Mar­tin Luthers Lehren

Themenbereiche: Gnade, Werke und Erwählung
Schlagwörter: evangelisch/freikirchlich
Eine Statue von Martin Luther.

1 Ein­lei­ten­de Gedan­ken zur Per­son Mar­tin Luthers

Zwei­fel­los ist Mar­tin Luther eine der bedeu­tends­ten Gestal­ten der Kir­chen­ge­schich­te, des­sen Leh­ren und Lebens­grund­sät­ze durch Jahr­hun­der­te hin­durch die Theo­lo­gie und Pra­xis der pro­tes­tan­ti­schen Gemein­schaf­ten bestimmt haben und auch eine irrever­si­ble Wir­kung auf die Ent­wick­lung des neu­zeit­li­chen Katho­li­zis­mus aus­ge­übt haben. Auch sei­ne Ver­diens­te für die Ent­wick­lung der deut­schen Spra­che sind nicht zu bezwei­feln. Was sei­ne Schrift­aus­le­gung betrifft, wei­chen die Mei­nun­gen in den ein­zel­nen Kon­fes­sio­nen aber deut­lich von­ein­an­der ab. Sei­nen Anklä­gern und Kri­ti­kern gegen­über hat er sich oft auf das von Gott geführ­te Gewis­sen beru­fen. Er bat dar­um, sei­ne Wor­te und Taten auf der Grund­la­ge der Bibel mit einem gerech­ten Gericht zu beurteilen.

Die­ser Bit­te ent­spre­chend bemüh­ten wir uns in die­sem Arti­kel, Mar­tin Luthers Leh­ren und Äuße­run­gen zu prü­fen bezie­hungs­wei­se in deren Licht eine Ant­wort auf die Fra­ge zu fin­den, inwie­weit er als christ­li­che Auto­ri­tät aner­kannt wer­den kann.

Denn …

… ent­we­der macht den Baum gut, dann ist sei­ne Frucht gut, oder macht den Baum faul, dann ist sei­ne Frucht faul; denn an der Frucht wird der Baum erkannt. Ottern­brut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fül­le des Her­zens redet der Mund. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes her­vor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses her­vor. Ich sage euch aber, dass die Men­schen von jedem unnüt­zen Wort, das sie reden wer­den, Rechen­schaft geben müs­sen am Tag des Gerichts; denn aus dei­nen Wor­ten wirst du gerecht­fer­tigt wer­den, und aus dei­nen Wor­ten wirst du ver­dammt wer­den. (Mat­thä­us 12,33–37)

2 Mar­tin Luther leug­ne­te den frei­en Willen

Luther:

Der freie Wil­le nach dem Sün­den­fall ist allein dem Namen nach eine Wirk­lich­keit. Wenn er (der freie Wil­le) das tut, was in ihm ist, so begeht er eine Tod­sün­de.[1]

Wenn aber Got­tes Vor­her­wis­sen und All­macht zuge­ge­ben wird, so folgt dar­aus natür­lich mit unan­tast­ba­rer Fol­ge­rich­tig­keit, dass wir nicht durch uns selbst geschaf­fen sind oder leben oder irgend etwas voll­brin­gen, son­dern alles geschieht nur durch Got­tes All­macht. Da er aber im Vor­aus wuss­te, dass wir so sein wür­den und uns auch jetzt so erschafft, lenkt und regiert, was kann dann, so fra­ge ich, über­haupt erdacht wer­den, das in uns frei sei, dass es so oder anders gesche­he, als Gott es vor­aus­ge­se­hen hat und nun ins Werk setzt? So steht also Got­tes Vor­her­wis­sen und All­macht im schärfs­ten Gegen­satz zu unserm frei­en Wil­len. Denn ent­we­der irrt Gott in sei­nem Vor­her­wis­sen und wird sich dann auch in sei­nem Tun irren – was doch unmög­lich ist – oder wir han­deln und wer­den gelei­tet nach sei­nem Vor­her­wis­sen und Han­deln. Als All­macht Got­tes aber bezeich­ne ich nicht jene Macht, durch die er vie­les nicht tut, was er wohl könn­te, son­dern jene han­deln­de Kraft, durch die er macht­voll alles in allem wirkt; und in die­sem Sin­ne nennt ihn auch die Schrift all­mäch­tig. Und die­se All­macht und die­ses Vor­her­wis­sen Got­tes zer­stört – so sage ich – von Grund aus die Leh­re vom frei­en Wil­len.[2]

Es ist also auch dies vor allen Din­gen not­wen­dig und heil­sam für den Chris­ten zu wis­sen, dass Gott nichts zufäl­lig vor­her­weiß, son­dern dass er alles mit unwan­del­ba­rem, ewi­gem und unfehl­ba­rem Wil­len sowohl vor­her­sieht, sich vor­nimmt und aus­führt. Durch die­sen Don­ner­schlag wird der freie Wil­le zu Boden gestreckt und ganz und gar zer­malmt. Des­halb müs­sen die, wel­che den frei­en Wil­len behaup­tet haben wol­len, die­se schla­gen­de Erkennt­nis ent­we­der ver­nei­nen oder ver­leug­nen oder auf irgend­ei­ne ande­re Wei­se von sich schaf­fen.[3]

Die­se Äuße­run­gen Luthers ste­hen in kla­rem Gegen­satz zu Got­tes Wesen, der in sei­ner Lie­be das Heil für alle Men­schen will. Sein größ­ter Feh­ler dabei ist die Leh­re, dass durch Got­tes Vor­her­wis­sen und All­macht die Ent­schei­dun­gen des Men­schen vor­her bestimmt sei­en. Hier ist es wich­tig zu klä­ren, dass Gott das im Vor­aus weiß, was der Mensch in völ­li­ger Frei­heit ent­schei­den wird. Gott ist all­wis­send, weil er zeit­los ist, weil er über der Zeit steht. Des­we­gen beein­flusst die­ses Wis­sen nicht die inn­er­zeit­li­chen Ereig­nis­se. Got­tes Vor­her­wis­sen steht daher in kei­nem Wider­spruch zur mensch­li­chen Frei­heit und zer­stört die­se nicht. Die bibli­sche Leh­re von Got­tes All­macht wider­spricht nicht der Fest­stel­lung, dass Gott vie­les, was in der Welt geschieht, nicht direkt aus­führt. Gott kann auch zulas­sen, dass die Din­ge auf­grund der durch ihn bestimm­ten Grund­sät­ze – wie zum Bei­spiel des frei­en Wil­lens – ihren frei­en Lauf nehmen.

Auf die Leh­re der Prä­de­sti­na­ti­on (Vor­her­be­stim­mung) gehen wir in einem eige­nen Arti­kel ein.

Nach der Leh­re der Bibel will Gott, dass jeder Mensch geret­tet wer­de und zur Erkennt­nis der Wahr­heit gelan­ge (Johan­nes 12,44–50; 1. Timo­theus 2,1–7). Obwohl Gott will, dass alle Men­schen geret­tet wer­den, geschieht es nicht und wird – lei­der – auch nicht gesche­hen, wie das auch die bibli­sche Leh­re über die ewi­ge Ver­damm­nis aus­drückt (Mat­thä­us 25,31–46 – beson­ders Vers 46; 2. Thes­sa­lo­ni­cher 1,3–10 usw.). Wie kann es aber nun sein, dass, wenn Gott will, dass alle geret­tet wer­den, die Mehr­heit der Men­schen trotz­dem nicht das Heil erlan­gen? Ist Gott nicht all­mäch­tig oder hat der Mensch einen frei­en Willen?

Luther:

So ist der mensch­li­che Wil­le in die Mit­te gestellt (zwi­schen Gott und Satan [sic!] ) wie ein Zug­tier. Wenn Gott sich dar­auf gesetzt hat, will er und geht, wohin Gott will, wie Psalm (73,22f) sagt: „Ich bin wie ein Tier gewor­den und ich bin immer bei dir.“ Wenn Satan sich dar­auf gesetzt hat, will und geht er, wohin Satan will. Und es steht nicht in sei­ner frei­en Ent­schei­dung, zu einem von bei­den Rei­tern zu lau­fen oder ihn sich zu ver­schaf­fen zu suchen, son­dern die Rei­ter selbst kämp­fen mit­ein­an­der, ihn zu erlan­gen und zu besit­zen.[4]

Mit die­sen Wor­ten wider­spricht Luther sei­nen eige­nen Aus­sa­gen über die All­macht Got­tes. Er beschreibt den Satan wie ein mäch­ti­ges Wesen, das mit Gott auf einer Ebe­ne steht. Gott muss mit ihm um den Men­schen kämp­fen. Die­ser luthe­ri­sche Dua­lis­mus[5] hat sich von der Leh­re der Bibel so weit wie nur vor­stell­bar ent­fernt. Wenn Gott all­mäch­tig ist, war­um muss er dann um irgend­et­was kämp­fen? Ande­rer­seits – um mit Luthers Logik zu argu­men­tie­ren – wie kann es gesche­hen, dass im Gegen­satz zum Wil­len des all­mäch­ti­gen Got­tes Satan auf einem Men­schen „rei­ten“ kann? Oder ist viel­leicht gera­de das der Wil­le Got­tes, des Got­tes der Lie­be?! Übri­gens hat Luther Psalm 73 völ­lig aus dem Zusam­men­hang her­aus­ge­ris­sen zitiert. Der Psal­mist will sagen, dass er, so lan­ge sein Herz erbit­tert war, vor Gott wie ein Tier war, ver­schlos­sen gegen die Erkennt­nis, die Gott ihm schen­ken woll­te. Doch nun hat er sich Gott zuge­wandt und hat die Gewiss­heit, bei Gott zu sein.

Luther:

Wenn wir die­ses Wort (frei­er Wil­le) nicht über­haupt auf­ge­ben wol­len, was am sichers­ten und am frömms­ten wäre, soll­ten wir leh­ren, es doch bis dahin gewis­sen­haft zu gebrau­chen: dass dem Men­schen ein frei­er Wil­le nicht in Bezug auf die Din­ge ein­ge­räumt sei, die höher sind als er, son­dern nur in Bezug auf das, was so viel nied­ri­ger ist als er, d. h. dass er weiß, er habe in Bezug auf sei­ne zeit­li­chen Geld­mit­tel und Besitz­tü­mer das Recht, etwas zu gebrau­chen, zu tun, zu las­sen nach frei­em Ermes­sen (obwohl auch dies durch den frei­en Wil­len Got­tes allein gelenkt wird wohin immer es ihm gefällt). Im übri­gen hat er gegen­über Gott oder in den Din­gen, wel­che Selig­keit oder Ver­damm­nis ange­hen, kei­nen frei­en Wil­len, son­dern ist gefan­gen, unter­wor­fen, geknech­tet ent­we­der vom Wil­len Got­tes oder vom Wil­len des Satans.[6]

Luther gerät hier wie­der in einen Wider­spruch mit sich selbst. Auch er bemerkt, dass man dem Men­schen irgend­ei­ne Frei­heit zuschrei­ben muss, wenigs­tens in den all­täg­li­chen Din­gen. Aber dazu, um die­sen Gedan­ken auf­rich­tig zu Ende zu füh­ren, hängt er schon zu sehr an sei­nen Leh­ren. Mit sei­nen in Klam­mern gesetz­ten Aus­füh­run­gen „(obwohl auch dies durch den frei­en Wil­len Got­tes allein gelenkt wird wohin immer es ihm gefällt)“ weist er das Zie­hen der rich­ti­gen Kon­se­quen­zen ein­fach zurück, näm­lich dass der Mensch doch einen frei­en Wil­len hat.

Luther:

Ich beken­ne für­wahr in Bezug auf mich: Wenn es irgend­wie gesche­hen könn­te, möch­te ich nicht, dass mir ein frei­er Wil­le gege­ben wer­de, oder dass etwas in mei­ner Hand gelas­sen wür­de, womit ich nach dem Heil stre­ben könn­te.[7]

Die­ses Bekennt­nis Luthers bezeugt, wie wenig er Gott und die Wahr­heit geliebt hat. Die Bibel spricht gera­de über den unaus­weich­li­chen, hin­ge­bungs­vol­len und kon­se­quen­ten Kampf um den rech­ten Gebrauch des mensch­li­chen Wil­lens (Römer 6; Römer 12,1–2 usw.). Gott nimmt uns in sein Reich auf, aber nur dann, wenn wir das wol­len (z. B. Lukas 13,22–30).

3 Mar­tin Luther lehr­te, dass das Christ­sein nach außen unsicht­bar ist

Luther:

Ein christ­lich Wesen besteht nicht im äußer­li­chem Wan­del; es wan­delt auch den Men­schen nicht nach dem äußer­li­chen Stan­de, son­dern nach dem inner­li­chen, d. h., es gibt ein and­res Herz, einen and­ren Mut, Wil­len und Sinn, wel­cher die­sel­ben Wer­ke tut, die ein ande­rer ohne sol­chen Mut und Wil­len tut. Denn ein Christ weiß, dass es ganz am Glau­ben liegt. Dar­um gehet, ste­het, isset, trin­ket, klei­det, wir­ket und wan­delt er wie sonst ein gemei­ner Mann in sei­nem Stan­de, dass man nicht sei­nes Chris­ten­tums gewahr wird, wie Chris­tus Luk. 17,20f saget: „Das Reich Got­tes kommt nicht mit äußer­li­chen Gebär­den; man wird auch nicht sagen: Sie­he hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Got­tes ist inwen­dig in euch.“[8]

Man kann einen Chris­ten nicht recht nach dem äußer­li­chen Leben beur­tei­len. Denn es ist eben­so unrein und bau­fäl­lig wie des Nicht­chris­ten Leben. Des­halb müs­sen sie täg­lich beten: „Ver­gib uns unse­re Schuld“. Wer aber einen Chris­ten recht anse­hen und beur­tei­len will, der tue es nach dem Glau­ben. Denn nach unserm Fleisch und Blut sind wir Sün­der und müs­sen eben­so ster­ben und aller­lei Unglück hier auf Erden erwar­ten und wohl mehr als ande­re Leu­te, die Nicht­chris­ten sind. Denn Chris­ten füh­len die Sün­de mehr als ande­re Leu­te.[9]

Luthers Den­ken über die christ­li­che Lebens­pra­xis ist mit der Leh­re der Bibel nicht ver­ein­bar und wirft auch im Zusam­men­hang mit dem Wesen des Men­schen Pro­ble­me auf. See­le, Wil­le, Ver­stand des Men­schen sind nicht unab­hän­gig von des­sen Taten. Wir sind Wesen mit Bewusst­sein und über­le­gen uns, was wir tun. Unser inne­res Wesen, unse­re Über­zeu­gung offen­bart sich durch unser Tun:

Denn es gibt kei­nen guten Baum, der fau­le Frucht bringt, auch wie­der kei­nen fau­len Baum, der gute Frucht bringt; denn jeder Baum wird an sei­ner eige­nen Frucht erkannt … Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz sei­nes Her­zens das Gute her­vor, und der böse bringt aus dem bösen das Böse her­vor … (Lukas 6,43–45)

Die Bekeh­rung bedeu­tet eine völ­li­ge Umwand­lung der Denk­wei­se, eine neue Wert­ord­nung, auf­grund derer jemand sein Leben neu ord­net:

Und seid nicht gleich­för­mig die­ser Welt, son­dern wer­det ver­wan­delt durch die Erneue­rung des Sin­nes, dass ihr prü­fen mögt, was der Wil­le Got­tes ist: das Gute und Wohl­ge­fäl­li­ge und Voll­kom­me­ne. (Römer 12,2)

Ungläu­bi­ge kön­nen durch das Lebens­zeug­nis eines Chris­ten das Wir­ken Got­tes sehen und von sei­ner Lie­be und von der von Sün­de befrei­en­den Kraft über­zeugt werden:

Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht ver­bor­gen sein. Man zün­det auch nicht eine Lam­pe an und setzt sie unter den Schef­fel, son­dern auf das Lam­pen­ge­stell, und sie leuch­tet allen, die im Hau­se sind. So soll euer Licht leuch­ten vor den Men­schen, damit sie eure guten Wer­ke sehen und euren Vater, der in den Him­meln ist, ver­herr­li­chen. (Mat­thä­us 5,14–16)

Was wäre die­ses Licht für die ohne Gott leben­den Men­schen, wenn unser Christ­sein nicht an unse­rem Ver­hal­ten sicht­bar wäre? Auch Petrus sieht einen gro­ßen Unter­schied zwi­schen dem Lebens­wan­del vor und nach der Bekeh­rung. Weil die Chris­ten nicht mehr die bösen Taten der Gott­lo­sen mit­ma­chen, wer­den sie von ihnen verspottet:

… um … nicht mehr den Begier­den der Men­schen, son­dern dem Wil­len Got­tes zu leben. Denn die ver­gan­ge­ne Zeit ist genug, den Wil­len der Natio­nen voll­bracht zu haben, als ihr wan­del­tet in Aus­schwei­fun­gen, Begier­den, Trun­ken­heit, Fest­ge­la­gen, Trink­ge­la­gen und fre­vel­haf­ten Göt­zen­diens­ten. Hier­bei befrem­det es sie, dass ihr nicht mehr mit­lauft in dem­sel­ben Strom der Heil­lo­sig­keit, und sie läs­tern. (1. Petrus 4,2–4)

Zur Äuße­rung Luthers „Wer aber einen Chris­ten recht anse­hen und beur­tei­len will, der tue es nach dem Glau­ben“ soll­ten wir die Gedan­ken, die Jako­bus in sei­nem Brief nie­der­ge­schrie­ben hat, lesen:

Was nützt es, mei­ne Brü­der, wenn jemand sagt, er habe Glau­ben, hat aber kei­ne Wer­ke? (Jako­bus 2,14)

… dass der Glau­be ohne die Wer­ke nutz­los ist. (Jako­bus 2,20)

Jako­bus lehrt hier nichts ande­res als Pau­lus. Auch Jako­bus lehrt nicht, dass man durch gute Wer­ke geret­tet wer­den kann. Die Wer­ke sind Früch­te eines leben­di­gen Glau­bens und des­sen not­wen­di­ge Fol­ge. So schreibt es auch Pau­lus zum Bei­spiel in Ephe­ser 2,8–10:

Denn aus Gna­de seid ihr geret­tet durch den Glau­ben, und das nicht aus euch, Got­tes Gabe ist es; nicht aus Wer­ken, damit nie­mand sich rüh­me. Denn wir sind sein Gebil­de, in Chris­tus Jesus geschaf­fen zu guten Wer­ken, die Gott vor­her berei­tet hat, damit wir in ihnen wan­deln sollen.

4 Mar­tin Luther lehn­te Tei­le der Hei­li­gen Schrift ab

4.1 Luther über den Hebräerbrief

Über das (hin­aus) bie­tet er eine gro­ße Schwie­rig­keit dadurch, dass er im 6. und 10. Kapi­tel die Buße den Sün­dern nach der Tau­fe stracks ver­nei­net und ver­sagt und Kapi­tel 12,17 sagt, Esau habe Buße gesucht und doch nicht gefun­den, was wider alle Evan­ge­li­en und Brie­fe des Pau­lus ist. Und obwohl man einen Aus­weg aus der Schwie­rig­keit suchen möch­te, so lau­ten doch die Wor­te so klar, dass ich nicht weiß, obs mög­lich sei. Mich dünkt, es hand­le sich um einen Brief aus vie­len Stü­cken zusam­men­ge­setzt und nicht über­all in glei­cher Höhenlage.
Wie dem allen sein mag, so ists doch ein aus­bün­dig gelehr­ter Brief, der vom Pries­ter­tum Chris­ti meis­ter­lich und gründ­lich aus der Schrift redet, dazu das Alte Tes­ta­ment fein und reich­lich aus­le­get, so dass es offen­bar ist, er stam­me von einem treff­li­chen, gelehr­ten Man­ne, der ein Jün­ger der Apos­tel gewe­sen, viel von ihnen geler­net hat und gründ­lich aus der Schrift geübt ist. Und ob er wohl nicht den Grund des Glau­bens legt, wie er selbst Kapi­tel 6,1 bezeugt, wel­ches der Apos­tel Amt ist, so bau­et er doch fein drauf Gold, Sil­ber, Edel­stei­ne, wie Pau­lus 1.Korinther 3,12 sagt. Des­halb soll uns nicht hin­dern, ob viel­leicht etwas Holz, Stroh oder Heu mit unter­ge­men­get wer­de, son­dern wir wol­len sol­che fei­ne Leh­re mit allen Ehren auf­neh­men, nur dass man sie den apos­to­li­schen Brie­fen nicht in allen Din­gen gleich­stel­len soll.[10]

4.2 Wor­te Luthers über den Jakobusbrief

Den Brief des Jako­bus, obwohl er von den Alten ver­wor­fen ist, lobe ich und hal­te ihn doch für gut, und zwar des­halb, weil er gar kei­ne Men­schen­leh­re auf­stellt und Got­tes Gesetz eif­rig treibt. Aber, auf dass ich mei­ne Mei­nung dar­über begrün­de, jedoch ohne irgend­je­mands Nach­teil: ich erach­te ihn für kei­nes Apos­tels Schrift. Und dies ist mei­ne Ursa­che dafür:
Aufs ers­te, dass er stracks wider Pau­lus und alle ande­re Schrift den Wer­ken die Recht­fer­ti­gung zuschreibt und sagt, Abra­ham sei aus sei­nen Wer­ken gerecht­fer­tigt wor­den, da er sei­nen Sohn opfer­te, obwohl doch Pau­lus Römer 4 ent­ge­gen­ge­setzt leh­ret, dass Abra­ham ohne Wer­ke, ehe er denn sei­nen Sohn opfer­te, gerecht­fer­tigt wor­den sei, allein durch sei­nen Glau­ben, und das mit 1. Mose 15,6 beweist. Wenn nun die­sem Brief viel­leicht gehol­fen und für sol­che Recht­fer­ti­gung der Wer­ke ein erklä­ren­der Zusatz gefun­den wer­den möch­te, kann man ihn doch dar­in nicht schüt­zen, dass er den Spruch 1.Mose 15,6 – wel­cher allein von Abra­hams Glau­ben und nicht von sei­nen Wer­ken sagt, wie ihn Pau­lus Römer 4,3 ff. anfüh­ret – doch auf die Wer­ke bezieht. Dar­um ergibt die­ser Man­gel, dass er von kei­nem Apos­tel stamme.

Aber die­ser Jako­bus tut nicht mehr, als zu dem Gesetz und sei­nen Wer­ken trei­ben, und wirft eins so unor­dent­lich ins ande­re, dass mich dünkt, es sei irgend­ein guter, recht­schaf­fe­ner Mann gewe­sen, der etli­che Sprü­che von den Jün­gern der Apos­tel auf­ge­nom­men und so aufs Papier gewor­fen hat, oder (es) ist viel­leicht nach sei­ner Pre­digt von einem andern nie­der­ge­schrie­ben. Er nen­net (z. B.) das Gesetz ein Gesetz der Frei­heit, obwohl es Pau­lus doch ein Gesetz der Knecht­schaft, des Zorns, des Tods und der Sün­de nennet.
Aufs zwei­te, dass er Chris­ten­leu­te leh­ren will und gedenkt nicht ein­mal in sol­cher lan­gen Leh­re des Lei­dens, der Auf­er­ste­hung, des Geists Chris­ti: er nen­net Chris­tus etli­che Male, aber er leh­ret nichts von ihm, son­dern spricht vom all­ge­mei­nen Glau­ben an Gott. Denn das Amt eines rech­ten Apos­tels ists, dass er von Chris­ti Lei­den und Auf­er­ste­hen und Amt pre­di­ge und für die­sen Glau­ben den Grund lege, wie Chris­tus selbst sagt Johan­nes 15,27: „Ihr wer­det von mir zeu­gen.“ Und dar­in stim­men alle recht­schaf­fe­nen, hei­li­gen Bücher über­ein, dass sie alle­samt Chris­tus pre­di­gen und trei­ben. Das ist auch der rech­te Prüf­stein, alle Bücher zu beur­tei­len, wenn man sie­het, ob sie Chris­tus trei­ben oder nicht. Sin­te­mal alle Schrift Chris­tus zei­get, Römer 3,22f, und Pau­lus nichts als Chris­tus wis­sen will, 1. Korin­ther 2,2. Was Chris­tus nicht leh­ret, das ist nicht apos­to­lisch, wenns gleich Petrus oder Pau­lus leh­ret; umge­kehrt, was Chris­tus pre­digt, das ist apos­to­lisch, wenns gleich Judas, Han­nas, Pila­tus und Hero­des täte.

Dar­über hin­aus zitiert er die Sprü­che 1. Petrus 4,8: „Die Lie­be bedeckt der Sün­den Men­ge“, fer­ner 1. Petrus 5,6: „Demü­tigt euch unter die Hand Got­tes“, fer­ner das Wort des Pau­lus Gala­ter 5,17: „Den Geist gelüs­tet wider das Fleisch“, obwohl doch Jako­bus bereits früh von Hero­des zu Jeru­sa­lem (und zwar) vor Petrus getö­tet wor­den war, so dass sicher scheint, dass der (Ver­fas­ser des Brie­fes) lan­ge nach Petrus und Pau­lus gelebt habe.[11]

In Sum­ma: er hat denen weh­ren wol­len, die sich auf den Glau­ben ohne Wer­ke ver­lie­ßen und ist für die­se Sache an Geist, Ver­stand und Wor­ten zu schwach gewe­sen. Er zer­reißt die Schrift und wider­steht damit Pau­lus und aller Schrift, wills mit Gesetz Trei­ben aus­rich­ten, was die Apos­tel mit Anrei­zen zur Lie­be aus­rich­ten. Dar­um will ich ihn nicht in mei­ner Bibel in der Zahl der rech­ten Haupt­schrif­ten haben, will aber damit nie­mand weh­ren, dass er ihn stel­le und hoch­hal­te, wie es ihn gelüs­tet, denn es sind sonst vie­le gute Sprü­che dar­in­nen. „Ein Mann ist kein Mann in welt­li­chen Sachen“ (sagt das Sprich­wort): wie soll­te dann die­ser Ein­zel­ne nur allein wider Pau­lus und alle ande­re Schrift gel­ten?[12]

Es wür­de den Rah­men die­ser Abhand­lung spren­gen, auf alle Details die­ses Zitats ein­zu­ge­hen. Des­halb nur eine Anmer­kung zu einem wesent­li­chen Punkt. Luther nimmt hier nicht zur Kennt­nis, dass Jako­bus und Pau­lus den Begriff „Wer­ke“ unter­schied­lich ver­wen­den. Pau­lus lehnt die Geset­zes­wer­ke ab. Jako­bus geht es aber um die Wer­ke der Lie­be, die nicht ver­nach­läs­sigt wer­den sollen.

4.3 Luther über das Buch der Offenbarung

An die­sem Buch der Offen­ba­rung Johan­nes lass ich auch jeder­mann sei­nes Sin­nes wal­ten, will nie­mand an mei­ne Mei­nung oder Urteil gebun­den haben. Ich sage, was ich füh­le. Mir man­gelt an die­sem Buch ver­schie­de­nes, so dass ichs weder für apos­to­lisch, noch für pro­phe­tisch hal­te: aufs ers­te und aller­meis­te, dass die Apos­tel nicht mit Gesich­ten umge­hen, son­dern mit kla­ren und dür­ren Wor­ten weis­sa­gen, wie es Petrus, Pau­lus, Chris­tus im Evan­ge­li­um auch tun. Denn es gebührt auch dem apos­to­li­schen Amt, klar ver­ständ­lich und ohne Bild oder Gesicht von Chris­tus und sei­nem Tun zu reden. Auch gibt es kei­nen Pro­phe­ten im Alten Tes­ta­ment, geschwei­ge denn im Neu­en, der so ganz durch und durch mit Gesich­ten und Bil­dern umge­he, dass ich (die Offen­ba­rung Johan­nes) bei mir fast dem vier­ten Buch Esra[13] gleich ach­te und in allen Din­gen nicht spü­ren kann, dass es von dem hei­li­gen Geist ver­fasst sei.
Dazu dünkt mich das all­zu­viel, dass er so streng (in Bezug auf) solch sein eige­nes Buch, mehr als irgend­ein ande­res hei­li­ges Buch tut – wor­an viel mehr gele­gen wäre – befiehlt und dro­het, wer etwas davon tue, von dem wer­de Gott auch tun (22,19) usw. Umge­kehrt sol­len selig sein, die da hal­ten, was drin­nen ste­het (1,3), obwohl doch nie­mand weiß, was es ist, geschwei­ge, dass ers hal­ten soll­te, und es eben­so viel ist, als hät­ten wirs nicht, auch wohl vie­le edle Bücher vor­han­den sind, die zu hal­ten sind. Es haben auch vie­le der Väter die­ses Buch vor­zei­ten ver­wor­fen und wenns auch Hie­ro­ny­mus mit hohen Wor­ten anführt und sagt, es sei über alles Lob (erha­ben) und so vie­le Geheim­nis­se drin­nen wie Wör­ter, so kann er davon doch nichts bewei­sen und ist wohl an mehr Orten mit sei­nem Lob zu frei­gie­big. End­lich mei­ne davon jeder­mann, was ihm sein Geist gibt, mein Geist kann sich in das Buch nicht schi­cken, und ist mir dies Ursa­che genug, dass ich sein nicht hoch­ach­te, dass Chris­tus drin­nen weder geleh­ret noch erkannt wird, wel­ches zu tun ein Apos­tel doch vor allen Din­gen schul­dig ist, wie Chris­tus Apos­tel­ge­schich­te 1,8 sagt: „Ihr sollt mei­ne Zeu­gen sein.“ Dar­um blei­be ich bei den Büchern, die mir Chris­tus hell und rein dar­ge­ben.[14]

Ein posi­ti­ve­res Urteil über die Offen­ba­rung fin­det sich aller­dings in einer spä­te­ren Vor­re­de zur Offen­ba­rung Johan­nes aus dem Jahr 1530.

Auf jeden Fall gibt es zu den­ken, wie es mög­lich ist, dass eine so bedeu­ten­de und als Christ her­vor­ge­ho­be­ne Per­sön­lich­keit wie Luther die oben ange­führ­ten von Gott inspi­rier­ten Schrif­ten nicht aner­kann­te (ver­glei­che Johan­nes 7,16–17).

5 Mar­tin Luther lehr­te Unbi­bli­sches über Maria

Jung­fräu­lich­keit Mari­as auch IN der Geburt (dadurch auch Leug­nung der wah­ren Mensch­heit Jesu):

Ich glau­be, dass er mir gebo­ren ist von der rei­nen Jung­frau Maria ohne allen Scha­den ihrer leib­li­chen und geist­li­chen Jung­f­rau­schaft, auf dass er nach der Ord­nung väter­li­cher Barm­her­zig­keit mei­ne und aller sei­ner Gläu­bi­gen sünd­li­che und ver­damm­te Geburt geseg­net, unschäd­lich und rein mach­te.[15]

Die­se Jung­frau kennt kei­nen Ver­lust der Jung­fräu­lich­keit. Sie bleibt unver­letzt und keusch.[16]

Das ist also das Zei­chen: hier steht eine Schwan­ge­re. Wenn es umge­kehrt wür­de, wäre es deut­scher und deut­li­cher. Eine schwan­ge­re und gebä­ren­de „Jung­frau vor, in und nach der Geburt“. Die­ser unser Glau­bens­ar­ti­kel ist ein gött­li­ches Wun­der. … So bezeugt es der Pro­phet, dass die­ser der Imma­nu­el sei, gebo­ren aus der „Jung­frau vor, in und nach der Geburt“.[17]

Hier müs­sen die Mut­ter und die­ser Sohn den Namen haben, als sei­en sie unrein, als habe das Gesetz sie getrof­fen. Denn obschon die­ses Gebot mit den vier­zig Tagen alle ande­ren Müt­ter und Kin­der trifft, so trifft’s doch die­se Mut­ter und dies Kind nicht. Denn das Gesetz sagt: Alles Männ­li­che, das die Mut­ter zuerst gebiert. Das Gebä­ren ist (aber) allein von denen gesagt, die die Jung­f­rau­schaft ver­lo­ren und von einem Mann ein Kind haben. Das ist die­ser Mut­ter (aber) nicht gesche­hen; denn sie ist in der Geburt und nach der Geburt, wie sie Jung­frau war vor der Emp­fäng­nis und Geburt, also auch geblie­ben. Und ist ihr kein Scha­den, weder am Lei­be noch an der Jung­f­rau­schaft wider­fah­ren. Andern Wei­bern kommt’s nicht mit Lachen oder Kurz­weil an, son­dern sie müs­sen Angst und Schmer­zen füh­len, wie Gott zu Eva sag­te: „Mit Schmer­zen sollst du dei­ne Kin­der gebä­ren!“ (1.Mose 3,16) Aber hier ist es ohne Schmer­zen und Ver­seh­rung zuge­gan­gen, und eitel Freu­de gewe­sen, da sie das Kind gebo­ren hat.[18]

Luther argu­men­tiert nicht und erklärt nicht, son­dern er stellt sei­nen Hörern die erst­mals im Proto­evan­ge­li­um des Jako­bus, einer apo­kry­phen Schrift, bezeug­ten Leh­re, dass Maria auch wäh­rend ihrer Geburt ihre Jung­fräu­lich­keit bewahrt hat, wie eine Tat­sa­che vor Augen. Sei­ne Aus­füh­run­gen haben ernst­haf­te Kon­se­quen­zen, sowohl was Maria als auch was Jesus betrifft. Da Maria und Jesus Men­schen waren, waren sie wie jeder ande­re Mensch allen bio­lo­gi­schen und phy­si­ka­li­schen Geset­zen unter­wor­fen. Wenn nun Jesus bzw. Maria wirk­li­che Men­schen waren, konn­te Maria nach der Geburt Jesu nicht mehr Jung­frau blei­ben. Außer­dem ist es unver­ständ­lich, war­um man über so ein „wun­der­ba­res“ Ereig­nis nur aus einer apo­kry­phen Quel­le weiß, wäh­rend die bei­den Evan­ge­lis­ten, die in lan­gen Kapi­teln über Geburt und Kind­heit Jesu berich­ten, auf die­se angeb­li­che Tat­sa­che in kei­ner Wei­se hin­wei­sen. Aber offen­sicht­lich war die­se „Tat­sa­che“ nicht ein­mal den gnos­ti­schen Doke­tis­ten bekannt, die dar­in ein star­kes Argu­ment für ihre Leh­re gefun­den hät­ten, nach der Jesus kei­nen mate­ri­el­len Leib, son­dern nur einen Schein­leib hat­te. Es wäre auch eine küh­ne Annah­me, dass eine wah­re Leh­re so sehr mit einer der größ­ten Irr­leh­ren über­ein­stim­men würde.

6 Luther for­der­te im Bau­ern­krieg die Fürs­ten zur Bru­ta­li­tät gegen die Bau­ern auf

Die Tex­te der ver­blei­ben­den vier Kapi­tel bedür­fen kei­nes umfang­rei­chen Kom­men­tars. Wir fügen nur manch­mal kur­ze Erklä­run­gen hin­zu. Wir hof­fen, dass jeder Leser durch die­se Zita­te genü­gend Grund hat, sich eine kla­re Mei­nung über Leben und Leh­re Mar­tin Luthers zu bil­den. Um allen Miss­ver­ständ­nis­sen vor­zu­beu­gen, sei hier klar zum Aus­druck gebracht, dass wir uns von allen Gewalt­auf­ru­fen und Beschimp­fun­gen in den fol­gen­den Tex­ten auf das Ent­schie­dens­te distanzieren.

Luther:

Drum soll hier erschla­gen, wür­gen und ste­chen, heim­lich oder öffent­lich, wer da kann, und dar­an den­ken, dass nichts Gif­ti­ge­res, Schäd­li­che­res, Teuf­li­sche­res sein kann als ein auf­rüh­re­ri­scher Mensch; (es ist mit ihm) so wie man einen tol­len Hund tot­schla­gen muss: schlägst du (ihn) nicht, so schlägt er dich und ein gan­zes Land mit dir.[19]

Am Ende ist noch eine Sache, wel­che die Obrig­keit bil­lig bewe­gen soll. Denn die Bau­ern las­sen sich nicht dar­an genü­gen, dass sie des Teu­fels sind, son­dern sie zwin­gen und drin­gen viel recht­schaf­fe­ne Men­schen, die es unger­ne tun, zu ihrem teuf­li­schen Bun­de und machen die­se so aller ihrer Bos­heit und Ver­damm­nis teil­haf­tig. Denn wer ihnen (ihr Ver­lan­gen) bewil­ligt, der fährt auch mit ihnen zu Teu­fel und ist aller Übel­tat schul­dig, die sie bege­hen. Und (die­se Men­schen) müs­sens doch tun, weil sie so schwa­chen Glau­bens sind, dass sie dem (Ver­lan­gen der Bau­ern) nicht wider­ste­hen. Denn hun­dert Tode soll­te ein from­mer Christ erlei­den, ehe er ein Haar­breit in der Bau­ern Sache wil­lig­te. Oh, viel Mär­ty­rer könn­ten jetzt durch die blut­dürs­ti­gen Bau­ern und durch Mord­pro­phe­ten wer­den! Nun, sol­cher Gefan­ge­ner unter den Bau­ern soll­te sich die Obrig­keit erbar­men; und wenn sie sonst kei­ne Ursa­che hät­te, das Schwert getrost gegen die Bau­ern gehen zu las­sen und selbst Leib und Gut dar­an­zu­set­zen, so wäre doch die­se über­groß genug, dass man sol­che See­len, die durch die Bau­ern zu sol­chem teuf­li­schen Bünd­nis gezwun­gen und ohne ihren Wil­len mit ihnen so gräu­lich sün­di­gen und ver­dammt wer­den müs­sen, erret­te­te und ihnen hel­fe. Denn sol­che See­len sind recht im Fege­feu­er, ja in der Höl­le und des Teu­fels Banden.
Dar­um, lie­be Her­ren, erlö­set hier, ret­tet hier, helft hier, erbarmt euch der armen Men­schen: ste­che, schla­ge, töte hier, wer da kann. Bleibst du drü­ber tot, wohl dir, seli­ge­ren Tod kannst du nim­mer­mehr fin­den. Denn du stirbst im Gehor­sam gött­li­chen Wor­tes und Befehls, Röm 13,4 ff., und im Dienst der Lie­be, dei­nen Nächs­ten aus der Höl­le und des Teu­fels Ban­den zu erret­ten.[20]

7 Luther for­der­te die Ver­fol­gung der Täufer

Eine wich­ti­ge For­de­rung der Täu­fer­be­we­gung war eine Gemein­de, die nur aus Gläu­bi­gen bestand. Aus die­sem Grund wur­de sie von den alten (römisch‐katholischen) und neu­en (pro­tes­tan­ti­schen) Volks­kir­chen als gro­ße Gefahr für die Gesell­schaft gesehen.

Auf dem zwei­ten Reichs­tag zu Spey­er 1529 beschlos­sen daher die pro­tes­tan­ti­schen Stän­de (Fürs­ten und Reichs­städ­te) gemein­sam mit den katho­li­schen, dass die “Wie­der­tau­fe” mit dem Tode zu bestra­fen sei.

Vor die­sem zeit­ge­schicht­li­chen Hin­ter­grund sind fol­gen­de Stel­lung­nah­men Luthers zur Fra­ge der Täu­fer zu betrachten.

Luther:

Und ein Bür­ger ist schul­dig, wo sol­cher Win­kel­schlei­cher einer zu ihm kommt, ehe denn er den­sel­bi­gen hört oder leh­ren läßt, daß ers sei­ner Obrig­keit ansa­ge und auch dem Pfarr­herrn, des Pfarr­kind er ist. Tut er das nicht, so soll er wis­sen, daß er als ein Unge­hor­sa­mer sei­ner Obrig­keit wider sei­nen Eid tut und als ein Ver­äch­ter sei­nes Pfarr­herrn (dem er Ehre schul­dig ist) wider Gott han­delt, dazu selbst schul­dig ist und gleich auch mit dem Schlei­cher ein Dieb und Schalk wird,…

Denn er wollt solch Exem­pel, ohne Beruf zu pre­di­gen, nicht gestat­ten. So gedenk nun ein jeg­li­cher: Will er pre­di­gen oder leh­ren, so bewei­se er den Beruf und Befehl, der ihn dazu treibt und zwingt oder schwei­ge stil­le. Will er nicht, so befeh­le die Obrig­keit sol­chen Buben dem rech­ten Meis­ter, der Meis­ter Hans[21] heißt. Das ist als denn sein Recht als der gewiß­lich einen Auf­ruhr oder noch Ärge­res im Sinn hat, unter dem Volk anzu­rich­ten. Hier sprichst du viel­leicht zu mir: War­um leh­re­st du denn mit dei­nen Büchern in aller Welt, so du doch allein zu Wit­tem­berg Pre­di­ger bist? Ant­wort: Ich habs nie gern getan, tue es auch noch nicht gern. Ich bin aber in solch Amt erst­lich gezwun­gen und getrie­ben, da ich Doc­tor der hei­li­gen Schrift wer­den muß­te ohne mei­nen Dank. Da fing ich an als ein Doc­tor, dazu­mal von päpst­li­chem und kai­ser­li­chem Befehl, in einer all­ge­mei­nen Hoch­schu­le wie einem sol­chen Doc­tor nach sei­nem geschwo­re­nen Amt gebührt, für alle Welt die Schrift aus­zu­le­gen und jeder­man zu leh­ren. Habe auch also, nach­dem ich in solch Wesen gekom­men bin, müs­sen drin­nen blei­ben, kann auch noch nicht mit gutem Gewis­sen zurück oder ablas­sen, ob mich gleich Papst und Kai­ser drü­ber ver­bann­ten. Denn was ich hab ange­fan­gen als ein Doc­tor, aus ihrem Befehl gemacht und beru­fen, muß ich wahr­lich bis an mein Ende beken­nen und kann nun fort nicht schwei­gen noch auf­hö­ren wie ich wohl gern woll­te und auch wohl so müde und unlus­tig bin über der gro­ßen unleid­li­chen Undank­bar­keit der Leu­te. Wie­wohl wenn ich schon kein sol­cher Doc­tor wäre, so bin ich den­noch ein beru­fe­ner Pre­di­ger und habe die Mei­nen wohl mögen mit Schrif­ten leh­ren. Ob nun ande­re mehr sol­che mei­ne Schrif­ten auch begehr­ten und mich dar­um gebe­ten haben, bin ichs schul­dig gewe­sen zu tun. Denn ich mich damit nir­gend selbst ein­ge­drun­gen, noch von jemand begehrt oder gebe­ten, die­sel­bi­gen zu lesen, gleich­wie ande­re mehr from­me Pfarr­herrn und Pre­di­ger Bücher schrei­ben und nie­mand weh­ren noch trei­ben zu lesen und damit auch in aller Welt leh­ren, und lau­fen und schlei­chen doch nicht wie die­se losen unbe­ru­fe­nen Buben in frem­de Ämter ohne Wis­sen und Wil­len der Pfarr­herrn, son­dern haben ein gewis­ses Amt und Befehl, der sie treibt und zwingt …[22]

Kurz: Nach Mar­tin Luther haben nur durch staat­li­che oder staats­kirch­li­che Insti­tu­tio­nen beru­fe­ne Pre­di­ger das Recht, mit ande­ren über die Bibel zu reden. Wer die­se Befug­nis nicht vor­wei­sen kann, soll hin­ge­rich­tet wer­den. Luther beruft sich dar­auf, dass er “dazu­mal von päpst­li­chem und kai­ser­li­chem Befehl” als ein Dok­tor einer all­ge­mei­nen Hoch­schu­le ange­fan­gen hat. Wel­che Chan­cen hät­ten Petrus oder Johan­nes, “unge­lehr­te und unge­bil­de­te Leu­te” (Apos­tel­ge­schich­te 4,13), vor Luther gehabt? Nach sei­ner Argu­men­ta­ti­on hät­te Luther hier ein­deu­tig auf der Sei­te des Hohen Rats und nicht auf der Sei­te der Apos­tel gestanden.

Luther:

Und erst­lich sind sie damit wohl und leicht­lich zu ergrei­fen, wenn man sie fragt um ihre Voca­ti­on, wer sie habe hei­ßen her­schlei­chen oder kom­men und im Win­kel so pre­di­gen, so mögen sie kei­ne Ant­wort geben noch ihren Befehl anzei­gen. Und ich sage für­wahr, wenn sol­che Schlei­cher sonst kein Unt­hät­lein an sich hät­ten und eitel Hei­li­ge wären, so kann doch dies eini­ge Stück (das sie ohne Befehl und unge­for­dert kom­men geschli­chen) sie für Teu­fels­bo­ten und Leh­rer mit Gewalt über­zeu­gen. Denn der hei­li­ge Geist schleicht nicht, son­dern fleugt öffent­lich vom Him­mel her­ab. Die Schlan­gen schlei­chen, aber die Tau­ben flie­gen: dar­um ist solch Schlei­chen der rech­te Gang des Teu­fels, das feh­let nim­mer­mehr. Ich hab hören sagen, wie sich die Schlei­cher kön­nen fin­den zu den Arbei­tern in der Ern­te und auf dem Fel­de unter der Arbeit pre­di­gen, also auch zu den Köh­lern und ein­zel­nen Leu­ten in den Wäl­dern, und allent­hal­ben ihren Samen säen und Gift aus­bla­sen, wen­den die Leu­te ab von ihren Pfarr­kir­chen. Wären sie von Gott und recht­schaf­fen, so wür­den sie zu aller­erst sich zum Pfar­rer fin­den und mit dem­sel­bi­gen han­deln, ihren Beruf anzei­gen, und erzäh­len, was sie glaub­ten, und ob sie der­sel­bi­ge wol­le zulas­sen, öffent­lich zu pre­di­gen. Wür­de sie der Pfarr­herr als­dann nicht zulas­sen, so wären sie ent­schul­digt vor Gott, und möch­ten als­dann von ihren Füßen den Staub abschla­gen. Denn der Pfarr­herr hat ja den Pre­digt­stuhl, Tau­fe, Sakra­ment inne und alle Seel­sor­ge ist ihm befoh­len. Aber nun wol­len sie den Pfarr­herrn heim­lich aus­bei­ßen mit all sei­nem Befehl, und doch nicht anzei­gen ihren heim­li­chen Befehl; das sind rech­te Die­be und Mör­der der See­len, Läs­te­rer und Fein­de Chris­ti und sei­ner Kir­che.[23]

Hät­ten die­se von Luther als “Schlei­cher und Win­kel­pre­di­ger” ver­leum­de­ten Men­schen ihren Glau­ben in der von Luther gefor­der­ten Wei­se öffent­lich kund­ge­tan, so wäre das nach dem Beschluss des zwei­ten Reichs­tags von Spey­er einem Selbst­mord gleich­ge­kom­men. Es ist nur eine Ver­spot­tung die­ser Men­schen, ihnen zuerst das Todes­ur­teil anzu­dro­hen und ihnen anschlie­ßend vor­zu­wer­fen, dass sie ihre Über­zeu­gung nur im Gehei­men (auch dann noch unter Lebens­ge­fahr!) weitergeben.

8 Luthers Ein­stel­lung zu behin­der­ten Menschen

Luther:

“Vor acht Jah­ren war zu Des­sau eines (ein Wech­sel­kind)[24], das ich Doc­tor Mar­ti­nus Luther gese­hen und ange­grif­fen habe, wel­ches zwölf Jah­re alt war, sei­ne Augen und alle Sin­ne hat­te, dass man mein­te, es wäre ein recht Kind. Das­sel­bi­ge thät nichts, denn daß es nur fraß, und zwar so viel als irgend vier Bau­ern oder Dre­scher … Wenns übel im Hau­se zuging, daß Scha­den geschah, so lache­te es und war fröh­lich; gings aber wol zu, so wei­nete es. Die­se zwo Tugend hat­te es an sich. Da sag­te ich zu den Fürs­ten zu Anhalt: Wenn ich da Fürst oder Herr wäre, so woll­te ich mit die­sem Kin­de in das Was­ser, in die Mol­da, die zu Des­sau fleußt, und woll­te das homic­i­di­um dran wagen! Aber der Kur­fürst zu Sach­sen, so mit zu Des­sau war, und die Fürs­ten zu Anhalt woll­ten mir nicht fol­gen. Da sprach ich: So soll­ten sie in der Kir­chen die Chris­ten ein Vater Unser beten las­sen, dass der lie­be Gott den Teu­fel weg­neh­me. Das thä­te man täg­lich zu Des­sau; da starb das­sel­bi­ge Wech­sel­kind im andern Jah­re danach. …”

Anno 1541 hat D. Luther die­ser His­to­rie auch über Tische gedacht, und daß er den Fürs­ten von Anhalt gera­then hät­te, man soll­te den Wech­sel­balg oder den Kiel­kropf … ersäu­fen. Da ward er gefra­get: “War­um er sol­ches gera­then hätt?” Ant­wor­te­te er drauf: “Daß ers gänz­lich dafür hiel­te, daß sol­che Wech­sel­kin­der nur ein Stück Fleisch, eine mas­sa car­nis, sein, da kei­ne See­le innen ist; denn sol­ches kön­ne der Teu­fel wol machen, wie er sonst die Men­schen, so Ver­nunft, ja Leib und See­le haben, ver­derbt, wenn er sie leib­lich besit­zet, dass sie weder hören, sehen, noch etwas füh­len, er machet sie stumm, taub, blind. Da ist denn der Teu­fel in sol­chen Wech­sel­bäl­gen als ihre See­le.[25]

9 Luther hat­te eine unmensch­li­che Hal­tung gegen­über den Juden

Luther:

Ich hab‘ viel His­to­ri­en gele­sen und gehört von den Juden, so mit die­sem Urteil Chris­ti stim­men. Näm­lich, wie sie die Brun­nen ver­gif­tet, heim­lich gemor­det, Kin­der gestoh­len, wie dro­ben gemel­det. Item, dass ein Jude dem andern über Feld einen Topf voll Bluts, auch durch einen Chris­ten, zuge­schickt, item, ein Fass Wein, da das aus­ge­trun­ken, ein toter Jude im Fas­se gefun­den, und der­glei­chen viel. Und das Kin­der­steh­len hat sie oft (wie dro­ben gesagt) ver­bren­net und ver­jagt. Ich weiß wohl, dass sie sol­ches und alles leug­nen. Es stim­met aber alles mit dem Urteil Chris­ti, dass sie gif­ti­ge, bit­te­re, rach­gie­ri­ge, hämi­sche Schlan­gen, Meu­chel­mör­der und Teu­fels­kin­der sind, die heim­lich ste­chen und Scha­den tun, weil sie es öffent­lich nicht ver­mö­gen. Dar­um ich ger­ne woll­te, sie wären, da kei­ne Chris­ten sind. Der Tür­ke und ande­re Hei­den lei­den sol­ches nicht von ihnen, was wir Chris­ten von den gif­ti­gen Schlan­gen und jun­gen Teu­feln lei­den, sie tun’s auch nie­mand als uns Chris­ten. Das ist’s, das ich dro­ben gesagt habe, dass ein Christ, nächst dem Teu­fel, kei­ne gif­ti­ge­ren, bit­te­re­ren Feind habe als einen Juden, so wir doch nie­mand so viel Guts tun, noch so viel von jemand lei­den, als eben von sol­chen bösen Teu­fels­kin­dern und Schlangengezüchte.
Wer nun Lust hat, sol­che gif­ti­ge Schlan­gen und jun­ge Teu­fel, das ist die ärges­ten Fein­de Chris­ti, unsers Herrn und unser aller zu her­ber­gen, zu füt­tern und zu ehren und sich zu schin­den, rau­ben, plün­dern, zu spei­en, zu flu­chen und alles übels zu lei­den begehrt, der las­se sich die­se Juden treu­lich befoh­len sein. Ist’s nicht genug, so las­se er ihm auch ins Maul tun oder krie­che ihm in den Hin­tern und bete das­sel­bi­ge Hei­lig­tum an, rüh­me sich dar­nach, er sei barm­her­zig gewe­sen, habe den Teu­fel und sei­nen jun­gen Teu­fel gestärkt, zu läs­tern unsern lie­ben Herrn und das teu­re Blut, damit wir Chris­ten erkauft sind. So ist er denn ein voll­kom­me­ner Christ, vol­ler Wer­ke der Barm­her­zig­keit, die ihm Chris­tus beloh­nen wird am jüngs­ten Tage mit den Juden im ewi­gen höl­li­schen Feu­er.[26]

Dem­nach soll und muss es uns Chris­ten kein Scherz, son­dern gro­ßer Ernst sein, hier­wi­der Rat zu suchen und unse­re See­len von den Juden, das ist: vom Teu­fel und ewi­gen Tod, zu erret­ten. Und ist der, wie dro­ben gesagt, erstlich:
Dass man ihre Syn­ago­ge mit Feu­er ver­bren­ne und wer­fe hier­zu, wer da kann, Schwe­fel und Pech; wer auch höl­lisch Feu­er könn­te zuwer­fen, wäre auch gut. Auf dass Gott unsern Ernst, und alle Welt solch Exem­pel sehen möch­te, dass wir solch Haus (dar­in die Juden Gott, unsern lie­ben Schöp­fer und Vater, mit sei­nem Sohn so schänd­lich geläs­tert hät­ten) bis­her unwis­send gedul­det, nun­mehr ihm sei­nen Lohn gege­ben hätten.
Zum andern, dass man ihnen alle ihre Bücher neh­me, Bet­bü­cher, Tal­mu­dis­ten, auch die gan­ze Bibel, und nicht ein Blatt lie­ße, und ver­wahr­te auf die, so sich bekeh­re­ten. Denn sie des alles brau­chen zu läs­tern den Sohn Got­tes, das ist: Gott selbst den Vater, Schöp­fer Him­mels und der Erde (wie gesagt ist) und werden’s nim­mer­mehr anders brauchen.
Zum drit­ten, dass man ihnen ver­bie­te, bei uns und in dem Unsern öffent­lich Gott zu loben, zu dan­ken, zu beten, zu leh­ren bei Ver­lust Lei­bes und Lebens. In ihrem Lan­de mögen sie das tun, oder wo sie kön­nen, da wir Chris­ten es nicht hören noch wis­sen kön­nen. Ursa­che: ihr Lob, Dank, Gebet und Leh­ren ist eitel Got­tes­läs­tern, Flu­chen, Abgöt­te­rei, weil ihr Herz und Maul Gott den Vater Hebel Vor­ik nen­nen, wie sie sei­nen Sohn, unsern Herrn Jesum, nen­nen. Denn, wie sie den Sohn nen­nen und ehren, so ist der Vater auch genannt und geeh­ret. Hilft ihnen nicht, dass sie viel schö­ne Wor­te brau­chen und Got­tes Namen herr­lich füh­ren. Denn es heißt (2.Mose 20.7): „du sollst Got­tes Namen nicht miss­brau­chen.“ Gleich­wie es ihren Vor­fah­ren nichts half, dass sie Got­tes Namen füh­re­ten und ihn doch Baal nen­ne­ten, zu den Zei­ten der Köni­ge Israels.
Zum vier­ten, dass ihnen ver­bo­ten wer­de, den Namen Got­tes vor unsern Ohren zu nen­nen. Denn wir können’s mit gutem Gewis­sen nicht hören noch lei­den, weil ihr läs­ter­lich, ver­flucht Maul und Herz Got­tes Sohn Hebel Vor­ik nen­nen, und damit sei­nen Vater auch so nen­nen müs­sen, der’s nicht anders ver­ste­hen kann noch will, wie wir Chris­ten sol­ches auch nicht anders ver­ste­hen kön­nen, die wir glau­ben müs­sen, wie der Sohn genannt wird und geeh­ret, so wird auch der Vater geeh­ret und genannt. Dar­um der Juden Maul nicht soll wert gehal­ten wer­den bei uns Chris­ten, dass es Gott soll­te vor unsern Ohren nen­nen, son­dern, wer es vom Juden höret, dass er’s der Ober­keit anzei­ge oder mit Sau­dreck auf ihn wer­fe, sofern er ihn sie­het, und von sich jage. Und sei hier­in nie­mand barm­her­zig noch gütig. Denn es betrifft Got­tes Ehre und unser aller (der Juden auch) Selig­keit.[27]

Ja, wie wol­len wir tun, wenn wir gleich den Juden ihre Syn­ago­ge ver­bren­nen, Gott loben, beten, leh­ren, Got­tes Namen nen­nen, öffent­lich ver­bie­ten usw., gleich­wohl wer­den sie es doch heim­lich nicht las­sen. Und weil wir wis­sen, dass sie es heim­lich tun, so ist’s eben­so­viel, als täten sie es öffent­lich. Denn, was man weiß, das heim­lich geschieht und gedul­det wird, das heißt doch nicht heim­lich, und gleich­wohl unser Gewis­sen damit vor Gott beschwe­ret ist. Wohl­an, da mögen wir uns vor­se­hen. Mei­nes Dün­kens will’s doch da hin­aus: sol­len wir von der Juden Läs­te­rung rein blei­ben und ihrer nicht teil­haf­tig wer­den, so müs­sen wir geschie­den sein, und sie aus unserm Lan­de ver­trie­ben wer­den. Sie mögen geden­ken an ihr Vater­land, so dür­fen sie nicht mehr vor Gott über uns schrei­en und lügen, dass wir sie gefan­gen hal­ten, wir auch nicht kla­gen, dass sie uns mit ihrem Läs­tern und Wuchern beschwe­ren. Dies ist der nächs­te und bes­te Rat, der bei­de Par­tei­en in sol­chem Fall sichert.[28]

Noch in sei­ner letz­ten Pre­digt, drei Tage vor sei­nem Tod, hielt Luther an sei­nem Juden­hass fest:

Dar­um seid unver­wor­ren mit ihnen als mit denen, die da nichts anders bei euch tun, denn das sie unsern lie­ben HErrn Jesum Chris­tum gräu­lich läs­tern, ste­hen uns nach Leib, Leben, Ehre und Gut. Noch wol­len wir die christ­li­che Lie­be an ihnen üben und für sie bit­ten, dass sie sich bekeh­ren, den HErrn anneh­men, den sie vor uns bil­lig ehren soll­ten. Wel­che sol­chs nicht tun will, da set­ze es in kei­nem Zwei­fel, dass er ein ver­bös­ter Jude ist, der nicht ablas­sen wird, Chris­tus zu läs­tern, dich aus­zu­sau­gen und (wo er kann) zu töten.

Wol­len sich die Juden zu uns bekeh­ren und von ihrer Läs­te­rung und was sie uns sonst getan haben auf­hö­ren, so wol­len wir es ihnen ger­ne ver­ge­ben. Wo aber nicht, so sol­len wir sie auch bei uns nicht dul­den noch lei­den.[29]

10 Schluss­ge­dan­ken

Unse­re Samm­lung von Luther­zi­ta­ten hat nicht das Ziel, eine umfas­sen­de, alle Details des Lebens und der Leh­re aus­leuch­ten­de Dar­stel­lung zu lie­fern. Das Ziel unse­rer Abhand­lung ist die War­nung vor einem Irr­leh­rer. Damit leug­nen wir nicht, dass er auch vie­les gut und rich­tig gesagt hat. Als Jesus in Mat­thä­us 23 mit schar­fen Wor­ten gegen die Pha­ri­sä­er und Schrift­ge­lehr­ten gere­det hat, hat er dadurch nicht all das Gute geleug­net, das die Pha­ri­sä­er ohne Zwei­fel auch getan haben.

Jeder, der wei­ter­geht und nicht in der Leh­re des Chris­tus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Leh­re bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und die­se Leh­re nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an sei­nen bösen Wer­ken. (2. Johan­nes 9–11)


Fußnoten

  1. Dis­pu­ta­tio Hei­del­ber­gae habi­ta, 1518: Luther Deutsch, Ergän­zungs­band Luther­le­xi­kon, Hsg. Kurt Aland, Göt­tin­gen 3. Aufl. 1974, S. 390; vgl. Wei­ma­rer Aus­ga­be (WA) 1,358,33–34.
  2. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 287, vgl. WA 18,718.
  3. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 3, Stutt­gart 3. Auf­la­ge 1961, S. 171; vgl. WA 18,615.
  4. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525 Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390f, vgl. WA 18,635,17–22.
  5. Mit die­sem Aus­druck wol­len wir nicht behaup­ten, dass Luthers Den­ken grund­sätz­lich dua­lis­tisch in dem Sin­ne war, dass er Satan und Gott auf einer Ebe­ne gese­hen hat. Wir bezie­hen uns hier nur auf die­se kon­kre­te Stel­le, an der sich Luther in sei­ner Ableh­nung des frei­en Wil­lens auf eine Posi­ti­on bege­ben hat, die sonst nicht sei­nem Den­ken entspricht.
  6. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390, vgl. WA 18,638,4–11.
  7. De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 326 f., vgl. WA 18,783.
  8. Weih­nachts­pos­til­le 1522: Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 57 f., vgl. WA 10I1,137,18–138,5 – Zur ange­führ­ten Bibel­stel­le ist zu sagen, dass auch moder­ne Aus­ga­ben der Luther­bi­bel die­se Stel­le anders über­set­zen: „Denn sie­he, das Reich Got­tes ist mit­ten unter Euch.“ Jesus sprach hier nicht von einem äußer­lich ver­bor­gen blei­ben­den Wir­ken Got­tes, son­dern, dass mit ihm das Reich Got­tes unter den Men­schen gegen­wär­tig ist. Jesus hat die­ses Wort auch nicht zu Chris­ten, son­dern zu sei­nen Geg­nern, den Pha­ri­sä­ern gespro­chen. Es kann hier also nicht um das unsicht­ba­re Christ­sein gehen.
  9. Haus­pos­til­le 1544, Von der Frucht der Auf­er­ste­hung Chris­ti: Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S.58, vgl. WA 52,251, 18–24.
  10. Vor­re­de zum Hebrä­er­brief, 1522: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 5, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1963, S. 62, vgl. WA DB 7,344.
  11. Luther beruft sich hier irr­tüm­li­cher­wei­se auf Apos­tel­ge­schich­te 12,1–2, wo es aber nicht um den Autor des Jako­bus­brie­fes, den „Her­ren­bru­der“ – ver­mut­lich ein Cou­sin Jesu – geht, son­dern um den Apos­tel Jako­bus, den Sohn des Zebedä­us, den Bru­der des Johannes.
  12. Vor­re­de zum Jako­bus­brief, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 62–64, Vgl. WA DB 7,384–386.
  13. Das 4. Buch Esra ist eine nicht kano­ni­sche apo­kry­phe Schrift.
  14. Vor­re­de zur Offen­ba­rung Johan­nes, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 65 f., vgl. WA DB 7,404.
  15. Eine kur­ze Form des Glau­bens­be­kent­nis­ses 1520: Luther Deutsch, hsg. Kurt Aland, Bd. 6, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1966, S. 19; vgl. WA 7,117.
  16. Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1528; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 50; vgl. WA 27,475,25 f.
  17. Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1540; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 53; vgl. WA 49,182 f.
  18. Pre­digt auf das Fest der Opfe­rung Chris­ti im Tem­pel, in Eis­le­ben gehal­ten, 2. Febru­ar 1546: Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren, S. 53–54; vgl. WA 51,167,28–40.
  19. Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 192; vgl. WA 18,358.
  20. Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 196 f.; vgl. WA 18,361.
  21. Gemeint ist der Henker.
  22. Der 82. Psalm durch D.M.L geschrie­ben und aus­ge­legt Anno 1530 – WA Abt. 1 Schrif­ten, Bd. 31 I Psal­men­aus­le­gun­gen 1529/32, S. 210–212.
  23. Luther Mar­tin, Brief von den Schlei­chern und Win­kel­pre­di­gern an Eber­hard von der Tan­nen, Amt­mann zu Wart­burg, vom Jah­re 1532 – Glau­bens­stim­me: Luther, Mar­tin.
  24. Ein Wech­sel­kind oder Wech­sel­balg ist im Aber­glau­ben des europäisch‐christlichen Mit­tel­al­ters ein Säug­ling (ver­al­tet „Balg“), der einer Wöch­ne­rin durch den Teu­fel, Dru­den oder Hexen im Aus­tausch gegen ihr eige­nes Kind unter­ge­scho­ben wur­de (laut Wiki­pe­dia: Wech­sel­balg).
  25. Mar­tin Luther, Tisch­re­den Nr. 5207 – Wei­ma­rer Aus­ga­be, Abt. 2 Tisch­re­den, Bd. 5, S. 9.
  26. Von den Juden und ihren Lügen 1543: Mar­tin Luther, Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, Mün­chen 1936, S. 198f; vgl. WA 53,417–522.
  27. Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 206 f.
  28. Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 208 f.
  29. Vier Pre­dig­ten des Ehr­wir­di­gen Herrn D. Mar­ti­ni Luthers zu Eis­le­ben vor sei­nem abschied aus die­sem leben getan, Gedruckt zu Wit­tem­berg durch Hans Lufft, 1546 (Recht­schrei­bung durch uns aktualisiert).


Dis­pu­ta­tio Hei­del­ber­gae habi­ta, 1518: Luther Deutsch, Ergän­zungs­band Luther­le­xi­kon, Hsg. Kurt Aland, Göt­tin­gen 3. Aufl. 1974, S. 390; vgl. Wei­ma­rer Aus­ga­be (WA) 1,358,33–34.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 287, vgl. WA 18,718.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 3, Stutt­gart 3. Auf­la­ge 1961, S. 171; vgl. WA 18,615.

Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt errette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll; und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat. (Johannes 12,44–50)

Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit. Dazu bin ich bestellt worden als Herold und Apostel — ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht —, als Lehrer der Nationen in Glauben und Wahrheit. (1. Timotheus 2,1–7)

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525 Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390f, vgl. WA 18,635,17–22.

Mit die­sem Aus­druck wol­len wir nicht behaup­ten, dass Luthers Den­ken grund­sätz­lich dua­lis­tisch in dem Sin­ne war, dass er Satan und Gott auf einer Ebe­ne gese­hen hat. Wir bezie­hen uns hier nur auf die­se kon­kre­te Stel­le, an der sich Luther in sei­ner Ableh­nung des frei­en Wil­lens auf eine Posi­ti­on bege­ben hat, die sonst nicht sei­nem Den­ken entspricht.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 390, vgl. WA 18,638,4–11.

De ser­vo arbi­trio – Vom unfrei­en Wil­len, 1525: Luther Deutsch, Bd 3, S. 326 f., vgl. WA 18,783.

Weih­nachts­pos­til­le 1522: Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S. 57 f., vgl. WA 10I1,137,18–138,5 – Zur ange­führ­ten Bibel­stel­le ist zu sagen, dass auch moder­ne Aus­ga­ben der Luther­bi­bel die­se Stel­le anders über­set­zen: „Denn sie­he, das Reich Got­tes ist mit­ten unter Euch.“ Jesus sprach hier nicht von einem äußer­lich ver­bor­gen blei­ben­den Wir­ken Got­tes, son­dern, dass mit ihm das Reich Got­tes unter den Men­schen gegen­wär­tig ist. Jesus hat die­ses Wort auch nicht zu Chris­ten, son­dern zu sei­nen Geg­nern, den Pha­ri­sä­ern gespro­chen. Es kann hier also nicht um das unsicht­ba­re Christ­sein gehen.

Haus­pos­til­le 1544, Von der Frucht der Auf­er­ste­hung Chris­ti: Luther Deutsch, Erg​.Bd. Luther­le­xi­kon, S.58, vgl. WA 52,251, 18–24.

Vor­re­de zum Hebrä­er­brief, 1522: Luther Deutsch, Hsg. Kurt Aland, Bd. 5, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1963, S. 62, vgl. WA DB 7,344.

Luther beruft sich hier irr­tüm­li­cher­wei­se auf Apos­tel­ge­schich­te 12,1–2, wo es aber nicht um den Autor des Jako­bus­brie­fes, den „Her­ren­bru­der“ – ver­mut­lich ein Cou­sin Jesu – geht, son­dern um den Apos­tel Jako­bus, den Sohn des Zebedä­us, den Bru­der des Johannes.

Vor­re­de zum Jako­bus­brief, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 62–64, Vgl. WA DB 7,384–386.

Das 4. Buch Esra ist eine nicht kano­ni­sche apo­kry­phe Schrift.

Vor­re­de zur Offen­ba­rung Johan­nes, 1522: Luther Deutsch, Bd. 5, S. 65 f., vgl. WA DB 7,404.

Eine kur­ze Form des Glau­bens­be­kent­nis­ses 1520: Luther Deutsch, hsg. Kurt Aland, Bd. 6, Stutt­gart 2. Auf­la­ge 1966, S. 19; vgl. WA 7,117.

Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1528; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 50; vgl. WA 27,475,25 f.

Pre­digt vom 24. Dezem­ber 1540; Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren S. 53; vgl. WA 49,182 f.

Pre­digt auf das Fest der Opfe­rung Chris­ti im Tem­pel, in Eis­le­ben gehal­ten, 2. Febru­ar 1546: Mari­en­lob der Refor­ma­to­ren, S. 53–54; vgl. WA 51,167,28–40.

Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 192; vgl. WA 18,358.

Wider die räu­be­ri­schen und mör­de­ri­schen Rot­ten der Bau­ern, 1525: Luther Deutsch, Bd. 7, S. 196 f.; vgl. WA 18,361.

Gemeint ist der Henker.

Der 82. Psalm durch D.M.L geschrie­ben und aus­ge­legt Anno 1530 – WA Abt. 1 Schrif­ten, Bd. 31 I Psal­men­aus­le­gun­gen 1529/32, S. 210–212.

Luther Mar­tin, Brief von den Schlei­chern und Win­kel­pre­di­gern an Eber­hard von der Tan­nen, Amt­mann zu Wart­burg, vom Jah­re 1532 – Glau­bens­stim­me: Luther, Mar­tin.

Ein Wech­sel­kind oder Wech­sel­balg ist im Aber­glau­ben des europäisch‐christlichen Mit­tel­al­ters ein Säug­ling (ver­al­tet „Balg“), der einer Wöch­ne­rin durch den Teu­fel, Dru­den oder Hexen im Aus­tausch gegen ihr eige­nes Kind unter­ge­scho­ben wur­de (laut Wiki­pe­dia: Wech­sel­balg).

Mar­tin Luther, Tisch­re­den Nr. 5207 – Wei­ma­rer Aus­ga­be, Abt. 2 Tisch­re­den, Bd. 5, S. 9.

Von den Juden und ihren Lügen 1543: Mar­tin Luther, Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, Mün­chen 1936, S. 198f; vgl. WA 53,417–522.

Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 206 f.

Von den Juden und ihren Lügen 1543: Schrif­ten wider Juden und Tür­ken, S. 208 f.

Vier Pre­dig­ten des Ehr­wir­di­gen Herrn D. Mar­ti­ni Luthers zu Eis­le­ben vor sei­nem abschied aus die­sem leben getan, Gedruckt zu Wit­tem­berg durch Hans Lufft, 1546 (Recht­schrei­bung durch uns aktualisiert).