trotz die­ses schein­ba­ren Wider­spru­ches Got­tes Wor­te doch nicht ungül­tig gewor­den sind.  Auf der einen Sei­te erhiel­ten sie die Ver­hei­ßun­gen und auf der ande­ren Sei­te wer­den die meis­ten Juden nicht erlöst.

Aus dem her­aus stellt er dann die Fra­ge: Ist Got­tes Wort denn hin­fäl­lig gewor­den? Nein, aber es ist nicht das Ent­schei­dens­te, ein Nach­kom­me, son­dern Gott gegen­über gehor­sam zu sein – ein Kind der Ver­hei­ßung, das als Abra­hams Erbe zählt (Vers 7).

Ver­se 9–13: Pau­lus schreibt über Isaak und Jakob. Jakob ist ein beson­ders gutes Bei­spiel dafür, dass die Ver­hei­ßung nicht nach mensch­li­chen Maß­stä­ben über­tra­gen wur­de. Esau war der Erst­ge­bo­re­ne und ent­spre­chend der Über­lie­fe­rung wäre er der Erbe der Ver­hei­ßung gewe­sen. Die Wirk­lich­keit sah aber anders aus. Dar­an ist gut sicht­bar, dass sich Gott das Recht vor­be­hält zu ent­schei­den, wer der Trä­ger der Ver­hei­ßung wer­den soll.

Pau­lus spricht hier grund­sätz­lich über die Fra­ge der geist­li­chen Auf­ga­ben im Erlösungsplan.

„Denn als die Kin­der noch nicht gebo­ren waren und weder Gutes noch Böses getan hat­ten …“(Vers 11). Gott ent­schied, dass Esau Jakob die­nen soll­te. Die­se Unter­ord­nung Esaus Jakob gegen­über drückt sicher nicht aus, dass Gott im Vor­hin­ein bestimmt hat­te, wer erret­tet und wer ver­dammt wer­den soll­te, aber dass Gott schon vor ihrer Geburt ent­schied, wer der Trä­ger der Ver­hei­ßung sein wür­de. Dadurch konn­te sich Jakob nicht rüh­men, dass er es durch Wer­ke erlangt habe (Vers 12).

Oft inter­pre­tie­ren Men­schen Vers 13 in der Wei­se, dass es Rebek­ka schon vor der Geburt ihrer Zwil­lin­ge offen­bart wur­de, dass Gott Jakob lie­ben und Esau has­sen wird. Das ist falsch, Vers 13 ist ein Zitat aus Malea­chi 1,1–5 und eini­ge Jahr­hun­der­te nach dem Tod Esaus und Jakobs geschrie­ben. Die­ser Text sagt nur aus, dass Gott das Volk Esaus (die Edo­mi­ter) ver­wor­fen hat­te, weil sie eine feind­li­che Gesin­nung gegen­über Isra­el von Anfang an hat­ten (4. Mose 20,14–21). Wie­der ist es nicht Esaus per­sön­li­ches Schick­sal, das hier zum The­ma gemacht wird, son­dern das Schick­sal der Edo­mi­ter als Volk. Pau­lus zitiert Malea­chi, um zu zei­gen, dass Isra­el (Jakobs Nach­kom­men) die Erwähl­ten sind.

Ver­se 14–16: Ist etwa Unge­rech­tig­keit bei Gott? Das sei fer­ne, weil er ent­spre­chend sei­nes Maß­sta­bes erwählt und nicht ent­spre­chend mensch­li­cher Erwar­tun­gen und Maß­stä­be. Er hat das Recht, den zu bestim­men, der der Trä­ger der Ver­hei­ßung wer­den soll.

Ver­se 17–19: Die Erlö­sung des Pha­ra­os ist hier nicht das The­ma, son­dern das Zuge­ständ­nis, dass er das Volk aus Ägyp­ten zie­hen ließ. Got­tes Plan geht in Erfül­lung, auch wenn z. B. der Pha­rao sich völ­lig gegen das Volk stellt. Nie­mand kann Got­tes Plan für die Mensch­heit auf­hal­ten. Auch wenn der Pha­rao den Israe­li­ten erlaubt hät­te, Ägyp­ten zu ver­las­sen, hät­te er sei­nen Glau­ben nicht ver­än­dert, son­dern sei­nen Göt­zen­dienst wei­ter­hin fort­ge­setzt. Gott hat den Men­schen so geschaf­fen, dass er sich selbst ver­här­tet, wenn er Gott ablehnt. In die­sem Bei­spiel wird deut­lich, dass Pau­lus nicht erklä­ren möch­te, war­um der Pha­rao ver­dammt und damit nicht von Gott erwählt wird, son­dern er will sei­ne Bos­heit, sich gegen das jüdi­sche Volk auf­zu­leh­nen, herausstreichen.

Ver­se 20–24: Pau­lus lei­tet die fol­gen­den Gedan­ken von Jere­mia 18,1–10 ab.

Ein Töp­fer formt den Ton. Es scheint, als ob er sieht, wie Men­schen han­deln, und er dem­entspre­chend sei­ne Gefä­ße formt. Aber hier pas­siert noch mehr. Der Töp­fer baut sogar aus den zer­fal­le­nen Gefä­ßen neue, die zur Herr­lich­keit bestimmt sind. Das heißt, dass die­ser Text sehr klar gegen Prä­de­sti­na­ti­on spricht und Got­tes Barm­her­zig­keit und Gna­de zum Aus­druck kommen.

Pau­lus bear­bei­tet die­ses Gleich­nis auf zwei ver­schie­de­ne Wei­sen – Ver­se 20–21 und 22–24.

Zuerst spricht Pau­lus in den Ver­sen 20–21 davon, dass man Gott nicht für die Art, wie er uns geschaf­fen hat, kri­ti­sie­ren kann. Der Töp­fer hat das Recht, Gefä­ße zu schaf­fen, die für ehren­vol­len und uneh­ren­vol­len Gebrauch bestimmt sind. Es ist wich­tig zu sehen, dass bei­de Gefä­ße – für ehren­vol­len und uneh­ren­vol­len Gebrauch – in einem Haus­halt ihren Zweck erfül­len. Das heißt, dass die­se Ver­se nicht über Erlö­sung oder Ver­dam­mung spre­chen, son­dern über die Bestim­mung der Gefä­ße für einen wich­ti­gen oder weni­ger wich­ti­gen Zweck. Gott hat also das Recht zu ent­schei­den, wer Trä­ger wich­ti­ger oder weni­ger wich­ti­ger Auf­ga­ben sein soll.

In den Ver­sen 22–24 spricht Pau­lus über Gefä­ße, die zur Ver­dam­mung und zur Ver­herr­li­chung bestimmt sind. Die Gefä­ße zur Ver­herr­li­chung iden­ti­fi­ziert er mit den Juden‐ und Hei­den­chris­ten. Gefä­ße zur Ver­damm­nis sind die­se, die sich gegen Gott ent­schie­den haben. Dass Men­schen sich selbst gegen Gott ent­schie­den haben, steht nicht aus­drück­lich hier im Text, wir gehen aber davon aus, weil es durch ande­re Stel­len bestä­tigt wird. Wir sehen, dass Pau­lus hier das The­ma der Erlö­sung berührt. Er möch­te nicht sagen, dass wir unse­re Erlö­sung nicht beein­flus­sen könn­ten, son­dern, dass der Mensch sich Gott unter­ord­nen soll, den Weg zu gehen, den Gott im Vor­hin­ein berei­tet hat (Vers 23). Es ist schwer, einen kla­ren Über­gang zwi­schen bei­den The­men – Erlö­sung und Erwäh­lung – zu sehen. Got­tes Erha­ben­heit wird betont, nicht, weil Gott will­kür­lich über das Erlöst­sein eines Men­schen ent­schei­det, son­dern weil sich der Mensch Gott unter­ord­nen und den Weg, der in Chris­tus für uns berei­tet ist, gehen soll.

Wenn wir die Ver­se in Jere­mia lesen, die hier zitiert wer­den, dann kön­nen wir sehen, dass die freie Ent­schei­dung der Juden, Gott zu die­nen oder nicht, vor­aus­ge­setzt wird.

Die Juden kön­nen nicht völ­lig mit einem Gefäß ver­gli­chen wer­den, das in schlech­ter Wei­se gemacht wur­de und des­halb Gott sie als jüdi­sche Nati­on ver­wor­fen und ein ande­res Volk erwählt hat. Die­ses Bild erreicht sei­ne Gren­zen, auch schon des­halb, weil der Ton, im Gegen­satz zum Men­schen, kei­nen frei­en Wil­len hat. Wenn Gott etwas schafft, dann wird es nicht misslingen.

Die Ver­un­stal­tung der Gefä­ße war nicht das Werk des Töp­fers, son­dern der Gefä­ße selbst. Des­halb kön­nen wir die­ses Gleich­nis nicht in abso­lu­ter Wei­se über­tra­gen. Es ist ein­deu­tig, dass Pau­lus die­ses Gleich­nis im Lich­te Jere­mi­as betrachtete.


Fußnoten

  1. Kurt Flasch, Logik des Schre­ckens, Augus­ti­nus von Hip­po, De diver­sis quaes­tio­ni­bus ad Sim­pli­cia­num I 2; 2. Auf­la­ge; Dieterich’sche Ver­lags­buch­hand­lung, Mainz, 1995; S. 169.
  2. Zitiert nach: Hei­li­gen­le­xi­kon: Mar­tin Luther.
  3. Zitiert nach: Cal­vin: Insti­tu­tio (S. 619).
  4. Vers 14: Was nützt es, mei­ne Brü­der, wenn jemand sagt, er habe Glau­ben, hat aber kei­ne Wer­ke? Kann etwa der Glau­be ihn ret­ten? Vers 20: Willst du aber erken­nen, du eit­ler Mensch, dass der Glau­be ohne die Wer­ke nutz­los ist?
  5. Das Zusam­men­spiel zwi­schen dem Han­deln Got­tes und unse­rem eige­nen wird auch in Hebrä­er 13,21 ausgedrückt.


Kurt Flasch, Logik des Schre­ckens, Augus­ti­nus von Hip­po, De diver­sis quaes­tio­ni­bus ad Sim­pli­cia­num I 2; 2. Auf­la­ge; Dieterich’sche Ver­lags­buch­hand­lung, Mainz, 1995; S. 169.

Zitiert nach: Hei­li­gen­le­xi­kon: Mar­tin Luther.

Zitiert nach: Cal­vin: Insti­tu­tio (S. 619).

Vers 14: Was nützt es, mei­ne Brü­der, wenn jemand sagt, er habe Glau­ben, hat aber kei­ne Wer­ke? Kann etwa der Glau­be ihn ret­ten? Vers 20: Willst du aber erken­nen, du eit­ler Mensch, dass der Glau­be ohne die Wer­ke nutz­los ist?

Das Zusam­men­spiel zwi­schen dem Han­deln Got­tes und unse­rem eige­nen wird auch in Hebrä­er 13,21 ausgedrückt.

Das Wort, das durch den HERRN zu Jeremia geschah: Mache dich auf und geh in das Haus des Töpfers hinab, und dort werde ich dich mein Wort hören lassen! Und ich ging in das Haus des Töpfers hinab, und siehe, er war [gerade] mit einer Arbeit auf der Scheibe beschäftigt. Und das Gefäß, das er aus dem Ton machte, mißriet in der Hand des Töpfers. Und er machte wieder ein anderes Gefäß daraus, wie es in den Augen des Töpfers recht war zu tun. Und das Wort des HERRN geschah zu mir: Kann ich mit euch nicht ebenso verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel. Einmal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es ausreißen, niederbrechen und zugrunde richten [zu wollen]. Kehrt aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit um, lasse ich mich des Unheils gereuen, das ich ihm zu tun gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk und über ein Königreich, es bauen und pflanzen zu wollen. Tut es aber, was in meinen Augen böse ist, indem es auf meine Stimme nicht hört, so lasse ich mich des Guten gereuen, das ich ihm zu erweisen zugesagt habe. (Jeremia 18,1–10)