Der Sab­bat und sei­ne Bedeutung

Themenbereiche: Kontroverse Fragen

„Muss man als Christ alle zehn Gebo­te hal­ten?“ oder „ Wie steht es um das vier­te Gebot, den Sab­bat?“ Sol­che Fra­gen wer­den von Men­schen, die sich mit der Bibel beschäf­ti­gen, häu­fig gestellt. In dem fol­gen­den Text wol­len wir erklä­ren, wel­che Ein­stel­lung wir als Chris­ten zum Sab­bat haben sol­len. Dabei gehen wir auch kurz all­ge­mei­ner auf die Bedeu­tung die­ses alt­tes­ta­ment­li­chen Gebo­tes ein und dar­auf, wie die­ses im Neu­en Tes­ta­ment erfüllt wurde.

Zwei brennende Kerzen aus der Nähe betrachtet vor einem dunklen Hintergrund vermitteln eine ruhige Atmosphäre.

1 Wem und wann wur­de der Sab­bat gegeben?

In den Zehn Gebo­ten heißt es:

Beach­te den Sab­bat­tag, um ihn hei­lig zu hal­ten, so wie der HERR, dein Gott, es dir gebo­ten hat! Sechs Tage sollst du arbei­ten und all dei­ne Arbeit tun; aber der sieb­te Tag ist Sab­bat für den HERRN, dei­nen Gott. Du sollst an ihm kei­ner­lei Arbeit tun, du und dein Sohn und dei­ne Toch­ter und dein Skla­ve und dei­ne Skla­vin und dein Rind und dein Esel und all dein Vieh und der Frem­de bei dir, der inner­halb dei­ner Tore wohnt, damit dein Skla­ve und dei­ne Skla­vin ruhen wie du. Und den­ke dar­an, dass du Skla­ve warst im Land Ägyp­ten und dass der HERR, dein Gott, dich mit star­ker Hand und mit aus­ge­streck­tem Arm von dort her­aus­ge­führt hat! Dar­um hat der HERR, dein Gott, dir gebo­ten, den Sab­bat­tag zu fei­ern. (5. Mose 5,12–15)

Das Sab­bat­ge­bot hat­te vor allem zum Ziel, dass Got­tes Volk (wenigs­tens[1] die­sen) einen Tag der Sieben‐Tage‐Woche ganz Gott wei­hen sollte.

Zusätz­lich kön­nen wir aus die­ser Stel­le sehen, dass der Sab­bat eine Erin­ne­rung an den Aus­zug aus Ägyp­ten war. Die Israe­li­ten soll­ten ihren Skla­ven einen Ruhe­tag gewäh­ren und sich dar­an erin­nern, dass auch sie Skla­ven waren. Sie soll­ten sich daher ihren Skla­ven gegen­über gerecht ver­hal­ten. Ver­glei­che dazu 2. Mose 23,12:

Sechs Tage sollst du dei­ne Arbei­ten ver­rich­ten. Aber am sieb­ten Tag sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel aus­ru­hen und der Sohn dei­ner Magd und der Frem­de Atem schöpfen.

Im Licht die­ser Gedan­ken sol­len wir auch die fol­gen­den Ver­se betrachten:

Hal­tet nur ja mei­ne Sab­ba­te! Denn sie sind ein Zei­chen zwi­schen mir und euch für all eure Gene­ra­tio­nen, damit man erken­ne, dass ich, der HERR, es bin, der euch hei­ligt. Hal­tet also den Sab­bat, denn hei­lig ist er euch. Wer ihn ent­weiht, muss getö­tet wer­den, ja, jeder, der an ihm eine Arbeit ver­rich­tet, eine sol­che See­le soll aus der Mit­te sei­ner Völ­ker aus­ge­rot­tet wer­den. (Elber­fel­der Bibel Anmer­kung: „d. h. aus sei­ner Volks­ge­mein­schaft“) Sechs Tage soll man sei­ne Arbeit ver­rich­ten, aber am sieb­ten Tag ist Sab­bat, ein Tag völ­li­ger Ruhe, hei­lig dem HERRN. Jeder, der am Tag des Sab­bats eine Arbeit ver­rich­tet, muss getö­tet wer­den. So sol­len denn die Söh­ne Isra­el den Sab­bat hal­ten, um den Sab­bat in all ihren Gene­ra­tio­nen zu fei­ern, als ewi­gen Bund. Er ist ein Zei­chen zwi­schen mir und den Söh­nen Isra­el für ewig. Denn in sechs Tagen hat der HERR den Him­mel und die Erde gemacht, am sieb­ten Tag aber hat er geruht und Atem geschöpft. (2. Mose 31,13–17)

Hier wird klar aus­ge­sagt, dass der Sab­bat als Zei­chen für den Bund zwi­schen Gott und dem Volk Isra­el gege­ben wurde.

Und auf den Berg Sinai bist du her­ab­ge­stie­gen und hast vom Him­mel her mit ihnen gere­det. Und du hast ihnen kla­re Rechts­be­stim­mun­gen und zuver­läs­si­ge Geset­ze, gute Ord­nun­gen und Gebo­te gege­ben. Und dei­nen hei­li­gen Sab­bat hast du ihnen ver­kün­det und hast ihnen Gebo­te und Ord­nun­gen und ein Gesetz gebo­ten durch dei­nen Knecht Mose. (Neh­emia 9,13–14)

Aus die­ser Stel­le kön­nen wir sehen, dass der Sab­bat nicht seit der Schöp­fung bekannt war, son­dern Gott hat ihn dem Volk Isra­el bekannt­ge­macht, als er ihnen das Gesetz gege­ben hat. Auch aus den übri­gen Büchern der Bibel kann man erken­nen, dass der Sab­bat vor Mose nicht gehal­ten wurde.

Und ich führ­te sie aus dem Land Ägyp­ten und brach­te sie in die Wüs­te. Und ich gab ihnen mei­ne Ord­nun­gen, und mei­ne Rechts­be­stim­mun­gen ließ ich sie wis­sen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt. Und auch mei­ne Sab­ba­te gab ich ihnen, dass sie zum Bun­des­zei­chen sei­en zwi­schen mir und ihnen, damit man erken­ne, dass ich, der HERR, es bin, der sie hei­ligt. […] Und hei­ligt mei­ne Sab­ba­te, damit sie zum Bun­des­zei­chen sei­en zwi­schen mir und euch, damit ihr erkennt, dass ich der HERR, euer Gott bin. (Eze­chi­el 20,10–12.20)

Hier heißt es zwei­mal klar, dass der Sab­bat das Bun­des­zei­chen zwi­schen Gott und sei­nem Volk ist, das er aus dem Land Ägyp­ten geführt hatte.

Aus all die­sen Stel­len sehen wir, dass Gott den Sab­bat dem Volk Isra­el gege­ben hat, als er sie aus dem Land Ägyp­ten her­aus­ge­führt hat, damit er ein Zei­chen des mit ihnen geschlos­se­nen Bun­des sei. Das war ein Gesetz, das aus­schließ­lich Isra­el gege­ben wur­de, als ein Zei­chen, das es von allen ande­ren Völ­kern unter­schei­den soll­te und das auch bei kei­nem ande­ren Volk zu fin­den ist.

2 Wie sol­len wir ver­ste­hen, dass Gott am Sab­bat geruht hat?

Man­che argu­men­tie­ren mit 1. Mose 2,2–3, dass Gott das Sab­bat­ge­bot bereits bei der Schöp­fung gege­ben hat und da Gott selbst geruht hat, müs­sen auch wir den Ruhe­tag ein­hal­ten. Es hand­le sich hier um ein „Schöp­fungs­ge­setz“:

Und Gott voll­ende­te am sieb­ten Tag sein Werk, das er gemacht hat­te; und er ruh­te am sieb­ten Tag von all sei­nem Werk, das er gemacht hat­te. Und Gott seg­ne­te den sieb­ten Tag und hei­lig­te ihn; denn an ihm ruh­te er von all sei­nem Werk, das Gott geschaf­fen hat­te, indem er es mach­te. (1. Mose 2,2–3)

Wenn wir Got­tes Wesen ver­ste­hen wol­len, müs­sen wir auch die Ver­se unter­su­chen, die klar dar­über spre­chen, dass Gott nie auf­hört zu wirken:

Mei­ne Hil­fe [kommt] vom HERRN, der Him­mel und Erde gemacht hat. Er wird nicht zulas­sen, daß dein Fuß wan­ke. Dein Hüter schlum­mert nicht. Sie­he, nicht schläft noch schlum­mert der Hüter Isra­els. (Psalm 121,2–4)

… Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wir­ke. (Johan­nes 5,17)

… von dem Vater der Lich­ter, bei dem kei­ne Ver­än­de­rung ist noch eines Wech­sels Schat­ten. (Jako­bus 1,17)

Got­tes Wesen ist ewig und unver­än­der­lich, sodass er „nicht ermü­det noch ermat­tet“ (Jesa­ja 40,28). Im Lich­te die­ser Aus­sa­gen ist das rich­ti­ge Ver­ständ­nis von 1. Mose 2,2–3 zu fin­den. Anstatt die­se Ver­se wort­wört­lich zu ver­ste­hen, ist es wich­tig, dass wir sie in Über­ein­stim­mung mit ande­ren Aus­sa­gen der Bibel sehen.

Wenn hier gesagt wird, dass Gott am sieb­ten Tag ruh­te, ihn seg­ne­te und hei­lig­te, so zeigt die­se Aus­sa­ge, dass Ruhe und Frie­den genau­so zu Got­tes Wesen gehö­ren wie sein Wir­ken und sei­ne Akti­vi­tät. Die­se Ruhe drückt aus:

Der Mensch kann viel aus 1. Mose 2,3 und über­haupt aus den Schöp­fungs­ge­schich­ten ler­nen. Sie leh­ren uns geist­lich wich­ti­ge Din­ge, aber wir sol­len nicht dar­aus schlie­ßen, dass Gott der Zeit unter­wor­fen wäre und 24 Stun­den nicht arbei­te­te. Das Alte Tes­ta­ment wur­de ursprüng­lich für die Israe­li­ten geschrie­ben, wes­halb die Aus­drucks­wei­se jüdisch ist. So wird hier der Schöp­fungs­akt Got­tes im Rah­men einer Woche beschrie­ben, die mit der Sab­bat­ru­he endet. Die Israe­li­ten soll­ten damit ermun­tert wer­den, den Sab­bat zu hal­ten, der oft in ihrer Geschich­te ver­nach­läs­sigt wur­de, was Aus­druck ihrer Untreue Gott gegen­über war.

3 Wie ist Jesus mit dem Sab­bat umgegangen?

Auch wenn Jesus die jüdi­schen Geset­ze gehal­ten hat, hat er in sei­ner Hin­ga­be im Dienst an den Men­schen kei­nen Unter­schied zwi­schen den Tagen gemacht. Wie die Situa­ti­on mit dem Pflü­cken der Ähren am Sab­bat zeigt (Mat­thä­us 12,1–8), war Jesus der Mei­nung, dass Gott kei­nen Wert auf die for­mel­le Ein­hal­tung der Sabbat‐Verbote legt, son­dern uns gemäß unse­rer Her­zen­s­ein­stel­lung als schul­dig oder unschul­dig beurteilt.

Zur Empö­rung sei­ner Geg­ner hat Jesus meh­re­re Male auch am Sab­bat geheilt, wobei er zum Bei­spiel einen Teig her­stell­te und einem Blin­den auf die Augen strich (Johan­nes 9,6–7). In einer ande­ren Situa­ti­on for­der­te er einen geheil­ten Mann auf, sein Bett zu tra­gen (Johan­nes 5,8–10). Dazu schreibt Johannes:

Dar­um nun such­ten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sab­bat auf­hob, son­dern auch Gott sei­nen eige­nen Vater nann­te und sich so selbst Gott gleich mach­te. (Johan­nes 5,18)

Jesus sag­te auch:

Denn der Sohn des Men­schen ist Herr des Sab­bats. (Mat­thä­us 12,8)

Mit die­sen Din­gen woll­te Jesus die heuch­le­ri­sche Reli­gio­si­tät sei­ner Kri­ti­ker auf­de­cken. In der Berg­pre­digt (Mat­thä­us 5) sehen wir, wel­che Ein­stel­lung Jesus zum Gesetz hat­te. In Vers 17 sag­te er, dass er nicht „gekom­men ist, es auf­zu­lö­sen, son­dern zu erfül­len“. Danach bringt er eini­ge Bei­spie­le, in denen er sagt: „Ihr habt gehört, dass gesagt wur­de … Ich aber sage euch …“ Zum Bei­spiel das Gebot „du sollst nicht ehe­bre­chen“ wei­te­te er auf unrei­ne Gedan­ken und Bli­cke aus, „du sollst nicht mor­den“ auf Hass und Ver­ach­tung; er lehr­te auch Neu­es über das Schwö­ren oder die Fein­des­lie­be. Jesus gab den alt­tes­ta­ment­li­chen Geset­zen einen tie­fe­ren, den eigent­li­chen Inhalt – das betrifft auch den Sab­bat. Auch wenn es hier nicht erwähnt wird, sehen wir doch, dass er das Sab­bat­ge­bot in sei­nem Leben durch die täg­li­che Hin­ga­be und Lie­be in voll­kom­me­ner Wei­se erfüllt hat.

4 Wel­che Ein­stel­lung hat­ten die ers­ten Chris­ten zum Sabbat?

Eine ers­te Fest­stel­lung ist, dass wir im Neu­en Tes­ta­ment kei­ne ein­zi­ge Stel­le fin­den,[2] in der Chris­ten wegen der Ver­nach­läs­si­gung des Sab­bats ermahnt wer­den. Aber da der Sab­bat dem Volk Isra­el gege­ben wor­den war, war es natür­lich, dass sowohl Jesus als auch die Apos­tel[3] das Sab­bat­ge­bot hiel­ten. Das zeigt aber noch nicht, dass sie es taten, weil sie es als für die Erlö­sung not­wen­dig sahen oder dass auch wir heu­te den Sab­bat hal­ten sol­len. Für uns ist eher die Situa­ti­on der Chris­ten rele­vant, die aus den (nicht­jü­di­schen) Völ­kern stammten.

Es ist eine wich­ti­ge Fra­ge, ob wir im Neu­en Tes­ta­ment auch nur einen ein­zi­gen Hin­weis in die Rich­tung fin­den, dass auch die nicht aus dem Juden­tum kom­men­den Chris­ten den Sab­bat hal­ten soll­ten. Als das soge­nann­te Apos­tel­kon­zil in Jeru­sa­lem bestimm­te, was die Chris­ten, die sich aus dem Hei­den­tum bekehrt hat­ten, beach­ten soll­ten, wur­den vier Punk­te erwähnt, die für die Gemein­schaft mit den Juden­chris­ten, bzw. um Juden mit dem Evan­ge­li­um errei­chen zu kön­nen, für not­wen­dig erach­tet wur­den. Das Hal­ten des Sab­bats war nicht dar­un­ter. Von den Apos­teln wag­te kei­ner, den Hei­den­chris­ten das Joch des Geset­zes auf­zu­er­le­gen. Es wur­de von ihnen jedoch erwar­tet, dass sie sich von den Göt­zen[4], der Unzucht[5], dem Fleisch erstick­ter Tie­re und vom Blu­tes­sen ent­hal­ten (Apos­tel­ge­schich­te 15,10–21).

Pau­lus schrieb an die Römer:

Der eine hält einen Tag vor dem ande­ren, der ande­re aber hält jeden Tag gleich. Jeder aber sei in sei­nem eige­nen Sinn völ­lig über­zeugt! Wer den Tag beach­tet, beach­tet ihn dem Herrn. Und wer isst, isst dem Herrn, denn er sagt Gott Dank; und wer nicht isst, isst dem Herrn nicht und sagt Gott Dank. (Römer 14,5–6)

Dass jemand „einen Tag vor dem ande­ren“ hält, ist ein kla­rer Hin­weis auf den von man­chen Juden­chris­ten noch ein­ge­hal­te­nen Sab­bat. Es gab kei­nen ande­ren Tag, den eini­ge „dem Herrn beach­tet“ hät­ten. Pau­lus woll­te nicht, dass alle den Sab­bat und die Spei­se­ge­set­ze hal­ten. Aus dem Zusam­men­hang (Ver­se 2 und 14) sieht man sogar, dass er die, die das Gesetz (hier Sab­bat und Spei­se­ge­bo­te) hiel­ten, als schwach sah. Die Juden­chris­ten hin­ge­gen, die ver­stan­den hat­ten, dass sie das Gesetz nicht mehr zu hal­ten brau­chen, nennt er stark. Wenn er von die­sen Juden­chris­ten nicht for­dert, den Sab­bat zu hal­ten, wie viel weni­ger wür­de er das von Hei­den­chris­ten erwarten?

Das Neue Tes­ta­ment ent­hält Brie­fe auch an Gemein­den, in denen man­che Hei­den­chris­ten in Gefahr waren, dass sie sich dem Gesetz zuwen­den. Pau­lus ermahn­te sie sehr streng:

Damals jedoch, als ihr Gott nicht kann­tet, dien­tet ihr denen, die von Natur nicht Göt­ter sind;  jetzt aber habt ihr Gott erkannt – viel­mehr seid ihr von Gott erkannt wor­den. Wie wen­det ihr euch wie­der zu den schwa­chen und arm­se­li­gen Ele­men­ten zurück, denen ihr wie­der von neu­em die­nen wollt? Ihr beob­ach­tet Tage und Mona­te und bestimm­te Zei­ten und Jah­re. Ich fürch­te um euch, ob ich nicht etwa ver­geb­lich an euch gear­bei­tet habe. (Gala­ter 4,8–11)

Beach­ten wir die Argu­men­ta­ti­on von Pau­lus: Die Gala­ter waren frü­her Hei­den und dien­ten Göt­zen. Ihre reli­giö­sen Prak­ti­ken hat­ten kei­ne Kraft, sie Gott nahe­zu­brin­gen. Jetzt keh­ren sie zu die­sem Niveau zurück. Dass sie nun Tage und Mona­te beob­ach­ten (was sich auf den Sab­bat und ande­re jüdi­sche Fes­te bezieht), betrach­tet Pau­lus als ein Zurück­wen­den zu den schwa­chen und arm­se­li­gen Ele­men­ten – das heißt auf die­sel­be Ebe­ne wie die heid­ni­schen Fes­te und Ritua­le, in denen sie ver­sklavt waren (Ver­se 8 und 9).

An ande­ren Stel­len schreibt er ihnen:

Ich wun­de­re mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gna­de Chris­ti beru­fen hat, abwen­det zu einem ande­ren Evan­ge­li­um, […] (Gala­ter 1,6)

und:

Unver­stän­di­ge Gala­ter! Wer hat euch bezau­bert, denen Jesus Chris­tus als gekreu­zigt vor Augen gemalt wur­de? Nur dies will ich von euch wis­sen: Habt ihr den Geist aus Geset­zes­wer­ken emp­fan­gen oder aus der Kun­de des Glau­bens? Seid ihr so unver­stän­dig? Nach­dem ihr im Geist ange­fan­gen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch voll­enden? So Gro­ßes habt ihr ver­geb­lich erfah­ren? Wenn es wirk­lich ver­geb­lich ist! Der euch nun den Geist dar­reicht und Wun­der­wer­ke unter euch wirkt, tut er es aus Geset­zes­wer­ken oder aus der Kun­de des Glau­bens? (Gala­ter 3,1–5)

All das sind sehr erns­te Ermah­nun­gen für die Chris­ten. Wenn sie ein­mal zum Glau­ben an Jesus gekom­men sind, aber sich dann dem Gesetz zuwen­den (was die Beob­ach­tung von Tagen mit ein­schließt), wer­den sie nicht geret­tet werden.

Auch in Kolossä gab es eine ähn­li­che Gefahr:

So rich­te euch nun nie­mand wegen Spei­se oder Trank oder betreffs eines Fes­tes oder Neu­mon­des oder Sab­bats, die ein Schat­ten der künf­ti­gen Din­ge sind, der Kör­per selbst aber ist des Chris­tus. (Kolos­ser 2,16–17)[6]

Auch die Chris­ten dort waren von der Gefahr bedroht, dass sie mensch­li­che Leh­ren anneh­men und das Gesetz hal­ten. Dar­aus folgt, dass die Hei­den­chris­ten weder das Gesetz noch den Sab­bat hielten.

Die in die­sem Abschnitt zitier­ten Bibel­stel­len sind nur eini­ge Bei­spie­le, die man bes­ser ver­ste­hen kann, wenn man jeweils den gesam­ten Zusam­men­hang liest.

5 Sol­len wir auf­grund der Zehn Gebo­te den Sab­bat halten?

Man­che Men­schen gehen davon aus, dass das mosai­sche Gesetz aus zwei Arten von Geset­zen besteht: das Sit­ten­ge­setz (das Gesetz Got­tes), das man in den Zehn Gebo­ten fin­det, und das Zere­mo­ni­al­ge­setz (das Gesetz Moses), das Opfer­vor­schrif­ten, Beschnei­dung … beinhal­tet. Das Sit­ten­ge­setz wird als ewig gül­tig gese­hen – für alle Men­schen zu allen Zei­ten, also auch für Chris­ten heu­te –, woge­gen das Zere­mo­ni­al­ge­setz mit Jesus sein Ende gefun­den hat. In der Bibel fin­den wir dies­be­züg­lich jedoch kei­ne Unter­schei­dung, z. B. wird in Neh­emia 8,1+8 das Gesetz Moses und das Gesetz Got­tes aus­tausch­bar verwendet.

Wir kön­nen uns Bei­spie­le von Jesus anse­hen, in denen er sich nicht nur auf den Deka­log[7] bezog, wenn er von Gebo­ten sprach. Als z. B. der rei­che Jüng­ling ihn frag­te, wel­che Gebo­te er hal­ten sol­le, um ewi­ges Leben zu haben, ant­wor­te­te er ihm:

… Wenn du aber ins Leben hin­ein­kom­men willst, so hal­te die Gebo­te! Er spricht zu ihm: Wel­che? Jesus aber sprach: Die­se: Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehe­bre­chen; du sollst nicht steh­len; du sollst nicht fal­sches Zeug­nis geben; ehre den Vater und die Mut­ter; und du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben wie dich selbst! Der jun­ge Mann spricht zu ihm: Alles dies habe ich befolgt. Was fehlt mir noch? Jesus sprach zu ihm: Wenn du voll­kom­men sein willst, so geh hin, ver­kau­fe dei­ne Habe und gib den Erlös den Armen! Und du wirst einen Schatz im Him­mel haben. Und komm, fol­ge mir nach! Als aber der jun­ge Mann das Wort hör­te, ging er betrübt weg, denn er hat­te vie­le Güter. (Mat­thä­us 19,17–22)

Jesus erwähn­te nicht alle Gebo­te des Deka­logs (auch nicht den Sab­bat). Ande­rer­seits spricht er von einem Gebot, das nicht in den Zehn Gebo­ten zu fin­den ist: Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben wie dich selbst! (3. Mose 19,18). Den Nächs­ten zu lie­ben ist viel mehr, als nichts von ihm zu neh­men, was ihm gehört (steh­len), oder ihn nicht umzu­brin­gen. Jesus möch­te deut­lich machen, was das Wich­tigs­te ist: Wir sol­len voll­kom­men sein, indem wir ihm nach­fol­gen. Er ermun­ter­te den rei­chen jun­gen Mann, nicht nur einen Teil zu geben (eini­ge Gebo­te zu hal­ten), son­dern von gan­zem Her­zen alles für Gott einzusetzen.

Das ist die Gesin­nung, zu der Jesus die Men­schen in ver­schie­de­ner Wei­se ermun­ter­te. Auch in der Situa­ti­on, als Jesus gefragt wur­de, wel­ches das wich­tigs­te Gebot sei, ant­wor­te­te er:

… Das ers­te ist: „Höre, Isra­el: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben aus dei­nem gan­zen Her­zen und aus dei­ner gan­zen See­le und aus dei­nem gan­zen Ver­stand und aus dei­ner gan­zen Kraft!“ Das zwei­te ist dies: „Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben wie dich selbst!“ Grö­ßer als die­se ist kein ande­res Gebot. (Mar­kus 12,29–31)

Jesus gab ein neu­es Gebot (Johan­nes 13,34–35). Er erklär­te sei­nen Jün­gern in viel tie­fe­rer Wei­se, was sie tun und was sie las­sen sol­len: Es wäre sehr schlecht, sich dar­auf aus­zu­ru­hen, nicht zu töten, aber zor­nig über sei­nen Bru­der zu sein (Mat­thä­us 5,22). Nicht nur Ehe­bruch zu bege­hen ist sehr böse, son­dern auch eine Frau lüs­tern anzu­schau­en (Mat­thä­us 5,27–28). Jesus hat nicht das Gesetz und die Zehn Gebo­te abge­schafft (Mat­thä­us 5,17), son­dern hat viel­mehr den tie­fe­ren Sinn des Geset­zes ver­deut­licht. Gott hat die Men­schen durch die Zehn Gebo­te sehr grund­sätz­li­che Moral­prin­zi­pi­en und Geset­ze gelehrt, denen sogar die­je­ni­gen zustim­men kön­nen, die ihre Recht­fer­ti­gung in ihren Taten suchen (Mat­thä­us 23,23). Nur wer sich dafür ent­schei­det, Gott und sei­nen Nächs­ten aus gan­zem Her­zen zu lie­ben, wird auch ver­ste­hen, dass Jesus zu fol­gen bedeu­tet, alles zu geben und sich kei­ne Gren­zen in der Hin­ga­be zu setzen.

Pau­lus erklärt in sei­nem Brief an die Römer in Kapi­tel 7,4–7, dass wir dem Gesetz gegen­über gestor­ben sind und so in neu­er Wei­se im Geist die­nen können:

Oder wisst ihr nicht, Brü­der – denn ich rede zu denen, die das Gesetz ken­nen -, dass das Gesetz über den Men­schen herrscht, solan­ge er lebt? Denn die ver­hei­ra­te­te Frau ist durchs Gesetz an den Mann gebun­den, solan­ge er lebt; wenn aber der Mann gestor­ben ist, so ist sie los­ge­macht von dem Gesetz des Man­nes. So wird sie nun, wäh­rend der Mann lebt, eine Ehe­bre­che­rin genannt, wenn sie eines ande­ren Man­nes wird; wenn aber der Mann gestor­ben ist, ist sie frei vom Gesetz, so dass sie kei­ne Ehe­bre­che­rin ist, wenn sie eines ande­ren Man­nes wird. So seid auch ihr, mei­ne Brü­der, dem Gesetz getö­tet wor­den durch den Leib des Chris­tus, um eines ande­ren zu wer­den, des aus den Toten Auf­er­weck­ten, damit wir Gott Frucht brin­gen. Denn als wir im Fleisch waren, wirk­ten die Lei­den­schaf­ten der Sün­den, die durch das Gesetz erregt wur­den, in unse­ren Glie­dern, um dem Tod Frucht zu brin­gen. Jetzt aber sind wir von dem Gesetz los­ge­macht, da wir dem gestor­ben sind, wor­in wir fest­ge­hal­ten wur­den, so dass wir in dem Neu­en des Geis­tes die­nen und nicht in dem Alten des Buch­sta­bens. Was sol­len wir nun sagen? Ist das Gesetz Sün­de? Auf kei­nen Fall! Aber die Sün­de hät­te ich nicht erkannt als nur durchs Gesetz. Denn auch von der Begier­de hät­te ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hät­te: „Du sollst nicht begeh­ren!“ (Römer 7,1–7)

Pau­lus ver­gleicht eine ver­hei­ra­te­te Frau, deren Ehe­mann gestor­ben ist, mit dem, was es heißt, dem Gesetz durch Chris­tus gestor­ben zu sein. Das Gesetz in den Ver­sen 4–6 muss sich auch auf die Zehn Gebo­te bezie­hen, weil er ein Gebot aus dem Deka­log in Vers 7 (du sollst nicht begeh­ren) erwähnt.

Wie man aus den wei­te­ren Gedan­ken des Pau­lus (Römer 7 und 8) erken­nen kann, bedeu­tet Frei­heit vom Gesetz kei­nen Abstieg unter das Niveau des mosai­schen Geset­zes, son­dern das Gegen­teil: in der Nach­fol­ge Jesu unser Leben in der Hin­ga­be Gott gegen­über leben zu kön­nen, wor­in auch das Sab­bat­ge­bot sei­ne tie­fe­re Erfül­lung findet.

6 Schluss­fol­ge­rung: Sab­bat, Sonn­tag oder jeder Tag?

Tat­säch­lich ist es für unse­re Bezie­hung mit Gott sehr wich­tig, dass wir ihm unse­re Zeit wid­men. Die ers­ten Chris­ten haben sich jeden Tag Zeit genom­men, gemein­sam zu beten, ein­an­der zu ermun­tern und zu hel­fen (Apos­tel­ge­schich­te 2,37–47Apos­tel­ge­schich­te 5,42; Hebrä­er 3,12–14). Wir glau­ben, dass es für jeden Chris­ten ganz natür­lich ist, dass er all sei­ne freie Zeit dafür ver­wen­det, Got­tes Reich zu bau­en. Wir freu­en uns dar­über, dass wir sowohl an Sams­ta­gen (Sab­ba­ten) als auch an Sonn­ta­gen nicht arbei­ten müs­sen und die Zeit am Wochen­en­de ganz dafür ver­wen­den kön­nen, uns mit Geschwis­tern im Glau­ben zu tref­fen und so gemein­sam Gott zu loben und ande­ren Men­schen zu hel­fen, den Weg zu ihm zu finden.

Die neu­tes­ta­ment­li­che Erfül­lung des Sab­bats liegt nicht dar­in, dass die Chris­ten einen beson­de­ren Tag gehal­ten haben (weder Sab­bat noch Sonn­tag), son­dern dass sie ihr Leben jeden Tag Gott weih­ten. Das Neue Tes­ta­ment lie­fert auch kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass der Sab­bat durch den Sonn­tag ersetzt wer­den soll. Kön­nen wir wirk­lich glau­ben, dass der größ­te geist­li­che Kampf der Geschich­te nach Jesus dar­in besteht, ob man den Sams­tag oder Sonn­tag hal­ten soll? Wenn jemand dar­über strei­tet, ob man den Sab­bat oder den Sonn­tag hal­ten soll, zeigt es, dass er Jesu Bot­schaft noch nicht ver­stan­den hat.

Gott will nicht, dass wir gewis­se For­men ein­hal­ten, son­dern dass wir uns ganz für ihn hin­ge­ben, sei­nen Wil­len suchen. Wenn wir einen Tag so her­aus­he­ben, obwohl das Neue Tes­ta­ment uns einen höhe­ren Maß­stab der Hin­ga­be lehrt, zeigt das nicht die man­geln­de Bereit­schaft, die rest­li­chen Tage ganz für Gott zu geben?

Er aber sprach zu ihm: “Du sollst den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben mit dei­nem gan­zen Her­zen und mit dei­ner gan­zen See­le und mit dei­nem gan­zen Ver­stand.” Dies ist das größ­te und ers­te Gebot. Das zwei­te aber ist ihm gleich: “Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben wie dich selbst.” An die­sen zwei Gebo­ten hängt das gan­ze Gesetz und die Pro­phe­ten. (Mat­thä­us 22,37–40)

Wir sind uns des­sen bewusst, dass es sich um ein sehr umfang­rei­ches The­ma han­delt. In die­sem kur­zen Arti­kel kön­nen nicht alle Fra­gen beant­wor­tet wer­den. Du bist ein­ge­la­den, uns zu kon­tak­tie­ren bzw. dei­ne Fra­gen zu stellen.


Fußnoten

  1. Got­tes Haupt­ge­bot war immer: Du sollst den HERRN, dei­nen Gott, lie­ben mit dei­nem gan­zen Her­zen und mit dei­ner gan­zen See­le und mit dei­ner gan­zen Kraft! (5. Mose 6,5). Die Gläu­bi­gen, die Gott ihr gan­zes Leben schen­ken wol­len, die­nen Gott jeden Tag mit gan­zem Her­zen, sie loben ihn und ver­herr­li­chen ihn. Bereits zur Zeit des Alten Tes­ta­ments war das natür­lich: Psalm 35,28; 61,9; 71,8.15.24; 72,15; 145,2, 1. Chro­nik 16,37. Wer Gott ver­traut, ruft ihn jeden Tag an: Psalm 86,3; 88,10. Des­we­gen erwar­te­ten sie auch den Mes­si­as, damit „wir […] ohne Furcht ihm die­nen sol­len in Hei­lig­keit und Gerech­tig­keit vor ihm alle unse­re Tage“ (Lukas 1,74–75). Wie könn­te man einen Tag bes­ser heiligen?
  2. Im Gegen­satz zum Alten Tes­ta­ment: z. B. Neh­emia 13,15–22;  Jesa­ja 58,13–14; Jere­mia 17,19–27.
  3. Für die Anfangs­zeit der Gemein­de kann man das vor­aus­set­zen. Nach­dem das Evan­ge­li­um aber die Hei­den erreicht hat­te, gibt es berech­tig­te Grün­de anzu­neh­men, dass z. B. Petrus (Gala­ter 2,14) und Pau­lus (1. Korin­ther 9,19–22) auf das Hal­ten des Sab­bats ver­zich­tet haben.
  4. Göt­zen­op­fer­fleisch.
  5. Gemeint ist die Verwandtenehe.
  6. Hier sind die Fes­te nach der jähr­li­chen Häu­fig­keit geord­net: jähr­li­che, monat­li­che und wöchent­li­che jüdi­sche Feste.
  7. Zehn Gebo­te.


Got­tes Haupt­ge­bot war immer: Du sollst den HERRN, dei­nen Gott, lie­ben mit dei­nem gan­zen Her­zen und mit dei­ner gan­zen See­le und mit dei­ner gan­zen Kraft! (5. Mose 6,5). Die Gläu­bi­gen, die Gott ihr gan­zes Leben schen­ken wol­len, die­nen Gott jeden Tag mit gan­zem Her­zen, sie loben ihn und ver­herr­li­chen ihn. Bereits zur Zeit des Alten Tes­ta­ments war das natür­lich: Psalm 35,28; 61,9; 71,8.15.24; 72,15; 145,2, 1. Chro­nik 16,37. Wer Gott ver­traut, ruft ihn jeden Tag an: Psalm 86,3; 88,10. Des­we­gen erwar­te­ten sie auch den Mes­si­as, damit „wir […] ohne Furcht ihm die­nen sol­len in Hei­lig­keit und Gerech­tig­keit vor ihm alle unse­re Tage“ (Lukas 1,74–75). Wie könn­te man einen Tag bes­ser heiligen?

Die Herrlichkeit des HERRN sei ewig! Der HERR freue sich seiner Werke! (Psalm 104,31)

Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; es hungerte aber seine Jünger, und sie fingen an, Ähren abzupflücken und zu essen. Als aber die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist. Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und die bei ihm waren hungerte? Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die er nicht essen durfte, noch die bei ihm waren, sondern allein die Priester? Oder habt ihr nicht in dem Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und ‹doch› schuldlos sind? Ich sage euch aber: Größeres als der Tempel ist hier. Wenn ihr aber erkannt hättet, was das heißt: »Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer«, so würdet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt haben. Denn der Sohn des Menschen ist Herr des Sabbats. (Matthäus 12,1–8)

Im Gegen­satz zum Alten Tes­ta­ment: z. B. Neh­emia 13,15–22;  Jesa­ja 58,13–14; Jere­mia 17,19–27.

Für die Anfangs­zeit der Gemein­de kann man das vor­aus­set­zen. Nach­dem das Evan­ge­li­um aber die Hei­den erreicht hat­te, gibt es berech­tig­te Grün­de anzu­neh­men, dass z. B. Petrus (Gala­ter 2,14) und Pau­lus (1. Korin­ther 9,19–22) auf das Hal­ten des Sab­bats ver­zich­tet haben.

Göt­zen­op­fer­fleisch.

Gemeint ist die Verwandtenehe.

Hier sind die Fes­te nach der jähr­li­chen Häu­fig­keit geord­net: jähr­li­che, monat­li­che und wöchent­li­che jüdi­sche Feste.

Zehn Gebo­te.

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13,34–35)

Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, dem Hohen Rat verfallen sein wird; wer aber sagt: Du Narr!, der Hölle des Feuers verfallen sein wird. (Matthäus 5,22)

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen. (Matthäus 5,27–28)

Als sie aber ‹das› hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden! Und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, hinzurufen wird. Und mit vielen anderen Worten legte er Zeugnis ab und ermahnte sie und sagte: Lasst euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht! Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten. (Apostelgeschichte 2,37–47)

... und sie hörten nicht auf, jeden Tag im Tempel und in den Häusern zu lehren und Jesus als den Christus zu verkündigen. (Apostelgeschichte 5,42)

Seht zu, Brüder, dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei, im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es »heute« heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde! Denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Grundlage bis zum Ende standhaft festhalten. (Hebräer 3,12–14)