Über das Leben der ers­ten Christen

Schlagwörter: Gemeinde/Kirche

In die­sem Arti­kel geht es uns nicht um eine blo­ße Beschrei­bung der Lebens­form und Ansich­ten der ers­ten Chris­ten. Viel­mehr soll die­ser Text eine Ein­la­dung sein, dar­über nach­zu­den­ken, war­um die ers­ten Chris­ten so leb­ten, wie sie lebten.

Wachsende Tulpenzwiebeln symbolisieren die erste Ernte des neu auserwählten Volkes Gottes.

1 War­um wir etwas über die ers­ten Chris­ten schreiben

Heu­te wird oft die Mei­nung ver­tre­ten, dass man unter den jet­zi­gen Umstän­den nicht mehr so leben kön­ne wie damals oder dass die Men­schen in der frü­hen Kir­che wohl nur in ihrer ers­ten Begeis­te­rung das Leben so inten­siv mit­ein­an­der geteilt haben. Wir möch­ten gern zei­gen, dass das Leben der ers­ten Chris­ten eine Fort­set­zung des­sen war, was die Jün­ger Jesu im Leben ihres Meis­ters gese­hen haben. Sie haben begrif­fen, dass die Lebens­hin­ga­be Jesu das Urbild jedes wah­ren Got­tes­diens­tes ist und dass Nach­fol­ge Jesu genau das bedeu­tet: bereit zu sein, das gan­ze Leben – so wie er – für Gott, für die Brü­der und Schwes­tern und für das Wachs­tum des Rei­ches Got­tes ein­zu­set­zen, was auch immer das für das eige­ne Leben bedeu­ten mag. Das war damals so und das kann heu­te nicht anders sein.

Das Sonntags‐ und Hobby-„Christentum“ von heu­te ist nicht ein not­wen­di­ges Resul­tat ver­än­der­ter gesell­schaft­li­cher Umstän­de. Es ist viel­mehr ein Aus­druck dafür, dass Men­schen zwar irgend­wie das Heil wol­len, aber nicht bereit sind, den schma­len Weg der Nach­fol­ge Jesu zu gehen. Auch zur Zeit Jesu gab es Men­schen mit einer sol­chen Gesin­nung und er warn­te sie:

Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr!, und tut nicht, was ich sage? Jeder, der zu mir kommt und mei­ne Wor­te hört und sie tut – ich will euch zei­gen, wem er gleich ist. Er ist einem Men­schen gleich, der ein Haus bau­te, grub und ver­tief­te und den Grund auf den Fel­sen leg­te; als aber eine Flut kam, stieß der Strom an jenes Haus und konn­te es nicht erschüt­tern, weil es gut gebaut war. Der aber gehört und nicht getan hat, ist einem Men­schen gleich, der ein Haus auf die Erde bau­te ohne Grund­mau­er; der Strom stieß dar­an, und sogleich fiel es, und der Sturz jenes Hau­ses war groß. (Lukas 6,46–49)

2 „Sie ver­lie­ßen alles und folg­ten ihm nach“ – die Zeit der Jün­ger mit Jesus

Als Johan­nes der Täu­fer anfing, sei­ne Volks­ge­nos­sen zu tau­fen und zur Buße auf­zu­ru­fen, um sie auf das Kom­men des Mes­si­as vor­zu­be­rei­ten, hat­te Jesus sein öffent­li­ches Wir­ken noch nicht begon­nen. Johan­nes war ein Anzie­hungs­punkt für vie­le Juden, vor allem für die­je­ni­gen unter ihnen, die eine star­ke Hoff­nung dar­auf hat­ten, dass Gott mit der Sen­dung des ver­hei­ße­nen Ret­ters nicht mehr lan­ge war­ten wür­de. Unter ihnen befan­den sich auch sol­che, die spä­ter die engs­ten Ver­trau­ten Jesu wer­den sollten.

Johan­nes der Täu­fer hat seit der Tau­fe Jesu klar bezeugt, dass Jesus der Got­tes­knecht ist, der Isra­el erlö­sen wird. Er hat die, die zu ihm kamen, auf Jesus ver­wie­sen und so ver­la­ger­te sich der Mit­tel­punkt der mes­sia­ni­schen Bewe­gung von Johan­nes auf Jesus.

Aus den vie­len Men­schen, die kamen, um Jesus zu hören, und die ihn von Zeit zu Zeit beglei­te­ten, wähl­te sich Jesus zwölf Män­ner aus, die stän­dig mit ihm gehen soll­ten (Lukas 6,12–16). Ihnen, den Apos­teln, erklär­te er vie­les aus­führ­li­cher. Sie lern­ten ihn am innigs­ten ken­nen und wur­den von ihm gelehrt und geformt, um spä­ter ihre zen­tra­le Ver­ant­wor­tung für die Bil­dung des neu­en Got­tes­vol­kes, der Kir­che, tra­gen zu können.

Als Jesus ein­mal gefragt wur­de, was das wich­tigs­te Gebot ist, ant­wor­te­te er Folgendes:

Das ers­te ist: „Höre, Isra­el: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr; und du sollst den Herrn, dei­nen Gott, lie­ben aus dei­nem gan­zen Her­zen und aus dei­ner gan­zen See­le und aus dei­nem gan­zen Ver­stand und aus dei­ner gan­zen Kraft!“ Das zwei­te ist dies: „Du sollst dei­nen Nächs­ten lie­ben wie dich selbst!“ Grö­ßer als die­se ist kein ande­res Gebot. (Mar­kus 12,29–31)

Und als Jesus den Jün­gern in der letz­ten gemein­sa­men Nacht das neue Gebot gab, ein­an­der zu lie­ben, wie er sie geliebt hat (Johan­nes 13,34–35), stell­te er ihnen sein eige­nes Leben als Vor­bild der Erfül­lung des höchs­ten Gebo­tes vor Augen. Das Aus­maß die­ser Lie­be hat­ten die Jün­ger zu die­sem Zeit­punkt wohl noch nicht begrif­fen, denn der stärks­te Erweis sei­ner Lie­be – der Schritt zum unge­rech­ten, grau­sa­men Kreu­zes­tod – war noch nicht erbracht. Aber durch das täg­li­che Zusam­men­sein mit ihm haben sie schon vie­les gesehen:

3 „Was sucht ihr den Leben­den unter den Toten?“ – von Gol­ga­tha bis Pfingsten

Obwohl Jesus sei­ne Jün­ger dar­auf vor­be­rei­tet hat, dass er ster­ben, aber auch auf­er­ste­hen wür­de (Mat­thä­us 16,21) war die Tat­sa­che sei­nes Todes für sie eine Kata­stro­phe, die all ihre Hoff­nun­gen zu begra­ben schien. Am drit­ten Tag jedoch ist er ihnen als Auf­er­stan­de­ner begeg­net. Die fol­gen­den weni­gen Wochen mit dem auf­er­stan­de­nen Jesus waren für sie noch­mals eine Zeit inten­si­ven Umden­kens. Sie lern­ten, alles in einem neu­en Licht zu sehen. Jetzt wur­de es ihnen ganz klar, dass der Mes­si­as nicht einer ist, der ein irdi­sches Frie­dens­reich auf­rich­ten und alle Gott­lo­sen ver­nich­ten wür­de. Das Reich Got­tes soll­te inmit­ten des Unkrau­tes die­ser Welt sei­ne guten Früch­te her­vor­brin­gen. Die Jün­ger soll­ten mit der Bot­schaft Jesu hin­aus­ge­hen bis an die Enden der Erde. Sie soll­ten über­all die Gna­de Got­tes ver­kün­den, der aus Lie­be Mensch gewor­den ist. In Jesus kam Gott selbst in die Welt. Mit sei­ner Hin­ga­be woll­te er die Men­schen zur Reue über ihre Auf­leh­nung oder Gleich­gül­tig­keit gegen ihren lie­ben­den Schöp­fer und zu einem Leben der Gottes‐ und Nächs­ten­lie­be füh­ren. Das ist der Weg des Heils und dafür soll­ten von nun an die Jün­ger Jesu ihr Leben geben.

Zu Pfings­ten emp­fin­gen sie den Hei­li­gen Geist. Das war der ent­schei­den­de Anstoß dazu hin­aus­zu­ge­hen und zu pre­di­gen. Got­tes Geist ließ sie alle Furcht über­win­den und gab ihnen Wor­te, die ande­re ins Herz tra­fen. Nicht weni­ge unter den Juden, die zu Pfings­ten in Jeru­sa­lem waren, glaub­ten dem Zeug­nis der Jün­ger von der Auf­er­ste­hung Jesu und dass er der von Gott gesand­te Mes­si­as war. Somit begann die eigent­li­che Geschich­te der Kirche.

4 „Was sol­len wir tun?“ – die Ent­ste­hung und das Leben der Gemeinde

In Apos­tel­ge­schich­te 2,36–47 fin­den wir den fol­gen­den Text. Er beinhal­tet das Ende der Pre­digt, die Petrus nach dem Pfingst­er­eig­nis vor den Juden in Jeru­sa­lem gehal­ten hat, und die Reak­ti­on derer, die glaubten:

Das gan­ze Haus Isra­el wis­se nun zuver­läs­sig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Chris­tus gemacht hat, die­sen Jesus, den ihr gekreu­zigt habt. Als sie aber ‹das› hör­ten, drang es ihnen durchs Herz, und sie spra­chen zu Petrus und den ande­ren Apos­teln: Was sol­len wir tun, ihr Brü­der? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch las­se sich tau­fen auf den Namen Jesu Chris­ti zur Ver­ge­bung eurer Sün­den! Und ihr wer­det die Gabe des Hei­li­gen Geis­tes emp­fan­gen. Denn euch gilt die Ver­hei­ßung und euren Kin­dern und allen, die in der Fer­ne sind, so vie­le der Herr, unser Gott, hin­zu­ru­fen wird. Und mit vie­len ande­ren Wor­ten leg­te er Zeug­nis ab und ermahn­te sie und sag­te: Lasst euch ret­ten aus die­sem ver­kehr­ten Geschlecht! Die nun sein Wort auf­nah­men, lie­ßen sich tau­fen; und es wur­den an jenem Tag etwa drei­tau­send See­len hin­zu­ge­tan. Sie ver­harr­ten aber in der Leh­re der Apos­tel und in der Gemein­schaft, im Bre­chen des Bro­tes und in den Gebe­ten. Es kam aber über jede See­le Furcht, und es gescha­hen vie­le Wun­der und Zei­chen durch die Apos­tel. Alle Gläu­big­ge­wor­de­nen aber waren bei­sam­men und hat­ten alles gemein­sam; und sie ver­kauf­ten die Güter und die Habe und ver­teil­ten sie an alle, je nach­dem einer bedürf­tig war. Täg­lich ver­harr­ten sie ein­mü­tig im Tem­pel und bra­chen zu Hau­se das Brot, nah­men Spei­se mit Jubel und Schlicht­heit des Her­zens, lob­ten Gott und hat­ten Gunst beim gan­zen Volk. Der Herr aber tat täg­lich hin­zu, die geret­tet wer­den sollten.

Als sie aber das hör­ten, drang es ihnen durchs Herz, und sie spra­chen zu Petrus und den ande­ren Apos­teln: Was sol­len wir tun, ihr Brü­der? Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch las­se sich tau­fen auf den Namen Jesu Chris­ti zur Ver­ge­bung eurer Sün­den! Und ihr wer­det die Gabe des Hei­li­gen Geis­tes emp­fan­gen. Denn euch gilt die Ver­hei­ßung und euren Kin­dern und allen, die in der Fer­ne sind, so vie­le der Herr, unser Gott, hin­zu­ru­fen wird. Und mit vie­len ande­ren Wor­ten leg­te er Zeug­nis ab und ermahn­te sie und sag­te: Lasst euch ret­ten aus die­sem ver­kehr­ten Geschlecht[1]!

Die nun sein Wort auf­nah­men, lie­ßen sich tau­fen; und es wur­den an jenem Tag etwa drei­tau­send See­len hin­zu­ge­tan. Sie ver­harr­ten aber in der Leh­re der Apos­tel und in der Gemein­schaft, im Bre­chen des Bro­tes und in den Gebe­ten. Es kam aber über jede See­le Furcht, und es gescha­hen vie­le Wun­der und Zei­chen durch die Apos­tel. Alle Gläu­big­ge­wor­de­nen aber waren bei­sam­men und hat­ten alles gemein­sam; und sie ver­kauf­ten die Güter und die Habe und ver­teil­ten sie an alle, je nach­dem einer bedürf­tig war. Täg­lich ver­harr­ten sie ein­mü­tig im Tem­pel und bra­chen zu Hau­se das Brot, nah­men Spei­se mit Jubel und Schlicht­heit des Her­zens, lob­ten Gott und hat­ten Gunst beim gan­zen Volk. Der Herr aber tat täg­lich hin­zu, die geret­tet wer­den sollten.

Eben­so wie Jesus (Mar­kus 1,14) hat auch Petrus den Auf­ruf zur Buße an den Anfang gestellt. Die Abkehr vom alten, von der Sün­de beherrsch­ten Leben war die Vor­aus­set­zung für ein neu­es Leben als Kind Got­tes. Wer zu Gott gehö­ren woll­te, muss­te mit sei­nen Sün­den ins Licht tre­ten, die ihn von Gott, aber auch von den Mit­men­schen trennten.

Und dies ist die Bot­schaft, die wir von ihm gehört haben und euch ver­kün­di­gen: dass Gott Licht ist, und gar kei­ne Fins­ter­nis in ihm ist. Wenn wir sagen, dass wir Gemein­schaft mit ihm haben, und wan­deln in der Fins­ter­nis, lügen wir und tun nicht die Wahr­heit. Wenn wir aber im Licht wan­deln, wie er im Licht ist, haben wir Gemein­schaft mit­ein­an­der, und das Blut Jesu, sei­nes Soh­nes, rei­nigt uns von jeder Sün­de. (1. Johan­nes 1,5–7)

Der Mensch kann sich dem hei­li­gen Gott nur mit einem auf­rich­ti­gen Her­zen nahen. Wenn jemand die Sün­den vor Gott auf­deckt, kann Gott sie „bede­cken“ (Psalm 32,1.5). Er kann ihm ver­ge­ben und ihn zu einem neu­en Men­schen machen, der sich vom Geist Got­tes lei­ten lässt. Und der Geist Got­tes lei­tet den Men­schen zur Lie­be. Die Jün­ger Jesu hat­ten von ihrem Meis­ter gelernt, dass Lie­be die Hin­ga­be des gan­zen Lebens bedeu­tet. Das war es auch, was das Leben der Gläu­bi­gen in der frü­hen Kir­che geformt hat. Die Lie­be, die Gott jedem sei­ner Kin­der ins Herz gießt (Römer 5,5) drängt sie dazu, nicht mehr für sich selbst zu leben. Pau­lus drück­te es so aus:

Denn die Lie­be Chris­ti drängt uns, da wir zu die­sem Urteil gekom­men sind, dass einer für alle gestor­ben ist und somit alle gestor­ben sind. Und für alle ist er gestor­ben, damit die, wel­che leben, nicht mehr sich selbst leben, son­dern dem, der für sie gestor­ben und auf­er­weckt wor­den ist. (2. Korin­ther 5,14–15)

Weil die ers­ten Chris­ten so wie Jesus nicht für sich selbst leben woll­ten, waren sie bereit, sich von allem und jedem zu lösen, was bzw. der sie am Dienst für Gott und für das Heil der Men­schen hin­der­te, z. B. Bin­dun­gen an Haus, Äcker, Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, eige­ne Plä­ne … Von Jesus wuss­ten sie, dass es einer­seits anders auch gar nicht geht (Lukas 14,33) und ande­rer­seits dar­in auch eine Ver­hei­ßung liegt:

Petrus begann und sag­te zu ihm: Sie­he, wir haben alles ver­las­sen und sind dir nach­ge­folgt. Jesus sprach: Wahr­lich, ich sage euch: Da ist nie­mand, der Haus oder Brü­der oder Schwes­tern oder Mut­ter oder Vater oder Kin­der oder Äcker ver­las­sen hat um mei­net­wil­len und um des Evan­ge­li­ums wil­len, der nicht hun­dert­fach emp­fängt, jetzt in die­ser Zeit Häu­ser und Brü­der und Schwes­tern und Müt­ter und Kin­der und Äcker unter Ver­fol­gun­gen – und in dem kom­men­den Zeit­al­ter ewi­ges Leben. (Mar­kus 10,28–30)

Die Bereit­schaft zur Selbst­ver­leug­nung (Lukas 9,23) zum Auf­ge­ben des selbst­be­stimm­ten Lebens mach­te sie frei für die Din­ge, die Got­tes Reich betref­fen. Jeden Tag ver­brach­ten sie Zeit auf dem Tem­pel­ge­län­de, wo sie mit vie­len ihrer Volks­ge­nos­sen reden und von Jesus, dem Mes­si­as, zeu­gen konn­ten. In ihren Häu­sern kamen sie täg­lich zur Gemein­schaft zusam­men. In die­sen klei­ne­ren Zusam­men­künf­ten blieb nie­mand anonym. Es gab kei­ne Lit­ur­gien oder Pro­gram­me, die man „völ­lig unver­bind­lich“ besu­chen konn­te. Ganz prak­tisch haben sie es erlebt, wie sie für­ein­an­der Brü­der, Schwes­tern, Eltern, Kin­der gewor­den sind, auch wenn sie sich vor­her ganz fremd oder gar feind waren. Die Gemein­de war für jeden offen: für Arme und Rei­che, Män­ner und Frau­en, Juden und Nicht­ju­den, Skla­ven und Freie, Jun­ge und Alte. Ihr Gemein­schafts­le­ben war auf­ge­baut auf dem, was die Apos­tel sie über Jesu Leben, sei­ne Gebo­te, Got­tes Wesen und sei­nen Wil­len gelehrt haben. So wie Jesus den Men­schen gedient hat, haben auch sie ein­an­der gedient, ein­an­der ermun­tert, ermahnt, getrös­tet, kor­ri­giert. Weil sie so viel Zeit wie mög­lich mit­ein­an­der in geist­li­cher Gemein­schaft ver­brach­ten, kann­ten sie ein­an­der wirk­lich und wuss­ten, wo der Bru­der oder die Schwes­ter Hil­fe brauch­te. In Bezie­hun­gen, die ober­fläch­lich und flüch­tig blei­ben, weil man dem ande­ren sei­ne Pri­vat­sphä­re nicht öff­nen will, kann wirk­li­che Lie­be nicht umge­setzt wer­den. Die Chris­ten damals teil­ten Freud und Leid, bekann­ten auch ein­an­der ihre Schwä­chen und Sün­den (Jako­bus 5,16, Apos­tel­ge­schich­te 19,18) und hal­fen sich gegen­sei­tig in ihrem Glau­bens­kampf. Alles geschah aus dem Wunsch, sich dar­in zu unter­stüt­zen, ein hei­li­ges, gott­ge­fäl­li­ges Leben zu füh­ren, sodass alle mit­ein­an­der das Ziel des Glau­bens errei­chen: die ewi­ge Freu­de in der Gegen­wart Got­tes. Wie wich­tig die täg­li­che brü­der­li­che Ermun­te­rung für das Heil ist, kommt in Hebrä­er 3,12–14 deut­lich zum Ausdruck:

Seht zu, Brü­der, dass nicht etwa in jeman­dem von euch ein böses Herz des Unglau­bens sei, im Abfall vom leben­di­gen Gott, son­dern ermun­tert ein­an­der jeden Tag, solan­ge es „heu­te“ heißt, damit nie­mand von euch ver­här­tet wer­de durch Betrug der Sün­de! Denn wir sind Teil­ha­ber des Chris­tus gewor­den, wenn wir die anfäng­li­che Zuver­sicht bis zum Ende stand­haft festhalten.

Durch ihre Lie­be, Hin­ga­be und Ein­tracht waren die ers­ten Chris­ten das Licht, von dem Jesus gespro­chen hat (Mat­thä­us 5,14–16) und es beein­druck­te die Men­schen um sie her­um. Den­noch wag­te nie­mand, sich ihnen anzu­schlie­ßen, wenn er nicht auch die­sen Wunsch nach einem hei­li­gen Leben hat­te (Apos­tel­ge­schich­te 5,12–14).

Der gemein­sa­me Glau­be an Jesus als den Ret­ter und an die Wahr­heit sei­ner Wor­te hat sie also tief mit­ein­an­der ver­bun­den. Das bedeu­te­te aber auch, dass die Ver­bun­den­heit zer­stört wur­de, wenn jemand einen selbst­be­stimm­ten Weg ein­schla­gen und nicht mehr selbst­los lie­ben woll­te. Das Bei­spiel von Hana­ni­as und Saphi­ra (Apos­tel­ge­schich­te 5,1–11) zeigt, wie ver­häng­nis­voll es ist, wenn Chris­ten nicht mehr auf­rich­tig sind in ihrem Her­zen. Die bei­den ver­kauf­ten einen Acker, waren aber nicht ehr­lich in ihrer Bereit­schaft zu tei­len und belo­gen die Apos­tel. Sie hät­ten auch ihren Besitz behal­ten kön­nen. Denn wenn sie gute Grün­de dafür gehabt hät­ten, hät­ten sie ihre Ent­schei­dung nicht ver­ber­gen müs­sen und alles hät­te in Offen­heit und Ver­trau­en bespro­chen wer­den können.

In der Gemein­de Got­tes kön­nen unauf­rich­ti­ge Men­schen nicht bestehen. Denn das für den gemein­sa­men Dienst für Gott unbe­dingt not­wen­di­ge Ver­trau­en wird zer­stört, wenn kein ehr­li­ches Fra­gen nach dem Wil­len Got­tes mehr da ist.

Die­se Bege­ben­heit führt uns zu einem wei­te­ren Punkt des gemein­sa­men Lebens der ers­ten Chris­ten: zur Güter­ge­mein­schaft.

5 „Es war ihnen alles gemein­sam“ – die Gütergemeinschaft

In der oben zitier­ten Stel­le aus Mar­kus 10,28–30 hat Jesus den Jün­gern auch Häu­ser und Äcker ver­hei­ßen. Erfüllt hat sich die­se Ver­hei­ßung dar­in, dass die Chris­ten das, was sie hat­ten, nicht mehr als ihr Pri­vat­ei­gen­tum betrach­tet haben. Alles war ihnen gemein­sam und sie teil­ten ihre Güter mit den Glau­bens­ge­schwis­tern. Nie­mand hat es ihnen vor­ge­schrie­ben und es lag in ihrer frei­en Gewis­sens­ent­schei­dung vor Gott, wie sie ihren Besitz ver­wen­det haben. Auch für Außen­ste­hen­de war die Güter­ge­mein­schaft ein sehr deut­li­cher Aus­druck des Ver­trau­ens und der tie­fen Ein­tracht und Ver­bun­den­heit unter den Chris­ten. So etwas fin­det man in der Welt nicht. Weil sie neue Men­schen gewor­den waren, kleb­ten sie nicht mehr an ihrem irdi­schen Besitz. Die unver­gäng­li­chen Güter waren ihr kost­bars­ter Schatz und so war es ihnen sehr nahe, auch die ver­gäng­li­chen Güter für das Reich Got­tes ein­zu­set­zen. Sie haben nicht alles in eine Kas­se gewor­fen, son­dern wer etwas hat­te, der hat es gege­ben, wo es nötig war. Nicht nur in Apos­tel­ge­schich­te 2 wird dar­über berich­tet, son­dern auch in Kapi­tel 4,32–37:

Die Men­ge derer aber, die gläu­big wur­den, war ein Herz und eine See­le; und auch nicht einer sag­te, dass etwas von sei­ner Habe sein eigen sei, son­dern es war ihnen alles gemein­sam. Und mit gro­ßer Kraft leg­ten die Apos­tel das Zeug­nis von der Auf­er­ste­hung des Herrn Jesus ab; und gro­ße Gna­de war auf ihnen allen. Denn es war auch kei­ner bedürf­tig unter ihnen, denn so vie­le Besit­zer von Äckern oder Häu­sern waren, ver­kauf­ten sie und brach­ten den Preis des Ver­kauf­ten und leg­ten ihn nie­der zu den Füßen der Apos­tel; es wur­de aber jedem zuge­teilt, so wie einer Bedürf­nis hat­te. Josef aber, der von den Apos­teln Bar­na­bas genannt wur­de – was über­setzt heißt: Sohn des Tros­tes –, ein Levit, ein Zyprer von Geburt, der einen Acker besaß, ver­kauf­te ihn, brach­te das Geld und leg­te es zu den Füßen der Apos­tel nieder.

Wo in den heu­ti­gen soge­nann­ten Kir­chen die brü­der­li­che Lie­be nicht zu fin­den ist und durch das Besu­chen von Ver­an­stal­tun­gen oder reli­giö­se For­men ersetzt wird, ist auch die Bereit­schaft zum Tei­len des Besit­zes nicht zu fin­den. Dar­an ändern auch die Kir­chen­steu­er, für die es kei­ner­lei bibli­sche Begrün­dung gibt, oder der in man­chen Frei­kir­chen übli­che Zehn­te nichts. Es wird ja nur ein Bruch­teil des­sen gege­ben, was man als sein Eigen­tum betrach­tet. Natür­lich suchen Theo­lo­gen schein­ba­re Argu­men­te, die das Feh­len der Güter­ge­mein­schaft heu­te recht­fer­ti­gen sol­len. Von vie­len Kir­chen­mit­glie­dern wer­den die­se auch gern über­nom­men, weil man etwas braucht, um den Ego­is­mus auch in Bezug auf mate­ri­el­len Besitz zu ver­schlei­ern. So wird zum Bei­spiel gesagt, dass die Chris­ten damals des­we­gen geteilt haben, weil sie Nah­erwar­tung hat­ten und dach­ten, sie wür­den, wenn Jesus bald wie­der­kommt, ihre irdi­schen Güter sowie­so nicht mehr lan­ge brau­chen. Manch­mal wird auch gesagt, sie hät­ten nicht mehr gear­bei­tet und dadurch sei die Jeru­sa­le­mer Gemein­de ver­armt. Pau­lus hät­te des­halb spä­ter die Geld­samm­lung durch­füh­ren müs­sen, um die Gläu­bi­gen in Jeru­sa­lem vor dem angeb­lich selbst ver­schul­de­ten dro­hen­den Hun­ger­tod zu retten.

Wir sehen in die­sen „Argu­men­ten“ eine bös­wil­li­ge Ent­stel­lung der Lie­be, die Gott unter den Chris­ten gewirkt hat. Wer so etwas behaup­tet, muss sich des­sen bewusst sein, was er den Apos­teln unter­stellt. Denn damit sagt man, dass sie dar­in nicht von Got­tes Geist gelei­tet waren und die Gemein­de in eine Sack­gas­se geführt haben. Indi­rekt stellt man damit auch die Weis­heit Jesu in Fra­ge, der sich gera­de die­se Män­ner aus­ge­wählt hat, um durch sie sei­ne Kir­che zu bau­en. Auch bedenkt man dabei nicht, dass Gott selbst die Apos­tel in ihrer geist­li­chen Auto­ri­tät bestä­tigt hat, indem er durch sie Wun­der wirk­te. Wir wol­len nun im Ein­zel­nen dar­auf eingehen:

Dass die ers­ten Chris­ten Nah­erwar­tung hat­ten, kann man von der Bibel her nicht begrün­den. Jesus hat­te ihnen auf­ge­tra­gen, das Evan­ge­li­um bis an das Ende der Erde zu tra­gen (Apos­tel­ge­schich­te 1,8). Sicher waren sie nicht so unrea­lis­tisch zu mei­nen, das wür­de in weni­gen Jah­ren gesche­hen sein. Wir lesen auch in Johan­nes 21,18–19, dass Jesus Petrus ver­hei­ßen hat, er wür­de, wenn er alt gewor­den ist, eines gewalt­sa­men Todes ster­ben. Das ist ein kla­rer Hin­weis dar­auf, dass Petrus die Wie­der­kunft Jesu wäh­rend sei­nes Erden­le­bens nicht erle­ben wür­de. Wohl aber woll­ten die Chris­ten jeder­zeit vor­be­rei­tet sein dar­auf, Jesus wie­der zu begeg­nen und leb­ten in der Erwar­tung des­sen, wann immer es auch sein wür­de. Er selbst hat­te sie (und uns alle) gelehrt, wach­sam zu sein, denn der Men­schen­sohn wird kom­men wie ein Dieb in der Nacht (Lukas 12,35–40).

Die Grund­stü­cke, die sie ver­kauf­ten, waren sol­che, die sie nicht mehr brauch­ten, und das hat­te einen kon­kre­ten Hin­ter­grund. Es gab unter den from­men Juden die Erwar­tung, dass der Mes­si­as in Jeru­sa­lem erschei­nen wür­de. Des­halb wird ange­nom­men, dass sie sich Grund­stü­cke in und um Jeru­sa­lem kauf­ten, auf denen sie begra­ben wer­den konn­ten. Sie hoff­ten, dass sie damit bei der Auf­er­ste­hung der Toten am Jüngs­ten Tag, wenn der Mes­si­as kommt, gleich vor Ort sind. Als sie Chris­ten wur­den und wuss­ten, dass Jesus, der Mes­si­as, schon gekom­men war, waren es sehr wahr­schein­lich eben die­se Grund­stü­cke, die sie zuguns­ten der Bedürf­ti­gen ver­kauf­ten. Aber in ihren Häu­sern haben sie wei­ter­hin gewohnt und sich dort ver­sam­melt, wie wir im Zitat aus Apos­tel­ge­schich­te 2 gele­sen haben.

Wir dür­fen auch anneh­men, dass die Chris­ten in Jeru­sa­lem bezüg­lich des Arbei­tens nicht anders dach­ten als Pau­lus, der im Brief an die Thes­sa­lo­ni­cher sehr kla­re ermah­nen­de Wor­te gegen den unor­dent­li­chen Lebens­wan­del eini­ger Chris­ten findet:

Wir gebie­ten euch aber, Brü­der, im Namen unse­res Herrn Jesus Chris­tus, dass ihr euch zurück­zieht von jedem Bru­der, der unor­dent­lich und nicht nach der Über­lie­fe­rung wan­delt, die ihr von uns emp­fan­gen habt. Denn ihr selbst wisst, wie man uns nach­ah­men soll; denn wir haben unter euch nicht unor­dent­lich gelebt, noch haben wir von jemand Brot umsonst geges­sen, son­dern wir haben mit Mühe und Beschwer­de Nacht und Tag gear­bei­tet, um kei­nem von euch beschwer­lich zu fal­len. Nicht, dass wir nicht das Recht dazu haben, son­dern damit wir uns euch zum Vor­bild gäben, damit ihr uns nach­ahmt. Denn auch als wir bei euch waren, gebo­ten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbei­ten will, soll er auch nicht essen. Denn wir hören, dass eini­ge unter euch unor­dent­lich wan­deln, indem sie nicht arbei­ten, son­dern unnüt­ze Din­ge trei­ben. Sol­chen aber gebie­ten wir und ermah­nen sie im Herrn Jesus Chris­tus, dass sie in Stil­le arbei­ten und ihr eige­nes Brot essen. (2. Thes­sa­lo­ni­cher 3,6–12)

Güter­ge­mein­schaft unter Chris­ten bedeu­tet natür­lich nicht, dass man sich auf dem Besitz ande­rer aus­ruht. Jeder soll durch Arbeit für sei­nen Lebens­un­ter­halt auf­kom­men und beschei­den leben, damit er auch denen geben kann, die Not haben.

Die Geld­samm­lung für die Gemein­den in Paläs­ti­na, über die man im Neu­en Tes­ta­ment z. B. in Römer 15,25–27 lesen kann, ist kein Bei­spiel dafür, dass die Güter­ge­mein­schaft nicht funk­tio­niert hat. Im Gegen­teil, sie ist ein Bei­spiel für den Segen der Güter­ge­mein­schaft in grö­ße­rem Aus­maß. Die ers­te Samm­lung, über die wir im Neu­en Tes­ta­ment lesen, hat­te ihren Grund in einer all­ge­mei­nen Hun­gers­not, über die in der Apos­tel­ge­schich­te 11,27–30 berich­tet wird:

In die­sen Tagen aber kamen Pro­phe­ten von Jeru­sa­lem nach Antio­chia her­ab. Einer aber von ihnen, mit Namen Aga­bus, stand auf und zeig­te durch den Geist eine gro­ße Hun­gers­not an, die über den gan­zen Erd­kreis kom­men soll­te; sie trat auch unter Klau­di­us ein. Sie beschlos­sen aber, dass, je nach­dem wie einer der Jün­ger begü­tert war, jeder von ihnen zur Hil­fe­leis­tung den Brü­dern, die in Judäa wohn­ten, etwas sen­den soll­te; das taten sie auch, indem sie es durch die Hand des Bar­na­bas und Sau­lus an die Ältes­ten sandten.

Die Hun­gers­not hat ver­schie­de­ne Gegen­den des römi­schen Rei­ches in unter­schied­li­chem Aus­maß betrof­fen. Die Juden waren von vorn­her­ein ärmer, weil sie ver­schie­de­ne Steu­ern und Abga­ben zah­len muss­ten: den Zehn­ten für Pries­ter und Tem­pel­dienst, die Tem­pel­steu­er für die Sanie­rung des Tem­pels, die Kopf­steu­er an den Kai­ser und Zöl­le an die Zöll­ner. In die­ser Situa­ti­on war es den Chris­ten, denen es mate­ri­ell bes­ser ging, eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, ihren stär­ker betrof­fe­nen Brü­dern im ver­arm­ten Paläs­ti­na zu hel­fen. Die­se selbst­ver­ständ­li­che Bereit­schaft zum Tei­len und Hel­fen fin­den wir auch bei den Gemein­den, die im Rah­men der 3. Mis­si­ons­rei­se des Pau­lus die Gemein­den in Judäa unter­stütz­ten. So schreibt Pau­lus über die Maze­do­ni­er in 2. Korin­ther 8,3–4:

Denn nach Ver­mö­gen, ich bezeu­ge es, und über Ver­mö­gen waren sie aus eige­nem Antrieb wil­lig und baten uns mit vie­lem Zure­den um die Gna­de und die Betei­li­gung am Dienst für die Heiligen.

Und er setzt mit einer Ermun­te­rung an die Korin­ther fol­gen­der­ma­ßen fort:

Nicht befehls­wei­se spre­che ich, son­dern um durch den Eifer ande­rer auch die Echt­heit eurer Lie­be zu prü­fen. Denn ihr kennt die Gna­de unse­res Herrn Jesus Chris­tus, dass er, da er reich war, um euret­wil­len arm wur­de, damit ihr durch sei­ne Armut reich wür­det. Und ich gebe hier­in eine Mei­nung ab; denn das ist euch nütz­lich, die ihr nicht allein das Tun, son­dern auch das Wol­len vor­her ange­fan­gen habt – seit vori­gem Jahr. Nun aber voll­endet auch das Tun, damit, wie die Bereit­wil­lig­keit des Wol­lens, so auch das Voll­brin­gen da ist, nach dem, was ihr habt. Denn wenn die Bereit­wil­lig­keit da ist, so ist sie will­kom­men nach dem, was sie hat, und nicht nach dem, was sie nicht hat. Denn das sage ich nicht, damit ande­re Erleich­te­rung haben, ihr aber Bedräng­nis, son­dern nach Maß­ga­be der Gleich­heit: In der jet­zi­gen Zeit die­ne euer Über­fluss dem Man­gel jener, damit auch der Über­fluss jener für euren Man­gel die­ne, damit Gleich­heit ent­ste­he; wie geschrie­ben steht: „Wer viel sam­mel­te, hat­te kei­nen Über­fluss, und wer wenig sam­mel­te, hat­te kei­nen Man­gel.“ (2. Korin­ther 8,8–15)

Die Geld­samm­lung soll­te natür­lich nie­man­den in Not brin­gen, son­dern durch das Tei­len soll­te jeder das haben, was er zum Leben braucht. Die­se Bereit­schaft zum Tei­len begrün­det Pau­lus mit der Gesin­nung Jesu, „arm“ zu wer­den, damit ande­re „reich“ wer­den kön­nen, nicht mit der Erwar­tung sei­ner bal­di­gen Wie­der­kunft. Er sieht das als einen Beweis der Echt­heit ihrer Lie­be. Denn Chris­ten sol­len nicht mit Wor­ten lie­ben, son­dern in Tat und Wahrheit:

Hier­an haben wir die Lie­be erkannt, dass er für uns sein Leben hin­ge­ge­ben hat; auch wir sind schul­dig, für die Brü­der das Leben hin­zu­ge­ben. Wer aber irdi­schen Besitz hat und sieht sei­nen Bru­der Man­gel lei­den und ver­schließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Lie­be Got­tes in ihm? Kin­der, lasst uns nicht lie­ben mit Wor­ten noch mit der Zun­ge, son­dern in Tat und Wahr­heit! (1. Johan­nes 3,16–18)

Eine wei­te­re Ermun­te­rung zum Tei­len fin­den wir in Hebrä­er 13,16:

Das Wohl­tun und Mit­tei­len[2] aber ver­gesst nicht! Denn an sol­chen Opfern hat Gott Wohlgefallen.

Auch hier sehen wir, dass der Grund dafür, den Bedürf­ti­gen Anteil an den eige­nen Gütern zu geben, nicht die Nah­erwar­tung war, son­dern weil das Opfer sind, die Gott gefallen.

5.1 Zur Fra­ge des Zehnten

Kurz möch­ten wir noch auf die Fra­ge des Zehn­ten[3] ein­ge­hen: Wie schon gesagt, hat sich die­se Pra­xis in eini­gen Frei­kir­chen ver­brei­tet und wahr­schein­lich den­ken vie­le, dass das biblisch sei. Sicher kann man in der Bibel etwas über den Zehn­ten fin­den, aber nicht als eine bei Chris­ten übli­che Pra­xis. Im Alten Tes­ta­ment war die Abga­be des Zehn­ten unter ande­rem dafür gedacht, den Dienst der Pries­ter und Levi­ten zu ermög­li­chen und die Opfer im Tem­pel zu finan­zie­ren (Neh­emia 10,37–38). Nach 5. Mose 14,28–29 wur­de außer­dem in jedem 3. Jahr der Zehn­te für die Armen des Vol­kes ver­wen­det. Aber nir­gends im Neu­en Tes­ta­ment gibt es einen Hin­weis dar­auf, dass die Chris­ten so etwas unter­ein­an­der prak­ti­ziert hät­ten. Was wir statt­des­sen fin­den, ist, dass sie alles teil­ten. Das ent­spricht auch der Beschrei­bung in Apos­tel­ge­schich­te 4,32, dass sie ein Herz und eine See­le waren. So ein tie­fes Ver­trau­en, wie es oft nicht ein­mal in Fami­li­en zu fin­den ist, hört auch beim Geld nicht auf. Die­ses Ver­trau­en war mög­lich, weil sie das Leben von­ein­an­der kann­ten. So wuss­ten sie um die Auf­rich­tig­keit ihrer Brü­der im Fra­gen nach dem Wil­len Got­tes und konn­ten den ande­ren auch ihr Geld oder ande­re Güter zur gott­ge­woll­ten Ver­wen­dung anvertrauen.

6 Die Bedeu­tung der Leh­re und der Einheit

Die Lie­be der Chris­ten zu Gott und zur Wahr­heit drück­te sich auch dar­in aus, dass sie die Gebo­te Jesu in Treue befol­gen und sei­ne Bot­schaft unver­fälscht wei­ter­ge­ben woll­ten. Es war ihnen bewusst, dass nur die­ser eine Weg zum Leben führt, den Jesus gelehrt und vor­ge­lebt hat (Johan­nes 14,6). Dabei ging es nicht um das theo­re­ti­sche Akzep­tie­ren ein­zel­ner Lehr­aus­sa­gen, son­dern um das Ein­hal­ten der Wor­te Jesu in den kon­kre­ten Situa­tio­nen des eige­nen Lebens. Des­halb war es ihnen wich­tig, tief zu ver­ste­hen, was sie von Jesus und den Apos­teln gehört hatten:

Sie ver­harr­ten aber in der Leh­re der Apos­tel … (Apos­tel­ge­schich­te 2,42)

Die Chris­ten nutz­ten die täg­li­che Gemein­schaft zur Beschäf­ti­gung mit Got­tes Wort und zum gemein­sa­men Nach­den­ken dar­über. So konn­te Gott ihnen hel­fen, dar­in einer Mei­nung zu wer­den, was die rich­ti­ge Leh­re über Gott und sei­nen Wil­len ist. Dabei war es ihnen wich­tig, dass jeder sei­ne Gedan­ken und Fra­gen bei­tra­gen kann (1. Korin­ther 14,26).

Im Gebet Jesu am Abend vor sei­ner Kreu­zi­gung wird sicht­bar, wie wich­tig es ihm war, dass sei­ne Jün­ger gemein­sam die Wahr­heit erken­nen und in tie­fer Ein­heit mit­ein­an­der leben. Er macht sogar sei­ne eige­ne Glaub­wür­dig­keit davon abhän­gig, dass die Ein­heit unter allen Chris­ten Rea­li­tät wird:

Hei­li­ge sie durch die Wahr­heit! Dein Wort ist Wahr­heit. … Aber nicht für die­se allein bit­te ich, son­dern auch für die, wel­che durch ihr Wort an mich glau­ben, damit sie alle eins sei­en, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins sei­en, damit die Welt glau­be, dass du mich gesandt hast. Und die Herr­lich­keit, die du mir gege­ben hast, habe ich ihnen gege­ben, dass sie eins sei­en, wie wir eins sind – ich in ihnen und du in mir -, dass sie in eins voll­endet sei­en, damit die Welt erken­ne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. (Johan­nes 17,17+20–23)

Schon zur Zeit der ers­ten Chris­ten tra­ten Men­schen auf, die die Bot­schaft Got­tes durch eige­ne Gedan­ken und Ideen ver­fälsch­ten, weil sie sich Gott nicht wirk­lich unter­ord­nen woll­ten. Vor ihnen wird im Neu­en Tes­ta­ment gewarnt:

Gelieb­te, glaubt nicht jedem Geist, son­dern prüft die Geis­ter, ob sie aus Gott sind! Denn vie­le fal­sche Pro­phe­ten sind in die Welt hin­aus­ge­gan­gen. (1. Johan­nes 4,1)

Durch das gemein­sa­me Stre­ben der Chris­ten nach Ein­heit in der Leh­re konn­ten Irr­leh­ren auf­ge­deckt wer­den. Irr­leh­rer sind auch der Anlass für fol­gen­de Auf­for­de­rung aus dem Judas­brief, sich mit aller Kraft für die Bewah­rung des rich­ti­gen Glau­bens einzusetzen:

Gelieb­te, da ich allen Fleiß anwand­te, euch über unser gemein­sa­mes Heil zu schrei­ben, war ich genö­tigt, euch zu schrei­ben und zu ermah­nen, für den ein für alle Mal den Hei­li­gen über­lie­fer­ten Glau­ben zu kämp­fen. (Judas 3)

Die Chris­ten distan­zier­ten sich klar von Men­schen, die fal­sche Leh­ren verbreiteten.

Seht auf euch selbst, damit ihr nicht ver­liert, was wir erar­bei­tet haben, son­dern vol­len Lohn emp­fangt! Jeder, der wei­ter­geht und nicht in der Leh­re des Chris­tus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Leh­re bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und die­se Leh­re nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an sei­nen bösen Wer­ken. (2. Johan­nes 8–11)

Die Gemein­de ist die Säu­le und Grund­fes­te der Wahr­heit (1. Timo­theus 3,15). Das ist nur mög­lich, wenn die Leh­re Jesu die Grund­la­ge für den Glau­ben, für das Leben, für die Ver­kün­di­gung und für die Ein­heit in der Gemein­de bildet.

Und Jesus trat zu ihnen und rede­te mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gege­ben im Him­mel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Natio­nen zu Jün­gern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes, und lehrt sie alles zu bewah­ren, was ich euch gebo­ten habe! Und sie­he, ich bin bei euch alle Tage bis zur Voll­endung des Zeit­al­ters. (Mat­thä­us 28,18–20)

7 Scha­fe mit­ten unter Wölfen

Anfäng­lich wur­den die Chris­ten in Jeru­sa­lem vom Volk wert­ge­schätzt. Aber schon bald begann die Ver­fol­gung, so wie Jesus es in den fol­gen­den Wor­ten vor­aus­ge­sagt hat:

Sie­he, ich sen­de euch wie Scha­fe mit­ten unter Wöl­fe; so seid nun klug wie die Schlan­gen und ein­fäl­tig wie die Tau­ben. Hütet euch aber vor den Men­schen! Denn sie wer­den euch an Gerich­te über­lie­fern und in ihren Syn­ago­gen euch gei­ßeln; und auch vor Statt­hal­ter und Köni­ge wer­det ihr geführt wer­den um mei­net­wil­len, ihnen und den Natio­nen zum Zeug­nis. Wenn sie euch aber über­lie­fern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stun­de gege­ben wer­den, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid die Reden­den, son­dern der Geist eures Vaters, der in euch redet. Es wird aber der Bru­der den Bru­der zum Tode über­lie­fern und der Vater das Kind; und Kin­der wer­den sich erhe­ben gegen die Eltern und sie zu Tode brin­gen. Und ihr wer­det von allen gehasst wer­den um mei­nes Namens wil­len. Wer aber aus­harrt bis ans Ende, der wird geret­tet wer­den. (Mat­thä­us 10,16–22)

Die reli­giö­sen Füh­rer der Juden haben von Anfang an ver­sucht, die Aus­brei­tung die­ser neu­en „Sek­te“ (Apos­tel­ge­schich­te 24,5.14) zu unter­bin­den. Sie fürch­te­ten um ihren Ein­fluss auf das Volk, ihre Ehre vor den Men­schen und woll­ten die Wahr­heit über ihr Leben nicht hören. Jesus sprach davon in Johan­nes 8,37–47. So erteil­ten sie den Apos­teln Rede­ver­bot, lie­ßen sie aus­peit­schen und sperr­ten sie ein (Apos­tel­ge­schich­te 5,17–23.40–41). Aber die Jün­ger „hör­ten nicht auf, jeden Tag im Tem­pel und in den Häu­sern zu leh­ren und Jesus als den Chris­tus zu ver­kün­di­gen“ (Apos­tel­ge­schich­te 5,42). Als Ste­pha­nus den Mit­glie­dern des Hohen Rates ihre Schuld an der Ermor­dung des gerech­ten Got­tes­knech­tes[4] vor Augen stell­te und ihnen zei­gen woll­te, wie sehr sie sich Gott wider­set­zen, wur­de er dafür gestei­nigt und war damit der Ers­te, der sei­nem Herrn in den Mär­ty­rer­tod folg­te (Apos­tel­ge­schich­te 7). Auch aus den Berich­ten über Pau­lus wis­sen wir, dass er wegen sei­ner evan­ge­lis­ti­schen Tätig­keit Ver­fol­gung erlei­den muss­te, oft von Juden, aber auch von Hei­den (2. Korin­ther 11,22–27).

Die Chris­ten waren kei­ne an den Zeit­geist ange­pass­ten Mit­bür­ger (Römer 12,1–2, 1. Petrus 4,1–5). Als Haus­ge­nos­sen Got­tes (Ephe­ser 2,19) wuss­ten sie sich der Wahr­heit des Evan­ge­li­ums ver­pflich­tet und hiel­ten dar­an fest, auch gegen den Wider­stand derer, die sich nicht zur Umkehr rufen las­sen woll­ten. Sie woll­ten mit ihrem Leben zei­gen, was der Wil­le Got­tes für alle Men­schen ist. Pau­lus ermun­ter­te sie, wie Him­mels­lich­ter inmit­ten einer ver­dreh­ten und ver­kehr­ten Gene­ra­ti­on zu leuch­ten (Phil­ip­per 2,14–16). So beur­teil­ten sie die Welt[5], und sie wuss­ten, dass Freund­schaft mit der Welt Feind­schaft gegen Gott bedeu­tet (Jako­bus 4,4).[6] Ihre Wer­te und ihre Wer­ke waren also ganz anders als die der Men­schen um sie her­um, die selbst­be­stimmt und nach den eige­nen Begier­den leben woll­ten. Wem das kein Zeug­nis für Got­tes Wir­ken war, dem war es eine Ankla­ge und das führ­te auch zur gewalt­sa­men Ableh­nung des Evan­ge­li­ums und derer, die es ver­kün­dig­ten (2. Korin­ther 4,7–11).

Noch im 2. und 3. Jahr­hun­dert waren die­je­ni­gen, die sich zum Glau­ben an Jesus bekann­ten, Außen­sei­ter der Gesell­schaft. Sie grenz­ten sich von den welt­li­chen Ver­gnü­gun­gen ab, in denen die meis­ten Men­schen ihre Freu­de suchen. Sie betei­lig­ten sich nicht an den öffent­li­chen Fes­ten, Spie­len, Sport­wett­kämp­fen und reli­giö­sen Ritua­len und mahn­ten die Men­schen, über ihr sünd­haf­tes Leben Buße zu tun. So zogen sie sich die Feind­schaft der Öffent­lich­keit zu. Schau­er­li­che Gerüch­te wur­den über sie ver­brei­tet und in Zei­ten der staat­li­chen Ver­fol­gun­gen wur­den vie­le ver­ur­teilt, ohne dass ihnen ein Unrecht nach­ge­wie­sen wer­den konn­te. In einem sepa­ra­ten Arti­kel haben wir eini­ge Zita­te früh­christ­li­cher Autoren zusam­men­ge­stellt. Dort fin­dest du eine Samm­lung von Aus­sa­gen, die einen genaue­ren Ein­blick in die dama­li­ge Situa­ti­on geben.

8 Was bedeu­tet das für uns?

Die Art und Wei­se, wie die ers­ten Chris­ten leb­ten, war kei­ne Form, die sie für sich selbst so fest­ge­legt hat­ten. Sie haben Got­tes Gna­de und Ver­ge­bung tief erfah­ren. Aus Dank­bar­keit für die Erlö­sung haben sie ihren All­tag, ihre freie Zeit, ihre Gaben und Fähig­kei­ten, Freu­de, Leid, Geld und Güter, alles, was das Leben aus­macht, mit­ein­an­der geteilt und für­ein­an­der gege­ben. In jeder Wei­se woll­ten sie ein­an­der hel­fen, im Leben für Gott treu zu blei­ben. So woll­ten sie als Jün­ger Jesu sei­ner Hin­ga­be fol­gen, wie es auch der Apos­tel Johan­nes ausdrückt:

Hier­an haben wir die Lie­be erkannt, dass er (Jesus) für uns sein Leben hin­ge­ge­ben hat; auch wir sind schul­dig, für die Brü­der das Leben hin­zu­ge­ben. (1. Johan­nes 3,16)

Die brü­der­li­che (d. h. geschwis­ter­li­che) Lie­be der Chris­ten zuein­an­der war Aus­druck ihrer Lie­be zu Gott. Johan­nes schreibt das klar und einfach:

Wir lie­ben, weil er uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand sagt: Ich lie­be Gott, und hasst[7] sei­nen Bru­der, ist er ein Lüg­ner. Denn wer sei­nen Bru­der nicht liebt, den er gese­hen hat, kann nicht Gott lie­ben, den er nicht gese­hen hat. Und die­ses Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, auch sei­nen Bru­der lie­ben soll. (1. Johan­nes 4,19–21)

Das gilt heu­te eben­so für jeden, der Jesus fol­gen, also Christ sein will. Es ist ein fol­gen­schwe­rer Selbst­be­trug zu mei­nen, Christ­sein sei eine Ich‐und‐Gott‐Beziehung, ver­bun­den mit (gele­gent­li­chen) Besu­chen von Ver­an­stal­tun­gen. Die Braut Chris­ti ist die Kir­che, nicht der ein­zel­ne Christ (Ephe­ser 5,25–27). Die Kir­che wird in der Bibel auch als Chris­ti Leib bezeich­net und Jesus ist das Haupt, durch das alle Glie­der ver­bun­den sein müs­sen und das sie lei­tet in ihrem gemein­sa­men Dienst für Gott (Ephe­ser 4,15–16). Wie Jesus die Kir­che woll­te, kannst du aus ande­ren Arti­keln auf die­ser Web­site genau­er erfah­ren, z. B. unter der Über­schrift „Die Gemein­de im Neu­en Testament“.

Mit unse­rem gemein­schaft­li­chen Leben möch­ten wir von Got­tes ver­än­dern­der Kraft zeu­gen und dazu ermun­tern, nicht klein­gläu­big zu sein und zu zwei­feln, ob man heu­te noch so leben kön­ne. Wir haben die Erfah­rung gemacht, dass es mög­lich ist, Jesus so nach­zu­fol­gen, wie wir es am Bei­spiel der ers­ten Chris­ten sehen. Dazu laden wir dich ein, das mit uns gemein­sam zu tun. Wir sehen, wie segens­reich, aber auch not­wen­dig die­ses Leben für das Wach­sen in den wirk­li­chen Tugen­den ist: in der Demut und der Selbst­lo­sig­keit, in der Selbst­ver­leug­nung und Hin­ga­be­be­reit­schaft, in der Sanft­mut und der Geduld, dar­in, den ande­ren höher zu ach­ten als sich selbst, auf den eige­nen Vor­teil zu ver­zich­ten und das Bes­te für den Nächs­ten zu suchen. Wir erfah­ren nicht nur, wie Jesus uns zu dem allen befä­hi­gen kann, son­dern ver­ste­hen auch sei­ne Hin­ga­be und Lie­be für uns dadurch viel tie­fer. Das ver­mehrt unser Lob und unse­re Dank­bar­keit ihm gegenüber.

Ihr Lie­ben, lasst uns ein­an­der lieb haben; denn die Lie­be ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott gebo­ren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Lie­be. Dar­in ist erschie­nen die Lie­be Got­tes unter uns, dass Gott sei­nen ein­ge­bo­re­nen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sol­len. Dar­in besteht die Lie­be: nicht dass wir Gott geliebt haben, son­dern dass er uns geliebt hat und sei­nen Sohn gesandt hat zur Ver­söh­nung für uns­re Sün­den. Ihr Lie­ben, hat uns Gott so geliebt, so sol­len wir uns auch unter­ein­an­der lie­ben. Nie­mand hat Gott jemals gese­hen. Wenn wir uns unter­ein­an­der lie­ben, so bleibt Gott in uns, und sei­ne Lie­be ist in uns voll­kom­men. (1. Johan­nes 4,7–12)[8]


Fußnoten

  1. Ein­heits­über­set­zung: „aus die­ser ver­dor­be­nen Generation“.
  2. Das grie­chi­sche Wort koi­no­nia steht nicht für Almo­sen, son­dern für gegen­sei­ti­ge Hil­fe in der Gemeinde.
  3. Das sind zehn Pro­zent des Einkommens.
  4. Gemeint ist Jesus.
  5. “Welt” bezieht sich hier nicht auf die Schöp­fung im All­ge­mei­nen, son­dern auf die Wün­sche, die Wer­te und das ego­is­ti­sche Leben der Men­schen, die sich Got­tes Wil­len nicht unter­ord­nen wollen.
  6. Die Freund­schaft mit der Welt bezieht sich nicht nur auf Wer­te und Din­ge, son­dern auch auf Men­schen. Mehr dar­über fin­dest du in unse­rem Arti­kel über die Freund­schafts­evan­ge­li­sa­ti­on.
  7. Wie an ande­ren Stel­len im Neu­en Tes­ta­ment bedeu­tet „has­sen“ auch hier soviel wie „gering ach­ten“ oder „hin­ter etwas oder jeman­den zurückstellen“.
  8. Luther­bi­bel 1984.


Und es geschah in diesen Tagen, dass er auf den Berg hinausging, um zu beten; und er verbrachte die Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herbei und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, des Alphäus' ‹Sohn›, und Simon, genannt Eiferer, und Judas, des Jakobus' ‹Sohn›, und Judas Iskariot, der ‹zum› Verräter wurde. (Lukas 6,12–16)

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Johannes 13,34–35)

Und es geschah, als er an einem Ort war und betete, da sprach, als er aufhörte, einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte! (Lukas 11,1)

Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Jünger und sprachen: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße. (Lukas 5,30–32)

Und er sprach zu ihnen: Kommt, ihr selbst allein, an einen öden Ort und ruht ein wenig aus! Denn diejenigen, die kamen und gingen, waren viele, und sie fanden nicht einmal Zeit, um zu essen. Und sie fuhren in einem Boot allein an einen öden Ort; und viele sahen sie wegfahren und erkannten sie und liefen zu Fuß von allen Städten dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor. Und als Jesus aus ‹dem Boot› trat, sah er eine große Volksmenge und wurde innerlich bewegt über sie; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren. (Markus 6,31–34)

Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen! Dem, der dich auf die Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht! Gib jedem, der dich bittet; und von dem, der dir das Deine nimmt, fordere es nicht zurück! Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, tut ihnen ebenso! Und wenn ihr liebt, die euch lieben, was für einen Dank habt ihr? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, was für einen Dank habt ihr? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr ‹wieder› zu empfangen hofft, was für einen Dank habt ihr? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche wieder empfangen. Doch liebt eure Feinde, und tut Gutes, und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen! Und euer Lohn wird groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. (Lukas 6,27–35)

Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. (Johannes 10,11)

Jesus aber rief sie heran und sprach: Ihr wisst, dass die Regenten der Nationen sie beherrschen und die Großen Gewalt gegen sie üben. Unter euch wird es nicht so sein; sondern wenn jemand unter euch groß werden will, wird er euer Diener sein, und wenn jemand unter euch der Erste sein will, wird er euer Sklave sein; gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. (Matthäus 20,25–28)

Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse. (Matthäus 16,21)

Ein­heits­über­set­zung: „aus die­ser ver­dor­be­nen Generation“.

Und nachdem Johannes überliefert war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes (Markus 1,14, ELB)

Glücklich der, dem Übertretung vergeben, dem Sünde zugedeckt ist! […] So tat ich dir kund meine Sünde und deckte meine Schuld nicht zu. Ich sagte: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Schuld meiner Sünde. (Psalm 32,1.5)

... die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. (Römer 5,5, ELB)

So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. (Lukas 14,33, ELB)

Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach. (Lukas 9,23, ELB)

Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung. (Jakobus 5,16)

Viele aber von denen, die gläubig geworden waren, kamen und bekannten und gestanden ihre Taten. (Apostelgeschichte 19,18)

Ihr seid das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind. So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen. (Matthäus 5,14–16, ELB)

Aber durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder unter dem Volk; und sie waren alle einmütig in der Säulenhalle Salomos. Von den Übrigen aber wagte keiner, sich ihnen anzuschließen, doch das Volk rühmte sie. Aber umso mehr wurden ‹solche›, die an den Herrn glaubten, hinzugetan, Scharen von Männern und auch Frauen, (Apostelgeschichte 5,12–14)

Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. (Apostelgeschichte 1,8, ELB)

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst. Dies aber sagte er, um anzudeuten, mit welchem Tod er Gott verherrlichen sollte. Und als er dies gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! (Johannes 21,18–19, ELB)

Es seien eure Lenden umgürtet und die Lampen brennend; und ihr, seid Menschen gleich, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen mag von der Hochzeit, damit, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich aufmachen. Glückselig jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie sich zu Tisch legen lassen und wird hinzutreten und sie bedienen. Und wenn er in der zweiten Wache kommt und in der dritten Wache kommt und findet sie so — glückselig sind jene! Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr gewußt hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommen würde, so hätte er gewacht und nicht erlaubt, daß sein Haus durchgraben würde. Auch ihr, seid bereit! Denn der Sohn des Menschen kommt in der Stunde, da ihr es nicht meint. (Lukas 12,35–40, ELB)

... nun aber reise ich nach Jerusalem im Dienst für die Heiligen. Denn es hat Mazedonien und Achaja wohlgefallen, einen Beitrag zu leisten für die Bedürftigen unter den Heiligen, die in Jerusalem sind. Es hat ihnen nämlich wohlgefallen, auch sind sie ihre Schuldner. Denn wenn die Nationen ihrer geistlichen ‹Güter› teilhaftig geworden sind, so sind sie verpflichtet, ihnen auch in den leiblichen zu dienen. (Römer 15,25–27)

Das grie­chi­sche Wort koi­no­nia steht nicht für Almo­sen, son­dern für gegen­sei­ti­ge Hil­fe in der Gemeinde.

Das sind zehn Pro­zent des Einkommens.

‹Wir verpflichten uns,› die Erstgeborenen unserer Söhne und unseres Viehbestandes, wie es im Gesetz vorgeschrieben ist, und zwar die Erstgeborenen unserer Rinder und unserer Schafe zum Haus unseres Gottes zu bringen, für die Priester, die im Haus unseres Gottes Dienst verrichten. Wir wollen das Erste von unserm Schrotmehl und unseren Hebopfern und den Früchten von allerlei Bäumen, ‹von› Most und Öl für die Priester bringen, in die Zellen des Hauses unseres Gottes, und den Zehnten unseres Ackerlandes für die Leviten. Denn sie, die Leviten, sind es, die den Zehnten erheben sollen in allen Städten unseres Ackerbaus. (Nehemia 10,37–38)

Am Ende von drei Jahren sollst du den ganzen Zehnten deines Ertrages von jenem Jahr aussondern und ihn in deinen Toren niederlegen. Und der Levit — denn er hat keinen Anteil noch Erbe mit dir — und der Fremde und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren ‹wohnen›, sollen kommen und essen und sich sättigen, damit der HERR, dein Gott, dich in allem Werk deiner Hand, das du tust, segnet. (5. Mose 14,28–29)

... damit du weißt, wie man sich verhalten muss im Hause Gottes, das die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, die Säule und Grundfeste der Wahrheit. (1. Timotheus 3,15)

Denn wir haben diesen Mann als eine Pest befunden und als einen, der unter allen Juden, die auf dem Erdkreis sind, Aufruhr erregt, und als einen Anführer der Sekte der Nazoräer; […] Aber dies bekenne ich dir, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, so dem Gott meiner Väter diene, indem ich allem glaube, was in dem Gesetz und in den Propheten geschrieben steht, (Apostelgeschichte 24,5.14)

Ich weiß, dass ihr Abrahams Nachkommen seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort nicht Raum in euch findet. Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe; auch ihr nun tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun; jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen nun zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. (Johannes 8,37–47)

Der Hohepriester aber trat auf und alle, die mit ihm waren, nämlich die Sekte der Sadduzäer, und wurden von Eifersucht erfüllt; und sie legten Hand an die Apostel und setzten sie in öffentlichen Gewahrsam. Ein Engel des Herrn aber öffnete während der Nacht die Türen des Gefängnisses und führte sie hinaus und sprach: Geht und stellt euch hin und redet im Tempel zu dem Volk alle Worte dieses Lebens! Als sie es aber gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber kam und die, die mit ihm waren, und sie beriefen den Hohen Rat und die ganze Ältestenschaft der Söhne Israel zusammen und sandten ins Gefängnis, dass sie vorgeführt würden. Als aber die Diener hinkamen, fanden sie sie nicht im Gefängnis; und sie kehrten zurück, berichteten und sagten: Wir fanden das Gefängnis mit aller Sorgfalt verschlossen und die Wachen an den Türen stehen; als wir aber geöffnet hatten, fanden wir niemand darin. […] Und als sie die Apostel herbeigerufen hatten, schlugen sie sie und geboten ihnen, nicht im Namen Jesu zu reden, und entließen sie. Sie nun gingen aus dem Hohen Rat fort, voller Freude, dass sie gewürdigt worden waren, für den Namen Schmach zu leiden; (Apostelgeschichte 5,17–23.40–41)

Gemeint ist Jesus.

Sie sind Hebräer? Ich auch. Sie sind Israeliten? Ich auch. Sie sind Abrahams Nachkommen? Ich auch. Sie sind Diener Christi? — Ich rede unsinnig — ich über die Maßen. In Mühen umso mehr, in Gefängnissen umso mehr, in Schlägen übermäßig, in Todesgefahren oft. Von den Juden habe ich fünfmal vierzig ‹Schläge› weniger einen bekommen. Dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten; einen Tag und eine Nacht habe ich in Seenot zugebracht; oft auf Reisen, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren von Räubern, in Gefahren von ‹meinem› Volk, in Gefahren von den Nationen, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern; in Mühe und Beschwerde, in Wachen oft, in Hunger und Durst, in Fasten oft, in Kälte und Blöße (2. Korinther 11,22–27)

Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Römer 12,1–2)

Da nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung — denn wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen —, um die im Fleisch ‹noch› übrige Zeit nicht mehr den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes zu leben. Denn die vergangene Zeit ist ‹uns› genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, als ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, Trunkenheit, Festgelagen, Trinkgelagen und unerlaubten Götzendiensten. Hierbei befremdet es sie, dass ihr nicht ‹mehr› mitlauft in demselben Strom der Heillosigkeit, und sie lästern, die dem Rechenschaft geben werden, der bereit ist, Lebende und Tote zu richten. (1. Petrus 4,1–5)

So seid ihr nun nicht mehr Fremde und Nichtbürger, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen. (Epheser 2,19, ELB)

Tut alles ohne Murren und Zweifel, damit ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie Himmelslichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens festhaltet, mir als Grund zum Rühmen auf den Tag Christi, daß ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch auch vergeblich gearbeitet habe. (Philipper 2,14–16, ELB)

“Welt” bezieht sich hier nicht auf die Schöp­fung im All­ge­mei­nen, son­dern auf die Wün­sche, die Wer­te und das ego­is­ti­sche Leben der Men­schen, die sich Got­tes Wil­len nicht unter­ord­nen wollen.

Ihr Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes. (Jakobus 4,4)

Die Freund­schaft mit der Welt bezieht sich nicht nur auf Wer­te und Din­ge, son­dern auch auf Men­schen. Mehr dar­über fin­dest du in unse­rem Arti­kel über die Freund­schafts­evan­ge­li­sa­ti­on.

Wie an ande­ren Stel­len im Neu­en Tes­ta­ment bedeu­tet „has­sen“ auch hier soviel wie „gering ach­ten“ oder „hin­ter etwas oder jeman­den zurückstellen“.

Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, ‹sie› reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei. (Epheser 5,25–27)

Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung ‹dienende› Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils; und ‹so› wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe. (Epheser 4,15–16)

Luther­bi­bel 1984.