Himm­li­sche Hoff­nung aller Christen

Schlagwörter: Zeugen Jehovas

Wer­den eini­ge Chris­ten im Him­mel sein und die ande­ren auf der Erde? Wie soll man das Bild mit den 144.000 Gläu­bi­gen ver­ste­hen? Dar­auf wol­len wir in die­sem Arti­kel eingehen.

Ein Kind, das mit sehnsüchtigen Augen zum Himmel blickt und die himmlische Hoffnung der Christen veranschaulicht.

1 Unter­stützt die Bibel die Tren­nung der Chris­ten in zwei Klassen?

Aber nicht für die­se allein bit­te ich, son­dern auch für die, wel­che durch ihr Wort an mich glau­ben, damit sie alle eins sei­en, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins sei­en, damit die Welt glau­be, dass du mich gesandt hast. (…)Vater, ich will, dass die, wel­che du mir gege­ben hast, auch bei mir sei­en, wo ich bin, damit sie mei­ne Herr­lich­keit schau­en, die du mir gege­ben hast, denn du hast mich geliebt vor Grund­le­gung der Welt. (Johan­nes 17,20.21.24)

Jesus sagt, dass die wich­tigs­ten Zei­chen, wor­an die Welt sei­ne Nach­fol­ger erken­nen wird, Lie­be[1] und Ein­heit sind. Die voll­kom­me­ne Ein­heit, für die Jesus auch bete­te, wird im Leben hier schon Wirk­lich­keit und reicht bis in die Ewigkeit.

Gott, der so sehr die Ein­heit sei­ner Kin­der will, schenkt die­se Ver­hei­ßung allen, die an ihn glau­ben: ewi­ges Leben in tie­fer Gemein­schaft mit ihm im Him­mel.[2]

Das Ziel des Kom­mens Jesu war, „… das zu suchen, was ver­lo­ren ist“ (Lukas 19,10). Auf­grund unse­rer Sün­den waren wir ent­fernt von Gott, unse­rem Schöp­fer – wie Frem­de,[3] wir waren sei­ne Fein­de.[4] Jesus hat die Sün­de über­wun­den,[5] ver­gab uns und ver­söhn­te uns mit Gott,[6] schenk­te uns ein neu­es Leben[7] und mach­te uns zu Söh­nen und Töch­tern. Des­halb kön­nen wir Gott unse­ren Vater nen­nen[8] und in ewi­ger Gemein­schaft mit ihm, mit Jesus und allen sein, die ihn lieben.

Alle, die Jesus die­nen, wer­den dort sein, wo er ist:

Wahr­lich, wahr­lich, ich sage euch: Wenn das Wei­zen­korn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, ver­liert es; und wer sein Leben in die­ser Welt hasst, wird es zum ewi­gen Leben bewah­ren. Wenn mir jemand dient, so fol­ge er mir nach! Und wo ich bin, da wird auch mein Die­ner sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren. (Johan­nes 12,24–26)

Wenn man den Zusam­men­hang betrach­tet, sieht man, dass Jesus sowohl über das bevor­ste­hen­de Lei­den und des­sen Frucht als auch über den Gehor­sam spricht. Die Frucht besteht dar­in, dass er denen, die ihm gehor­chen wol­len, Erlö­sung schenkt.

Der Ver­gleich mit dem Wei­zen­korn, das in die Erde fällt und stirbt, zeigt die Bereit­schaft, die Jesus von uns erwar­tet, unser Leben ihm zu geben. Dabei geht es nicht in ers­ter Linie um den kör­per­li­chen Aspekt (zu ster­ben), son­dern nicht für sich selbst zu leben. Wer das tut, emp­fängt die Ver­hei­ßung, dass er für immer mit ihm zusam­men sein wird; jeder, der Teil­ha­ber an den Lei­den Chris­ti ist, wird auch Teil­ha­ber an sei­ner Ver­herr­li­chung sein.

Die­ser Gedan­ke ist auch im 2. Timo­theus­brief und im Johan­nes­evan­ge­li­um zu fin­den, wo steht:

Das Wort ist gewiss. Denn wenn wir mit gestor­ben sind, wer­den wir auch mit­le­ben; wenn wir aus­har­ren, wer­den wir auch mit herr­schen… (2. Timo­theus 2,11–12)

Euer Herz wer­de nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich! Im Hau­se mei­nes Vaters sind vie­le Woh­nun­gen. Wenn es nicht so wäre, wür­de ich euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch eine Stät­te zu berei­ten? Und wenn ich hin­ge­he und euch eine Stät­te berei­te, so kom­me ich wie­der und wer­de euch zu mir neh­men, damit auch ihr seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe, dahin wisst ihr den Weg. Tho­mas spricht zu ihm: Herr, wir wis­sen nicht, wohin du gehst. Und wie kön­nen wir den Weg wis­sen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahr­heit und das Leben. Nie­mand kommt zum Vater als nur durch mich. (Johan­nes 14,1–6)

Jesus ermun­tert sei­ne Jün­ger, ihm zu ver­trau­en. Er weiß, dass der Grund sei­nes Kom­mens der ist, dass er uns den Weg zum Vater zei­ge und eine Stät­te berei­te, um uns mit ihm in die himm­li­sche Herr­lich­keit – in die ewi­ge Gemein­schaft mit ihm und den Vater – zu neh­men. Sei­ne Aus­sa­ge, dass er der Weg, die Wahr­heit und das Leben ist, macht deut­lich, dass er das Ziel und der Weg für alle ist, die ihm fol­gen wollen.

Trotz die­ser kla­ren Wor­te Jesu leh­ren die Zeu­gen Jeho­vahs, dass es zwei Grup­pen von Chris­ten gäbe, die unter­schied­li­che Hoff­nun­gen haben – die eine (bestehend aus 144.000 Erwähl­ten) hat himm­li­sche Hoff­nung, die zwei­te (die Mas­se) hat irdi­sche Hoff­nung. Es ist nur mög­lich, die Bibel so zu inter­pre­tie­ren, indem man die kla­ren Wor­te Jesu und der Apos­tel ignoriert.

Außer den oben genann­ten Wor­ten Jesu (in denen Jesus klar aus­drückt, dass alle, die ihm die­nen, und alle, die an die Wor­te der Apos­tel glau­ben, mit ihm zusam­men sein und sei­ne Herr­lich­keit in ihrer Fül­le schau­en und sich mit ihm freu­en wer­den)[9] gibt es noch vie­le ande­re Stel­len im Neu­en Tes­ta­ment, die über die himm­li­sche Hoff­nung spre­chen, die Chris­ten haben.[10] Zeu­gen Jeho­vas behaup­ten, dass sich die­se Stel­len auf die 144.000 Erwähl­ten bezö­gen oder mei­nen, dass es „hier ein­fach um die ers­ten Chris­ten ginge“.

Bevor wir aber wei­ter­ge­hen, wol­len wir vor­erst noch eine ihrer wich­tigs­ten Stel­len, eine Säu­le ihrer Leh­re, genau­er untersuchen:

Fürch­te dich nicht, du klei­ne Her­de! Denn es hat eurem Vater wohl gefal­len, euch das Reich zu geben […] Der Herr aber sprach: Wer ist nun der treue und klu­ge Ver­wal­ter, den der Herr über sein Gesin­de set­zen wird, um ihm die zuge­mes­se­ne Spei­se zu geben zur rech­ten Zeit? Glück­se­lig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei sol­chem Tun fin­den wird! In Wahr­heit sage ich euch, dass er ihn über sei­ne gan­ze Habe set­zen wird. Wenn aber jener Knecht in sei­nem Her­zen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit mit dem Kom­men, und anfängt, die Knech­te und Mäg­de zu schla­gen und zu essen und zu trin­ken und sich zu berau­schen, so wird der Herr jenes Knech­tes kom­men an einem Tag, an dem er es nicht erwar­tet, und in einer Stun­de, die er nicht weiß, und wird ihn ent­zwei­schnei­den und ihm sein Teil fest­set­zen bei den Ungläu­bi­gen. (Lukas 12,32.42–46)

Ent­spre­chend ihrer Sicht spricht die­se Stel­le über die 144.000 Erwähl­ten, die die „klei­ne Her­de“ bil­den. Zusätz­lich „gibt ihnen“ die­se Stel­le die Argu­men­ta­ti­ons­grund­la­ge, von ihren Mit­glie­dern unbe­ding­ten Gehor­sam (ohne Hin­ter­fra­gung) unter die Wach­turm­ge­sell­schaft zu for­dern, da es der „treue Ver­wal­ter bzw. Skla­ve (Mat­thä­us 24,45)“ ist, der „den ande­ren Skla­ven Spei­se gibt zur rech­ten Zeit“.

In Wirk­lich­keit ist es nicht mög­lich, die­se Inter­pre­ta­ti­on von Jesu Wor­ten abzu­lei­ten – im Gegenteil.

Wenn wir uns Lukas 12,32 im Zusam­men­hang anschau­en, ist es offen­sicht­lich, dass Jesus sei­ne Wor­te nicht an eine spe­zi­el­le Grup­pe sei­ner Nach­fol­ger rich­te­te. Jesus ermun­ter­te sei­ne Jün­ger in einer Wei­se, die alle Gläu­bi­gen zu allen Zei­ten stär­ken soll. Die Her­de ist klein, nicht weil sie aus 144.000 besteht, son­dern es nur weni­ge sind, die den schma­len Weg gehen wol­len.[11]

Wir sind alle Brü­der, Kin­der des­sel­ben Vaters, nie­mand soll gering geschätzt oder ver­ehrt wer­den. Das ist ein wei­te­res zen­tra­les The­ma der Leh­re Jesu.[12]

In Gleich­nis­sen sol­len wir nicht ver­su­chen, jedem Detail einen Bezug zur Wirk­lich­keit zu geben, da in einer bild­li­chen Aus­drucks­wei­se nur bestimm­te Anschau­un­gen ver­deut­licht wer­den sol­len. Die­ses Gleich­nis hat einen ähn­li­chen Inhalt wie das vor­an­ge­gan­ge­ne (Lukas 12,36–40). Jesus erzähl­te vie­le Gleich­nis­se, in denen es um Wach­sam­keit ging, weil er uns bewusst machen woll­te, dass wir nur durch das Aus­har­ren im Guten und in dem bestän­di­gen Gehor­sam ihm gegen­über am Ziel ankom­men werden.

Ein zusätz­li­cher Aspekt, der in die­sem Gleich­nis aus­ge­drückt wird, ist in den Ver­sen 47–48 zusam­men­ge­fasst. Jeder ist für sich selbst ver­ant­wort­lich, ent­spre­chend der Ver­ant­wor­tung, die er bekom­men hat: die, die den Wil­len Got­tes ken­nen – die Chris­ten, eben­so wie die, die Got­tes Wil­len nicht ken­nen – die anderen.

Um in unse­ren Unter­su­chun­gen fort­fah­ren zu kön­nen, soll­ten wir uns zwei Fra­gen genau­er anschauen:

2 Bezie­hen sich die Ver­hei­ßun­gen im Neu­en Tes­ta­ment nur auf die ers­ten Christen?

Jesus kam, um alle Men­schen zu ret­ten, all die zu rufen, die sich nach Got­tes Herr­lich­keit seh­nen. Des­halb kön­nen wir sagen, dass das Neue Tes­ta­ment nicht nur für die ers­ten Chris­ten oder für die 144.000 Erwähl­ten geschrie­ben wur­de. Die Inhal­te der Ver­hei­ßun­gen bezie­hen sich auf alle Chris­ten zu allen Zei­ten. Die­se Tat­sa­che ist aus eini­gen Stel­len ersichtlich:

Der Apos­tel Johan­nes schreibt über das Kom­men Jesu in die­se Welt:

Er war in der Welt, und die Welt wur­de durch ihn, und die Welt kann­te ihn nicht. Er kam in das Sei­ne, und die Sei­nen nah­men ihn nicht an; so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den, denen, die an sei­nen Namen glau­ben; die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Wil­len des Flei­sches, auch nicht aus dem Wil­len des Man­nes, son­dern aus Gott gebo­ren sind. (Johan­nes 1,10–13)

Jesus kam nicht nur für sei­ne Gene­ra­ti­on, son­dern für jeden (was sogar die Zeu­gen Jeho­vas als Tat­sa­che akzep­tie­ren). Des­halb ist die Aus­sa­ge von Johan­nes „so vie­le ihn aber auf­nah­men, denen gab er das Recht, Kin­der Got­tes zu wer­den“ für alle, die an ihn glau­ben, gültig.

In Römer 8,12–17 kön­nen wir sehen, dass die Kin­der Got­tes vom Geist Got­tes gelei­tet wer­den und Erben Got­tes und Mit­er­ben Chris­ti sind. Ist es nicht all­zu deut­lich, dass die Mit­er­ben Chris­ti mit ihm im Him­mel sein werden?

So sind wir nun, Brü­der, nicht dem Fleisch Schuld­ner, um nach dem Fleisch zu leben; denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so wer­det ihr ster­ben, wenn ihr aber durch den Geist die Hand­lun­gen des Lei­bes tötet, so wer­det ihr leben. Denn so vie­le durch den Geist Got­tes gelei­tet wer­den, die sind Söh­ne Got­tes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knecht­schaft emp­fan­gen, wie­der zur Furcht, son­dern einen Geist der Sohn­schaft habt ihr emp­fan­gen, in dem wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt zusam­men mit unse­rem Geist, dass wir Kin­der Got­tes sind. Wenn aber Kin­der, so auch Erben, Erben Got­tes und Mit­er­ben Chris­ti, wenn wir wirk­lich mit­lei­den, damit wir auch mit ver­herr­licht wer­den. (Römer 8,12–17)

In ähn­li­cher Wei­se wer­den Chris­ten „der Same Abra­hams“, „Erben der Ver­hei­ßung“, „Kin­der Got­tes“, „der Tem­pel Got­tes“ und „das neue Isra­el“ (Gala­ter 3,6–7.16.29; Ephe­ser 2,11–22; 3, 3,6–7; Römer 8,17; 1. Korin­ther 3,16–17 usw.) genannt.

Zeu­gen Jeho­vas behaup­ten, dass sich all die­se Stel­len nur auf die ers­ten Chris­ten bzw. die 144.000 Erwähl­ten bezie­hen.[13]

Im Fall von Römer 8,17 kön­nen wir erken­nen, dass die­ser Argu­men­ta­ti­on jede Grund­la­ge fehlt. Pau­lus spricht in Gala­ter 3 über die Iden­ti­tät der Söh­ne (oder des Samens) Abrahams:

Eben­so wie Abra­ham Gott glaub­te und es ihm zur Gerech­tig­keit gerech­net wur­de. Erkennt dar­aus: die aus Glau­ben sind, die­se sind Abra­hams Söh­ne! Die Schrift aber, vor­aus­se­hend, dass Gott die Natio­nen aus Glau­ben recht­fer­ti­gen wer­de, ver­kün­dig­te dem Abra­ham die gute Bot­schaft vor­aus: „In dir wer­den geseg­net wer­den alle Natio­nen.“ Folg­lich wer­den die, die aus Glau­ben sind, mit dem gläu­bi­gen Abra­ham geseg­net. (Gala­ter 3, 6–9)

Er sagt, dass die Söh­ne Abra­hams alle Gläu­bi­gen sind (Vers 6–7), weil sie dem Glau­ben Abra­hams fol­gen. Wir kön­nen von Vers 9 schluss­fol­gern, dass sie zusam­men mit Abra­ham geseg­net wer­den. Sie sind Söh­ne Got­tes durch ihren Glau­ben an Chris­tus (Vers 26) und erben ent­spre­chend der Ver­hei­ßung (Vers 29). Ihr Glau­be ver­si­chert ihnen ihr Erbe (Vers 26–29):

… denn ihr alle seid Söh­ne Got­tes durch den Glau­ben in Chris­tus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Chris­tus getauft wor­den seid, ihr habt Chris­tus ange­zo­gen. Da ist nicht Jude noch Grie­che, da ist nicht Skla­ve noch Frei­er, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Chris­tus Jesus. Wenn ihr aber des Chris­tus seid, so seid ihr damit Abra­hams Nach­kom­men­schaft und nach der Ver­hei­ßung Erben. (Gala­ter 3,26–29)

Des­halb erbt Abra­ham (ent­spre­chend der Leh­re der Zeu­gen Jeho­vas ist er Erbe der irdi­schen Hoff­nung) die glei­chen Seg­nun­gen wie auch all jene, die an Jesus glau­ben, die Kin­der Got­tes und Erben der himm­li­schen Hoff­nung sind.[14]

3 Gibt es Gläu­bi­ge, die nicht in den Him­mel kommen?

3.1 Die Ein­heit aller Gläubigen

Um mit die­ser Fra­ge rich­tig umge­hen zu kön­nen, soll­ten wir zuerst abklä­ren, was das Neue Tes­ta­ment über die Ein­heit aller Gläu­bi­gen sagt. Wir erwähn­ten bereits im ers­ten Teil eine Text­stel­le (dass alle Gläu­bi­gen zusam­men mit Abra­ham geseg­net wer­den) und möch­ten jetzt noch ande­re Stel­len hinzufügen:

Lukas 13,25–29 spricht davon, dass Abra­ham, Isaak, Jakob und alle Pro­phe­ten mit allen Geret­te­ten zusam­men im Reich Got­tes sind:

Und leh­rend durch­zog er nach­ein­an­der Städ­te und Dör­fer und reis­te nach Jeru­sa­lem. Es sprach aber jemand zu ihm: HERR, sind es weni­ge, die eret­tet wer­den? Er aber sprach zu ihnen: Ringt danach, durch die enge Pfor­te hin­ein­zu­ge­hen; denn vie­le, sage ich euch, wer­den hin­ein­zu­ge­hen suchen und wer­den es nicht kön­nen. Sobald der Haus­herr auf­ge­stan­den ist und die Tür ver­schlos­sen hat und ihr anfan­gen wer­det, drau­ßen zu ste­hen und an der Tür zu klop­fen und zu sagen: Herr, öff­ne uns! wird er ant­wor­ten und zu euch sagen: Ich ken­ne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Dann wer­det ihr anfan­gen, zu sagen: Wir haben vor dir geges­sen und getrun­ken, und auf unse­ren Stra­ßen hast du gelehrt. Und er wird sagen: Ich sage euch, ich ken­ne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Weicht von mir, alle ihr Übel­tä­ter! Da wird das Wei­nen und das Zäh­ne knir­schen sein, wenn ihr Abra­ham und Isaak und Jakob und alle Pro­phe­ten im Reich Got­tes sehen wer­det, euch aber drau­ßen hin­aus­ge­wor­fen. Und sie wer­den kom­men von Osten und Wes­ten und Nor­den und Süden zu Tisch lie­gen im Reich Got­tes. (Lukas 13,22–29)

Jesus beant­wor­tet hier die Fra­ge nach der Anzahl derer, die geret­tet wer­den. Er zeigt, wie ernst wir den Kampf neh­men sol­len, nicht nur sein Wort zu hören, son­dern auch danach zu han­deln. Er spricht nur von zwei Grup­pen von Men­schen: die, die geret­tet wer­den, und die, die nicht geret­tet wer­den. Die Geret­te­ten wer­den zusam­men im Reich Got­tes sein. Die Erwäh­nung der ver­schie­de­nen Him­mels­rich­tun­gen ist ein Aus­druck dafür, dass Men­schen von über­all kom­men wer­den, um Gott zu ver­herr­li­chen. Dies macht den star­ken Gegen­satz zu denen, die Jesus zu sei­nen Leb­zei­ten ablehn­ten, deut­lich. In Got­tes Reich wer­den auch all die­je­ni­gen sein, die Jesus noch anneh­men werden.

Die Gläu­bi­gen zur Zeit des Neu­en Tes­ta­ments – auch aus der Sicht der Zeu­gen Jeho­vas – haben himm­li­sche Hoff­nung.[15] Gera­de durch die­se Stel­le wird klar, dass sie sich der glei­chen Gemein­schaft mit Gott erfreu­en wer­den wie Abra­ham und die Pro­phe­ten.[16]

Auch im Brief an die Hebrä­er wird aus­ge­drückt, dass Gott die­sel­be Gabe, die­sel­be Voll­endung allen Gläu­bi­gen berei­tet hat, für die, die z. Z. des Alten Tes­ta­ments gelebt haben, genau­so wie für die­je­ni­gen z. Z. des Neu­en (Hebrä­er 11,8–10.16.39–40).[17]

Wenn man die­se Stel­le so ver­ste­hen will, dass Men­schen zur Zeit des Alten Tes­ta­ments von der himm­li­schen Hoff­nung aus­ge­schlos­sen waren, dann muss man den Text völ­lig aus dem Zusam­men­hang reißen.

Wenn Zeu­gen Jeho­vas behaup­ten (im Wider­spruch zu die­sen kla­ren Aus­sa­gen), dass die Gläu­bi­gen zur Zeit des Alten Tes­ta­ments und ein gro­ßer Teil der Gläu­bi­gen des Neu­en Bun­des eine ande­re – eine irdi­sche Hoff­nung – haben, dann soll­ten sie auch kla­re Stel­len dazu anfüh­ren kön­nen. Wir wol­len uns nun eini­ge Tex­te anschau­en, die für die­sen Zweck von ihnen miss­in­ter­pre­tiert wer­den.[18]

3.2 Sind Gläu­bi­ge vor Jesus nicht im Himmel?

Der Aus­gangs­punkt ihres Gedan­ken­gan­ges ist die Über­le­gung, dass es Gläu­bi­ge gibt, die nicht im Him­mel sein wer­den. Sie bau­en die­se Argu­men­ta­ti­on haupt­säch­lich auf Johan­nes 3,13 auf, in dem sie anneh­men, dass bis zum Zeit­punkt, als Jesus das sag­te, nie­mand in den Him­mel gegan­gen sei. Daher gehen sie davon aus, dass Gläu­bi­ge vor Jesus nicht im Him­mel sind, son­dern eine irdi­sche Hoff­nung hatten.

Um den Text rich­tig zu ver­ste­hen, ist es not­wen­dig, die Ver­se in ihrem Zusam­men­hang zu betrachten:

Wahr­lich, wahr­lich, ich sage dir: Wir reden, was wir wis­sen, und bezeu­gen, was wir gese­hen haben, und unser Zeug­nis nehmt ihr nicht an. Wenn ich euch das Irdi­sche gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie wer­det ihr glau­ben, wenn ich euch das Himm­li­sche sage? Und nie­mand ist hin­auf­ge­stie­gen in den Him­mel als nur der, der aus dem Him­mel her­ab­ge­stie­gen ist, der Sohn des Men­schen. (Johan­nes 3,11–13)

Es wird betont, dass nie­mand von denen, die auf der Erde leben, in den Him­mel gegan­gen ist (in der Wei­se, wie es Jesus tat), des­halb kann auch nie­mand das offen­ba­ren, was Jesus offen­bar­te.[19] Er ist der ein­zi­ge mit einem himm­li­schen Ursprung, der von der Gegen­wart des Vaters kam und die Erkennt­nis und Auto­ri­tät hat­te, von den himm­li­schen Din­gen zu reden und uns dort­hin ein­zu­la­den. Jesus hat­te sicher nicht beab­sich­tigt, über das Schick­sal der Toten zu sprechen.

Der glei­che Gedan­ke wird auch spä­ter im Kapi­tel 3 ausgedrückt:

Der von oben kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her. Der vom Him­mel kommt, ist über allen; was er gese­hen und gehört hat, das bezeugt er; und sein Zeug­nis nimmt nie­mand an. Wer sein Zeug­nis ange­nom­men hat, der hat besie­gelt, dass Gott wahr­haf­tig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Wor­te Got­tes; denn er gibt den Geist nicht nach Maß. (Johan­nes 3,31–34)

Zusätz­lich argu­men­tie­ren die Zeu­gen Jeho­vas mit ein­zel­nen bedeu­ten­den Per­so­nen aus dem Alten Tes­ta­ment, um zu behaup­ten, dass die­se Men­schen weder im Him­mel sind noch je sein wer­den:[20]

3.2.1 David (Apos­tel­ge­schich­te 2,34)

Es ist auch hier wich­tig, den Zusam­men­hang genau anzu­schau­en, um zur rich­ti­gen Aus­le­gung zu kommen.

Män­ner von Isra­el, hört die­se Wor­te: Jesus, den Nazo­rä­er, einen Mann, der von Gott euch gegen­über erwie­sen wor­den ist durch Macht­ta­ten und Wun­der und Zei­chen, die Gott durch ihn in eurer Mit­te tat, wie ihr selbst wisst – die­sen Mann, der nach dem bestimm­ten Rat­schluss und nach Vor­kennt­nis Got­tes hin­ge­ge­ben wor­den ist, habt ihr durch die Hand von Gesetz­lo­sen an das Kreuz geschla­gen und umge­bracht. Den hat Gott auf­er­weckt, nach­dem er die Wehen des Todes auf­ge­löst hat­te, wie es denn nicht mög­lich war, dass er von ihm behal­ten wür­de. Denn David sagt über ihn: „Ich sah den Herrn alle­zeit vor mir; denn er ist zu mei­ner Rech­ten, damit ich nicht wan­ke. Dar­um freu­te sich mein Herz, und mei­ne Zun­ge jubel­te; ja, auch mein Fleisch wird in Hoff­nung ruhen; denn du wirst mei­ne See­le nicht im Hades zurück­las­sen noch zuge­ben, dass dein From­mer Ver­we­sung sehe. Du hast mir kund­ge­tan Wege des Lebens; du wirst mich mit Freu­de erfül­len vor dei­nem Ange­sicht.“ Ihr Brü­der, es sei erlaubt, mit Frei­mü­tig­keit zu euch zu reden über den Patri­ar­chen David, dass er gestor­ben und begra­ben und sein Grab bis auf die­sen Tag unter uns ist. Da er nun ein Pro­phet war und wuss­te, dass Gott ihm mit einem Eid geschwo­ren hat­te, einen sei­ner Nach­kom­men auf sei­nen Thron zu set­zen, hat er vor­aus­se­hend von der Auf­er­ste­hung des Chris­tus gere­det, dass er weder im Hades zurück­ge­las­sen wor­den ist noch sein Fleisch die Ver­we­sung gese­hen hat. Die­sen Jesus hat Gott auf­er­weckt, wovon wir alle Zeu­gen sind. Nach­dem er nun durch die Rech­te Got­tes erhöht wor­den ist und die Ver­hei­ßung des Hei­li­gen Geis­tes vom Vater emp­fan­gen hat, hat er die­ses aus­ge­gos­sen, was ihr seht und hört. Denn nicht David ist in die Him­mel auf­ge­fah­ren; er sagt aber selbst: „Der Herr sprach zu mei­nem Herrn: Set­ze dich zu mei­ner Rech­ten, bis ich dei­ne Fein­de lege zum Sche­mel dei­ner Füße!“ Das gan­ze Haus Isra­el wis­se nun zuver­läs­sig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Chris­tus gemacht hat, die­sen Jesus, den ihr gekreu­zigt habt. (Apos­tel­ge­schich­te 2,22–36)

Petrus möch­te bewei­sen, dass Jesu Auf­er­ste­hung im Alten Tes­ta­ment vor­her­ge­sagt wur­de und die­se Pro­phe­tie nicht durch David erfüllt wer­den konn­te, da er nicht in glei­cher Wei­se wie Jesus auf­er­stand. Jesu Leib ver­blieb nicht im Grab.

Die­ser Gegen­satz zwi­schen ihnen soll durch die Auf­er­ste­hung Jesu ver­deut­licht wer­den. Petrus möch­te aber kei­ne Aus­sa­ge dar­über tref­fen, wo David in Ewig­keit ist.

3.2.2 Hiob (Hiob 14,7–15)

Denn für den Baum gibt es Hoff­nung. Wird er abge­hau­en, so schlägt er wie­der aus, und sei­ne Trie­be blei­ben nicht aus. Wenn sei­ne Wur­zel auch in der Erde altert und sein Stumpf im Staub abstirbt – vom Duft des Was­sers sprosst er wie­der und treibt Zwei­ge wie ein Pflänz­ling. Ein Mann aber stirbt und liegt da; und ein Mensch ver­schei­det, und wo ist er dann? Das Was­ser ver­rinnt aus dem Meer, und der Fluss trock­net aus und ver­siegt; so legt der Mensch sich hin und steht nicht wie­der auf. Bis der Him­mel nicht mehr ist, erwacht er nicht und wird nicht auf­ge­weckt aus sei­nem Schlaf. Dass du mich doch im Scheol ver­steck­test, mich ver­bär­gest, bis dein Zorn sich abwen­de­te, mir ein Ziel setz­test und dann mei­ner gedäch­test! – Wenn ein Mann stirbt, wird er etwa wie­der leben? – Alle Tage mei­nes Diens­tes woll­te ich har­ren, bis mei­ne Ablö­sung käme! Du wür­dest rufen, und ich wür­de dir ant­wor­ten, nach dem Werk dei­ner Hän­de wür­dest du dich sehnen.

Hiob 14,7–15 drückt die hoff­nungs­lo­sen Gedan­ken eines Man­nes im Lei­den aus. Wenn die­se Stel­le ange­führt wird, um zu begrün­den, dass Hiob kei­ne himm­li­sche Hoff­nung hat­te, dann ist das nicht gerecht­fer­tigt, da sich Hiob mit der Fra­ge nach der himm­li­schen bzw. irdi­schen Hoff­nung nicht aus­ein­an­der­setz­te. Er spricht in einer Wei­se, als ob es kei­ne Auf­er­ste­hung der Toten, kei­ne Hoff­nung gäbe (auch kei­ne irdi­sche Hoff­nung), spä­ter sehen wir aber deut­lich (sie­he Hiob 19,25–27), dass er die Erkennt­nis hat­te, dass der Zer­fall des irdi­schen Kör­pers nicht das Ende der Exis­tenz des Men­schen ist.

3.2.3 Johan­nes der Täu­fer (Mat­thä­us 11,11–12)

Wahr­lich, ich sage euch, unter den von Frau­en Gebo­re­nen ist kein Grö­ße­rer auf­ge­stan­den als Johan­nes der Täu­fer; der Kleins­te aber im Reich der Him­mel ist grö­ßer als er. Aber von den Tagen Johan­nes des Täu­fers an bis jetzt wird dem Reich der Him­mel Gewalt ange­tan, und Gewalt tuen­de rei­ßen es an sich.

Jesus woll­te den Men­schen zei­gen, dass die Gute Nach­richt, die er pre­digt, einen höhe­ren geist­li­chen Wert hat als alles, was es z .Z. des Alten Tes­ta­ments gab. Er drück­te in bild­haf­ter Wei­se aus, dass zwar Johan­nes der Täu­fer der größ­te unter den Pro­phe­ten war, er den­noch in die Zeit­epo­che des Alten Tes­ta­ments gehört (er war der letz­te Pro­phet des Alten Tes­ta­ments). Des­halb wird jeder im Reich Got­tes (alle, die in der Zeit der Pre­digt der Guten Bot­schaft leben – die Zeit des Neu­en Tes­ta­ments) grö­ßer sein als er, da sie die Erlö­sung Jesu ken­nen.[21]

In glei­cher Wei­se – durch das Schau­en auf den Zusam­men­hang – ist es mög­lich, auch den Miss­brauch der ande­ren Stel­len auf­zu­de­cken.[22]

4 Was meint die Ver­hei­ßung, „das Land zu erben“?

Oft hört man von Zeu­gen Jeho­vas das Argu­ment, dass die Bibel von der Ver­hei­ßung derer spricht, die „das Land erben“ wer­den und die­se Men­schen des­halb zu einer ande­ren Grup­pe von Gläu­bi­gen gehö­ren müs­sen. Ist das wirk­lich der Fall? Jesus sprach in der Berg­pre­digt über die­se Verheißung:

Als er aber die Volks­men­gen sah, stieg er auf den Berg; und als er sich gesetzt hat­te, tra­ten sei­ne Jün­ger zu ihm. Und er tat sei­nen Mund auf, lehr­te sie und sprach: Glück­se­lig die Armen im Geis­te, denn ihrer ist das Reich der Him­mel. Glück­se­lig die Trau­ern­den, denn sie wer­den getrös­tet wer­den. Glück­se­lig die Sanft­mü­ti­gen, denn sie wer­den das Land erben. Glück­se­lig, die nach der Gerech­tig­keit hun­gern und dürs­ten, denn sie wer­den gesät­tigt wer­den. Glück­se­lig die Barm­her­zi­gen, denn ihnen wird Barm­her­zig­keit wider­fah­ren. Glück­se­lig, die rei­nen Her­zens sind, denn sie wer­den Gott schau­en. Glück­se­lig die Frie­dens­stif­ter, denn sie wer­den Söh­ne Got­tes hei­ßen. Glück­se­lig die um der Gerech­tig­keit wil­len ver­folg­ten, denn ihrer ist das Reich der Him­mel. Glück­se­lig seid ihr, wenn sie euch schmä­hen und ver­fol­gen und alles Böse lüg­ne­risch gegen euch reden wer­den um mei­net­wil­len. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Him­meln; denn eben­so haben sie die Pro­phe­ten ver­folgt, die vor euch waren. (Mat­thä­us 5,1–12)

Alle Seg­nun­gen „das Land zu erben“, „das Reich der Him­mel zu erhal­ten“, „gesät­tigt zu wer­den“, „Barm­her­zig­keit zu erlan­gen“, „Gott zu schau­en“, „Kin­der Got­tes zu wer­den“ drü­cken die tie­fe Freu­de und das Erfüllt­sein aus, das Gott denen ver­hei­ßen hat, die ihn aus rei­nem Her­zen suchen. Alle „Bedin­gun­gen“, die hier beschrie­ben wer­den, um die Seg­nun­gen zu erer­ben („arm sein im Geis­te“, „Barm­her­zig­keit“, „Sanft­mü­tig­keit“, „Hun­ger und Durst nach Gerech­tig­keit“) beschrei­ben das ehr­li­che, tie­fe Ver­lan­gen nach der Bezie­hung mit Gott. Es ist unmög­lich, die­se Eigen­schaf­ten zwei Grup­pen von Gläu­bi­gen oder Seg­nun­gen zuzuordnen.

5 Unter­stüt­zen Offen­ba­rung 7 und 14 die Zwei‐Klassen‐Theorie?

Zeu­gen Jeho­vas sagen, dass Offen­ba­rung 7,1–8 und 14,1–5 über die spre­chen, die die himm­li­sche Hoff­nung haben, und 7,9–17 über die, die auf Erden im Para­dies sein werden.

Die bild­li­chen Aus­drucks­wei­sen im Buch der Offen­ba­rung sind oft nicht leicht zu ver­ste­hen. Das ist auch der Grund, war­um die­ses Buch oft miss­ge­deu­tet wird, um unter­schied­li­che Leh­ren zu begründen.

Was unse­re Stel­len betrifft, so gibt es ver­schie­de­ne Wider­sprü­che und unlo­gi­sche Argu­men­te von­sei­ten der Zeu­gen Jehovas:

Wenn sie die Stäm­me Isra­els in einem sym­bo­li­schen Ver­ständ­nis sehen (z. B., dass sie nicht Juden­chris­ten reprä­sen­tie­ren, son­dern beson­de­re Chris­ten, die unter allen Völ­kern aus­ge­wählt wur­den), was ist dann die Grund­la­ge für ein wört­li­ches Ver­ständ­nis für die Zahl 144.000? 12 x 12 = 144 ist eben­so wie die Zahl 1000 sym­bo­lisch zu ver­ste­hen, um die Fül­le, die Voll­zahl, auszudrücken.

Bei­de – die 144.000 (in Offen­ba­rung 14,3) und die gro­ße Volks­men­ge (in Kapi­tel 7,9 und 15, die in sei­nem Tem­pel die­nen!) – ste­hen vor dem Thron Got­tes. Des­halb ist es will­kür­lich zu sagen, dass die 144.000 im Him­mel und die gro­ße Volks­men­ge auf der Erde sind.

Die, die zur gro­ßen Volks­men­ge gehö­ren, sind mit wei­ßen Klei­dern beklei­det (7,9). Das ist die ver­hei­ße­ne Beloh­nung derer, „die über­win­den wer­den“ (Offen­ba­rung 3,5). Sie ste­hen im Buch des Lebens und haben somit das Recht, in das himm­li­sche Jeru­sa­lem ein­zu­ge­hen! In glei­cher Wei­se wer­den die, die über­win­den, im Tem­pel Got­tes woh­nen (Offen­ba­rung 3,12) und auf Jesu Thron sit­zen (Offen­ba­rung 3,21).

Es gibt ein­fach kei­nen Hin­weis dar­auf, dass es zwei Grup­pen von Men­schen geben soll, die über­win­den und mit wei­ßen Klei­dern geklei­det wer­den und trotz­dem eini­ge davon eine ande­re – eine irdi­sche – Ver­hei­ßung erhal­ten werden.

6 Abschlie­ßen­de Gedan­ken und Schlussfolgerung

Als letz­te Stel­le kön­nen wir uns noch Johan­nes 10,14–16 anschauen:

Ich bin der gute Hir­te; und ich ken­ne die Mei­nen, und die Mei­nen ken­nen mich, wie der Vater mich kennt und ich den Vater ken­ne; und ich las­se mein Leben für die Scha­fe. Und ich habe ande­re Scha­fe, die nicht aus die­sem Hof sind; auch die­se muss ich brin­gen, und sie wer­den mei­ne Stim­me hören, und es wird eine Her­de, ein Hir­te sein.(Johan­nes 10,14–16)

Ent­spre­chend der Inter­pre­ta­ti­on der Zeu­gen Jeho­vas sind „die ande­ren Scha­fe“ nicht im Neu­en Bund zwi­schen Gott und dem geist­li­chen Isra­el akzep­tiert, aber wer­den die irdi­sche Ver­hei­ßung erlan­gen. Die­se Aus­le­gung steht im kla­ren Wider­spruch zur letz­ten Aus­sa­ge in die­ser Stel­le (10,16b).

Dass es dort nur eine Her­de und einen Hir­ten geben wird, ist fun­da­men­tal im Neu­en Tes­ta­ment. In der Zeit des Alten Tes­ta­ments und auch zur Zeit Jesu gab es Feind­schaft zwi­schen Juden und Hei­den. Jesus kam, um die­se Feind­schaft zu been­den und alle in einem Leib zu ver­ei­nen, die an Gott glau­ben.[23] Das ist das Geheim­nis Got­tes, dass er alle sei­ne Kin­der zusam­men­führt und ihnen die­sel­be Gabe gibt und sie in tie­fer Ein­heit ste­hen.

Die Zeu­gen Jeho­vas möch­ten die­ses Geheim­nis zer­stö­ren, indem sie sagen, dass „die eine Her­de zwei sein wer­den“, obwohl die Bibel sagt, dass die „bei­den eine Her­de sein werden“.


Fußnoten

  1. sie­he dazu Jesu „neu­es Gebot“, das er sei­nen Jün­gern gab: Johan­nes 13,34–35.
  2. Him­mel ist die letzt­end­li­che Erfül­lung unse­res Glau­bens. Er gehört nicht zur mate­ri­ell sicht­ba­ren Welt (1. Korin­ther 15,50.53;
  3. Sie­he Ephe­ser 2,1–3.
  4. Sie­he Kolos­ser 1,21.
  5. Sie­he Römer 8,3–4.
  6. Sie­he Kolos­ser 1,21–23; 2. Korin­ther 5,18–21.
  7. Sie­he Ephe­ser 4,20–24; 2. Korin­ther 5,17; Gala­ter 6,15.
  8. Sie­he Römer 8,15; Johan­nes 1,12–13.
  9. Sie­he auch Offen­ba­rung 3,12–21.
  10. Hebrä­er 3,1; 10,34; Phil­ip­per 3,20; Kolos­ser 1,5; 1.Petrus 1,4; 2. Korin­ther 5,1–10; Ephe­ser 2,6.
  11. Sie­he Lukas 13,23–24; Mat­thä­us 7,13–14.
  12. Wir wis­sen, dass es Unter­schie­de in der Ver­ant­wor­tung unter Chris­ten gibt. Man­che ste­hen schon län­ger im Glau­ben und küm­mern sich um jün­ge­re Chris­ten, um ihnen zu hel­fen, aber ihre Bezie­hun­gen sol­len wie zwi­schen jün­ge­ren und älte­ren Geschwis­tern in einer Fami­lie sein. Jeder Christ hat sei­ne Ver­ant­wor­tung in dem, sei­nen Bru­der zu stär­ken. 1.Petrus 4,5
  13. „Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben“, 1989, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible socie­ty of New York, Kapi­tel 14, S. 126.
  14. Sie­he Erklä­rung für Römer 8,17 – wie oben erwähnt.
  15. „Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben“, 1989, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible socie­ty of New York, Kapi­tel 14, S. 120.
  16. „Zu Tisch lie­gen“ heißt bei den Juden, dass man Gemein­schaft hat (Lukas 14,15–24
  17. Abra­ham erhält das glei­che Erbe und wird zusam­men mit allen Gläu­bi­gen geseg­net – wie schon vor­her in Gala­ter 3
  18. Wir soll­ten an die­ser Stel­le erwäh­nen, dass die Zeu­gen Jeho­vas nicht immer die­se Leh­re hat­ten. Die Leh­re der Tren­nung der Gläu­bi­gen in zwei Klas­sen wird ab 1935 klar aus­ge­drückt, als sie „erkann­ten“, dass Eze­chi­el 9,1–11; Johan­nes 10,16, Mat­thä­us 25,31–46, Offen­ba­rung 7,9–17; Apos­tel­ge­schich­te 2,29+34; Hiob 14,13–15; Mat­thä­us 11,11 und Johan­nes 3,13 über die irdi­sche Hoff­nung spre­chen und die Zahl der 144.000 Erwähl­ten erfüllt war. „Den allein wah­ren Gott anbe­ten“, 2002, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible and tract socie­ty of Penn­syl­va­nia, Kapi­tel 13, S. 120+121.
  19. Sie­he Johan­nes 1,18: „Nie­mand hat Gott jemals gese­hen, der ein­ge­bo­re­ne Gott, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kund­ge­macht.“ Nie­mand hat den Vater gese­hen, nie­mand hat ihn wirk­lich gekannt: Nur Jesus war fähig, ihn uns zu offen­ba­ren. Des­halb haben sei­ne Wor­te für alle, die Gott ken­nen ler­nen wol­len, Autorität.
  20. „Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben“, 1989, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible socie­ty of New York, Kapi­tel 14, S. 120.
  21. Wir kön­nen nicht immer die Aus­drü­cke „Reich Got­tes“ oder „Reich der Him­mel“ mit Him­mel oder Kir­che gleich­set­zen. Jesus erzähl­te vie­le Gleich­nis­se, in denen er die­se Aus­drü­cke ver­wen­de­te, um ver­schie­de­ne Aspek­te des Wir­kens Got­tes zu beto­nen. In das Reich Got­tes ein­zu­ge­hen heißt, die Wor­te Jesu anzu­neh­men, sich Gott zuzu­wen­den oder grund­sätz­lich mit Gott zu leben, nicht nur nach dem Tod, son­dern bereits jetzt und hier.
  22. Hese­kiel 9,1–11 spricht über das Gericht über die Juden zur Zeit des Baby­lo­ni­schen Exils. Wegen ihres Göt­zen­diens­tes und ihres sünd­haf­ten Lebens wur­den sie durch die Baby­lo­ni­er besiegt, ihr Tem­pel zer­stört, vie­le von ihnen getö­tet und die übri­gen ins Exil gebracht. Trotz­dem ver­sprach Gott ihnen, dass nicht alle ver­nich­tet wer­den, son­dern dass ein Rest derer, die gehor­sam sind, übrig blei­ben wird. Die­se Stel­le hat nichts mit der Fra­ge der irdi­schen oder himm­li­schen Hoff­nung von ver­schie­de­nen Gläu­bi­gen zu tun. Johan­nes 10,16 und Offen­ba­rung 7 wer­den an ande­rer Stel­le in die­sem Arti­kel erklärt.
  23. Ephe­ser 2,15 (11–22); 3,4–7; Hebrä­er 11; Johan­nes 10,16; Gala­ter 3,9; Römer 4,16.


sie­he dazu Jesu „neu­es Gebot“, das er sei­nen Jün­gern gab: Johan­nes 13,34–35.

Him­mel ist die letzt­end­li­che Erfül­lung unse­res Glau­bens. Er gehört nicht zur mate­ri­ell sicht­ba­ren Welt (1. Korin­ther 15,50.53;

Sie­he Ephe­ser 2,1–3.

Sie­he Kolos­ser 1,21.

Sie­he Römer 8,3–4.

Sie­he Kolos­ser 1,21–23; 2. Korin­ther 5,18–21.

Sie­he Ephe­ser 4,20–24; 2. Korin­ther 5,17; Gala­ter 6,15.

Sie­he Römer 8,15; Johan­nes 1,12–13.

Sie­he auch Offen­ba­rung 3,12–21.

Hebrä­er 3,1; 10,34; Phil­ip­per 3,20; Kolos­ser 1,5; 1.Petrus 1,4; 2. Korin­ther 5,1–10; Ephe­ser 2,6.

Sie­he Lukas 13,23–24; Mat­thä­us 7,13–14.

Wir wis­sen, dass es Unter­schie­de in der Ver­ant­wor­tung unter Chris­ten gibt. Man­che ste­hen schon län­ger im Glau­ben und küm­mern sich um jün­ge­re Chris­ten, um ihnen zu hel­fen, aber ihre Bezie­hun­gen sol­len wie zwi­schen jün­ge­ren und älte­ren Geschwis­tern in einer Fami­lie sein. Jeder Christ hat sei­ne Ver­ant­wor­tung in dem, sei­nen Bru­der zu stär­ken. 1.Petrus 4,5

„Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben“, 1989, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible socie­ty of New York, Kapi­tel 14, S. 126.

Sie­he Erklä­rung für Römer 8,17 – wie oben erwähnt.

„Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben“, 1989, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible socie­ty of New York, Kapi­tel 14, S. 120.

„Zu Tisch lie­gen“ heißt bei den Juden, dass man Gemein­schaft hat (Lukas 14,15–24

Abra­ham erhält das glei­che Erbe und wird zusam­men mit allen Gläu­bi­gen geseg­net – wie schon vor­her in Gala­ter 3

Wir soll­ten an die­ser Stel­le erwäh­nen, dass die Zeu­gen Jeho­vas nicht immer die­se Leh­re hat­ten. Die Leh­re der Tren­nung der Gläu­bi­gen in zwei Klas­sen wird ab 1935 klar aus­ge­drückt, als sie „erkann­ten“, dass Eze­chi­el 9,1–11; Johan­nes 10,16, Mat­thä­us 25,31–46, Offen­ba­rung 7,9–17; Apos­tel­ge­schich­te 2,29+34; Hiob 14,13–15; Mat­thä­us 11,11 und Johan­nes 3,13 über die irdi­sche Hoff­nung spre­chen und die Zahl der 144.000 Erwähl­ten erfüllt war. „Den allein wah­ren Gott anbe­ten“, 2002, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible and tract socie­ty of Penn­syl­va­nia, Kapi­tel 13, S. 120+121.

Sie­he Johan­nes 1,18: „Nie­mand hat Gott jemals gese­hen, der ein­ge­bo­re­ne Gott, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kund­ge­macht.“ Nie­mand hat den Vater gese­hen, nie­mand hat ihn wirk­lich gekannt: Nur Jesus war fähig, ihn uns zu offen­ba­ren. Des­halb haben sei­ne Wor­te für alle, die Gott ken­nen ler­nen wol­len, Autorität.

„Du kannst für immer im Para­dies auf Erden leben“, 1989, Her­aus­ge­ber: Watch Tower Bible socie­ty of New York, Kapi­tel 14, S. 120.

Wir kön­nen nicht immer die Aus­drü­cke „Reich Got­tes“ oder „Reich der Him­mel“ mit Him­mel oder Kir­che gleich­set­zen. Jesus erzähl­te vie­le Gleich­nis­se, in denen er die­se Aus­drü­cke ver­wen­de­te, um ver­schie­de­ne Aspek­te des Wir­kens Got­tes zu beto­nen. In das Reich Got­tes ein­zu­ge­hen heißt, die Wor­te Jesu anzu­neh­men, sich Gott zuzu­wen­den oder grund­sätz­lich mit Gott zu leben, nicht nur nach dem Tod, son­dern bereits jetzt und hier.

Hese­kiel 9,1–11 spricht über das Gericht über die Juden zur Zeit des Baby­lo­ni­schen Exils. Wegen ihres Göt­zen­diens­tes und ihres sünd­haf­ten Lebens wur­den sie durch die Baby­lo­ni­er besiegt, ihr Tem­pel zer­stört, vie­le von ihnen getö­tet und die übri­gen ins Exil gebracht. Trotz­dem ver­sprach Gott ihnen, dass nicht alle ver­nich­tet wer­den, son­dern dass ein Rest derer, die gehor­sam sind, übrig blei­ben wird. Die­se Stel­le hat nichts mit der Fra­ge der irdi­schen oder himm­li­schen Hoff­nung von ver­schie­de­nen Gläu­bi­gen zu tun. Johan­nes 10,16 und Offen­ba­rung 7 wer­den an ande­rer Stel­le in die­sem Arti­kel erklärt.

Ephe­ser 2,15 (11–22); 3,4–7; Hebrä­er 11; Johan­nes 10,16; Gala­ter 3,9; Römer 4,16.